19.01.09 Meerschweinchenfrau und Moralapostel
***
Aaah, heut wollt ich erstmal ausschlafen. Montag arbeiten wir immer nur Nachmittags und bei mir Zuhause ist ja keiner – Perfekt! Ich wachte natürlich trotzdem um 8 Uhr früh auf, weil Pulga, unser Hund, vor meiner Türe jaulte. Tja, der hatte Hunger. Ok, ich auch, also erstmal Frühstück holen gehen. Zum Glück wohnt Angel ja gleich gegenüber, dort könnt ich dann ja gleich mal Semmeln besorgen. Ich zog mich schnell in meinem Zimmer um, gut darauf bedacht, dass keiner reinschauen kann und schlappte auf die Straße. Mist. Angel-Bäckerei hatte wohl heute nicht auf. Zumindest war die Tür verschlossen. Der einzige andere Bäcker den ich in Jangas noch kenne, ist der Bräutigam der Silberhochzeit und dorthin wollte ich heute wirklich nicht gehen, da ich mir ziemlich sicher war, dass sie mich gleich zum Frühstücken einladen würden und ich wollte ja eigentlich nur wieder ins Bett. Also bin ich einfach mal planlos die Straße entlanggelaufen und überlegte mir wo ich noch Brot oder anderes Frühstückstaugliches herbekommen kann. Ichkonnte leider auch kein Spiegelei oder keinen Brei machen, weil ich noch kein Gas gekauft hab und deswegen mit meinem Ofen nichts anfangen konnte. Mist. Im nächsten Laden der offen hatte versuchte ich mein Glück. Dort gab es zwar kein Brot, dafür aber Obst. Also kaufte ich ca. 5 Kg Obst, zwei riesen Flaschen Wasser (kann das Leitungswasser ohne Gas ja nicht abkochen), Marmelade, Kaffee und ein Experiment für meine Tiere: Tunfisch. Die Frau im Laden fragte mich, ob ich in die Berge reise. „Nein, ich wohne nur für zwei Wochen alleine“, kam meine stolze Antwort. „2 Wochen? Du hast für 4 Wochen eingekauft“. Ups. Naja, jetzt übertreibt se aber. Ich packte meine 2 Tonnenschweren Tüten und wollte noch Brot suchen. Es gab keins. Auf dem Weg zurück zum Haus, sah ich jemanden vor der Vergara-Tür rumstehen. Sonia. Oh nein, wenn die sieht was ich alles gekauft habe lästert sie entweder über mich (und vermutet am Ende noch Juan bei mir, der mit Frühstückt) oder über Reyna, weil sie einfach abhaut und mich allein lässt. Also drehte ich wieder um und machte einen ewigen Umweg zu meinem Haus. So, geschafft. Tja, werd ich mich heute eben mit Obst vollstopfen. Zuerst öffnete ich aber den Tunfisch. War ja gespannt wie der ankommt. Das Ergebnis war Überwältigend. Pulga hat sein Schüsselchen so schnell leergefuttert und auch schon alle Krümel auf dem Boden gesucht und gemampft, bevor ich es überhaupt der Katze hinstellen konnte. Die Miaute schon wie verrückt. Natürlich hatte sie ihre Portion kaum vor sich, da kam schon Pulga angerannt und wollte alles selber futtern. So gehts natürlich nicht, das Katzenviech sieht eh total krank und abgemagert aus. Ich öffnete schnell die nächste Dose, die wieder in Null komma nix weg war. Schön. Nun zu mir. Ich machte mir einen riesen großen Obstsalat, der mich wirklich vollstopfte und schlurrfte wieder ins Bett. Es war erst neun, eine Stunde könnt ich schon noch schlafen. Die Tür lies ich ein bisschen offen und legte mich ins Bett. Kaum eingedöst hörrte ich nur „Rumms. REYNA!!!“ Oh nein, wer ist denn das jetzt. Wahrscheinlich die Frau die immer die Meerschweinchen füttert, von der sie mir erzählt haben. Ich machte die Tür auf. „ist Reyna nicht da?“ „Nein, die ist in Lima. Sind sie die Meerschweinchenfrau?“ „Nein, ich bin hier um den Aji zu waschen“. Aha. Na gut, ich lies sie waschen was auch immer sie wollte und ging wieder ins Bett. Als sie weg war, hatte ich ca. 30 Min. Ruhe. Dann: „Rumms, rumms, SENORITA“. Ah, das musste Frau Meerschwein sein, immerhin wusste die, das ich allein bin. Ich lies sie rein. „Hab ich dich geweckt?“ „Hmm, jaaaaa, aber....“ „Ja, ist ja eh schon Zeit, nicht?“ Klaro. Ich gab auf. Leider konnte ich aber nicht arg viel mit meinem Tag anfangen, weil es total ekliges Regenwetter war und das Wasser das aus der Leitung kam war irgendwie komisch braun und roch faulig. Ich wollte weder Geschirr spülen noch Wäsche waschen. Also beschloss ich rüber zu den anderen zu gehen. Als ich ankam, begrüsste Anika mich schon mit den Worten „das Wasser ist verseucht und wir haben es gestern getrunken. Wir haben Bauchschmerzen“. Puh, dacht ich mir doch dass mit dem Wasser was nicht stimmt. Zum Glück hab ich davon nichts getrunken. Zur Mittagszeit ging ich nochmal heim, um meine Viecher zu füttern. Um zwei sollte es ja nach Cahuish gehen. Als ich wieder zu den Vergaras ging, erwartete mich eine schlechte Nachricht: Anika und Joana kommen nicht mit, weil sie Bauchschmerzen haben. Also müssen Thomas und ich allein ran. Traumfänger basteln. Oh mann. Das Wetter war wirklich mehr als ekelhaft und ich wäre am liebsten auch daheim geblieben, weil wir den Unterricht draussen halten mussten. Außerdem haben wir ja keinen Unterricht vorbereitet und es waren immer noch Anika und Joana die am besten Spanisch sprechen. Tja, hilft aber nix, die Kinder warten ja. Also schlappten wir zu den Taxis, ich ziemlich Miesgelaunt. Dort gab es erstmal wieder geteilte Meinungen wegen des Fahrpreises. Mann, wie mich das wieder nervte.Wir fahren jeden Tag in ein Caserio und zwar immer mit den selben Taxifahrern. Sie wissen dass wir die Kinder hier freiwillig unterrichten und eigentlich helfen wollen. Troztdem wollen sie uns jedesmal wieder abzocken. Nachdem wir den Preis mühsam runtergehandelt haben, gings ab nach oben. Bäh,dort wardas Wetter natürlich noch schlechter. Zuerst sahen wir auch nur 2 Kinder die da waren. Na Prima, mit denen machen wir jetzt Ratzfatz zwei Traumfänger und dann können wir wieder gehen. Als ich grad erklärte, wie das vor sich geht, kamen einige Mädchen an. Nun ist in Cahuish das Problem, das dort überwiegend Quechua gesprochen wird und die Kinder spanisch erst in der Schule lernen. Wir sind uns bei den kleineren immer nie sicher,ob sie uns überhaupt verstehen. Aussedem reden sie nicht gern mit uns, weil sie schüchterner und verschlossener sind als die Kinder in den anderen Caserios. Deswegen brachte ich auch kein einziges Kind dazu, die erforderlichen Stecken für die Traumfänger zu suchen. Na schön. Musste ich eben selbst ran. Im Regen. Super. Gott, war ich schlecht drauf. Dazu taugten dann auch alle Stecken nix, weil sie ständig auseinanderbrachen. Als ich endlich genügend gefunden hab, kamen noch mehr Kinder. Aaah. Normalerweise freut uns das, aber heute war ich schlecht drau und schlicht und einfach überfordert. Als ich endlich wieder alle Stecken hatte, alle bei den Kindern zu einem Kreis zusammengebunden waren und alle Fäden ausgeteilt, waren einige Kinder schon wieder fertig, obwohl die Perlen noch gar nicht ausgeteilt waren. Andere verstanden es auch beim 10x erklären nicht und vermurksten ständig immer alles. Und es kamen immer neue Kinder. Wir versuchten es so gut wie möglich wieder hinzubiegen, aber die meisten Traumfänger waren leider für die Katz. Als dann endlich, endlich alle fertig waren, rief ich bei Taxi-Roy an, damit er uns abholt. Ja, ok, in 20 Minuten ist er da. Fein. Kaum aufgelegt, klingelte mein Handy wieder. Taxi-Roy. Er nuschelte irgendwas, von wegen wir müssen sicher warten wenn er kommt und anderes Auto. Ich verstand gar nix. Will er mit einem anderen Auto kommen? Kommt er überhaupt? Ich versprach zu warten und hoffte dass er jetzt dann bald kommt. 2 Minuten später wusste ich was er wollte. Ein anderes Taxi kam vorbei. Das war also das andere Auto und er wollte fragen, ob wir mit dem fahren oder mit ihm, wobei wir aber dann sicher warten müssten. Na toll, weil ich wieder nix verstanden hab, müssen wir jetzt länger warten und auch noch mehr zahlen, weil er extra wegen uns nach oben kommt. Mann, ich will heim. Nach endlosen 20 Minuten, in denen wir in der Kälte warteten und die Kinder uns irgendwas auf Quechua erzählten und sich deswegen totlachten, kam er endlich. So, nix wie runter.
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Zurück in Jangas hätte ich alles für eine Suppe gegeben, aber Joana,die meine Herdplatte hatte, schlief. Also blieb ich miesgelaunt. Dann klarte es allerdings ein bisschen auf und wir beschlossen mit Dolly und auch Pulga, wenns klappt, Gassi zu gehen. Dolly lief natürlich brav mit, aber Pulga hatte total viel Angst vor der Leine, weswegen wir ihn hier liesen. Unterwegs kamen wir an der Angel-Bäckerei vorbei. Und es gab ganz ganz frische Hörnchen. Mhh, die rochen bis zu uns rüber. Ich kaufte gleich 6 Stück, für den nächsten Morgen gleich mit und wir liefen ein Stückchen mit unserer Dolly, die wieder mal alle Rüden verrückt machte. Natürlich fing es dann auch wieder zu regnen an und wir eilten zurück. Wir trafen nur eine einzige Person auf dem ganzen Weg: Juan. Als wir ihn grüßten schaute er nur mir in die Augen. Ich fragte mich, ob die Leute zu ihm jetzt auch ständig so einen Blödsinn sagen und was er wohl davon hält. Ich hoffe er denkt nicht selber auch, das aus uns doch noch was werden könnte. Schnell weiter. Wieder daheim machten wir einen weiteren Mädelsabend, diesmal jedoch bei Joana, weil Milton mit uns reden wollte. Der holte weit aus. Irgendwo in der nächsten Stadt seien andere Freiwillige aus Corea, die uns unbedingt treffen wollen. Dann gings noch um ein Fußballspiel zwischen unseren Schulen, das wir organisieren sollen. Und dann druckste er rum. Es geht darum, dass die Freiwilligen hier sind, auch etwas präsentieren sollen. Wir sind sozusagen öffentliche Personen. Ach ja? Davon hab ich aber noch nicht viel mitgekriegt, die meisten Leute hier wissen noch nicht mal das wir Freiwillige sind. Die meinen tatsächlich wir sind Touris, denen es hier halt sehr lang gefällt. Das stimmt, ich hab schon mit vielen Leuten darüber gesprochen. Milton sieht das anders. Er meint wir sollen gut aufpassen was wir machen. Ohoh, worauf will er hinaus? Zum Beispiel mit den Fiestas (wusst ichs doch). Es ist besser, wenn wir, falls wir eingeladen sind, nur zum Essen und noch ganz kurz danach bleiben und dann nach Hause gehen. Ähm, wie bitte? Das ist ja wohl total bescheuert. Erstens ist es ja wohl mehr als unhöflich, das Essen reinzumampfen und danach zu verschwinden und ausserdem war er es doch immer, der meinte wie schön es ist, dass wir so am Dorfleben teilnehmen. An der Taufe fand er es noch ganz toll, das wir nochmal gekommen sind und nun das? „Ja, und das mit dem Tanzen. Dann meint jeder, dass ihr immer nur trinkt und tanzt auf den Fiestas“. Aha. Nun, was anderes macht man da auch nicht. Ich verstand gar nix mehr. Das Tanzen ist super. Auf der Silberhochzeit waren alle total begeistert. Ich hab ja nicht umsonst ca. 20 Einladungen von den Familien zum Mittagessen gekriegt. Und Milton selbst hat ja schon 100x mit uns getanzt. Ich befürchtete, das ich Schuld daran bin, dass er aufeinmal so anders denkt und fragte ob „wir“ auf der Silberhochzeit irgendwas falsch gemacht haben, nicht ohne zu erwähnen, dass wir ja immerhin geholfen haben beim Essen und Trinken austeilen. „Nein, nein, ich mein ja nur“. Ja klar. Weiter gings: in so einem kleinen Dorf wird oft gelästert und es werden viele Gerüchte weitergereicht. Wir müssen da aufpassen. Mann, ich wurde langsam ein bissl sauer. Immerhin hat er ja die „Sabine hat Juan geküsst“- Story auf den Markt gebracht, auch wenn er es nicht zugeben will und das ist ja das oberfalsche Gerücht überhaupt. Wir blieben dabei. Seit wir auf die Fiestas gehen, kennen wir wenigstens ein paar mehr Leute. Außerdem kommt es ja wohl blöder, wenns dann wieder heisst, das die Gringos immer nur zusammen sind und sich gleich wieder nach Hause verziehen. Wir wollen ins Dorf integriert werden und Freunde finden und nicht irgendwelche besonderen, „öffentlichen“ Personen sein. Außerdem trinken wir nicht halb so viel wie alle anderen Leute hier. Wir verblieben dann auch so. Milton war nicht sehr zufrieden, aber es ist ja wohl unsere eigene Sache. Am 31.01. ist wieder eine Taufe und zwar von Daniela, meiner Cousine. Ich beschloss an diesem Tag einfach kein einziges Glas Bier zu trinken, auch wenn sie es mir mit aller Gewalt unter die Nase halten und auch sonst ganz brav zu sein. Tanzen werde ich trotzdem, nur nicht mit Juan. Gottseidank war der Tag heute dann bald vorbei.
Aaah, heut wollt ich erstmal ausschlafen. Montag arbeiten wir immer nur Nachmittags und bei mir Zuhause ist ja keiner – Perfekt! Ich wachte natürlich trotzdem um 8 Uhr früh auf, weil Pulga, unser Hund, vor meiner Türe jaulte. Tja, der hatte Hunger. Ok, ich auch, also erstmal Frühstück holen gehen. Zum Glück wohnt Angel ja gleich gegenüber, dort könnt ich dann ja gleich mal Semmeln besorgen. Ich zog mich schnell in meinem Zimmer um, gut darauf bedacht, dass keiner reinschauen kann und schlappte auf die Straße. Mist. Angel-Bäckerei hatte wohl heute nicht auf. Zumindest war die Tür verschlossen. Der einzige andere Bäcker den ich in Jangas noch kenne, ist der Bräutigam der Silberhochzeit und dorthin wollte ich heute wirklich nicht gehen, da ich mir ziemlich sicher war, dass sie mich gleich zum Frühstücken einladen würden und ich wollte ja eigentlich nur wieder ins Bett. Also bin ich einfach mal planlos die Straße entlanggelaufen und überlegte mir wo ich noch Brot oder anderes Frühstückstaugliches herbekommen kann. Ichkonnte leider auch kein Spiegelei oder keinen Brei machen, weil ich noch kein Gas gekauft hab und deswegen mit meinem Ofen nichts anfangen konnte. Mist. Im nächsten Laden der offen hatte versuchte ich mein Glück. Dort gab es zwar kein Brot, dafür aber Obst. Also kaufte ich ca. 5 Kg Obst, zwei riesen Flaschen Wasser (kann das Leitungswasser ohne Gas ja nicht abkochen), Marmelade, Kaffee und ein Experiment für meine Tiere: Tunfisch. Die Frau im Laden fragte mich, ob ich in die Berge reise. „Nein, ich wohne nur für zwei Wochen alleine“, kam meine stolze Antwort. „2 Wochen? Du hast für 4 Wochen eingekauft“. Ups. Naja, jetzt übertreibt se aber. Ich packte meine 2 Tonnenschweren Tüten und wollte noch Brot suchen. Es gab keins. Auf dem Weg zurück zum Haus, sah ich jemanden vor der Vergara-Tür rumstehen. Sonia. Oh nein, wenn die sieht was ich alles gekauft habe lästert sie entweder über mich (und vermutet am Ende noch Juan bei mir, der mit Frühstückt) oder über Reyna, weil sie einfach abhaut und mich allein lässt. Also drehte ich wieder um und machte einen ewigen Umweg zu meinem Haus. So, geschafft. Tja, werd ich mich heute eben mit Obst vollstopfen. Zuerst öffnete ich aber den Tunfisch. War ja gespannt wie der ankommt. Das Ergebnis war Überwältigend. Pulga hat sein Schüsselchen so schnell leergefuttert und auch schon alle Krümel auf dem Boden gesucht und gemampft, bevor ich es überhaupt der Katze hinstellen konnte. Die Miaute schon wie verrückt. Natürlich hatte sie ihre Portion kaum vor sich, da kam schon Pulga angerannt und wollte alles selber futtern. So gehts natürlich nicht, das Katzenviech sieht eh total krank und abgemagert aus. Ich öffnete schnell die nächste Dose, die wieder in Null komma nix weg war. Schön. Nun zu mir. Ich machte mir einen riesen großen Obstsalat, der mich wirklich vollstopfte und schlurrfte wieder ins Bett. Es war erst neun, eine Stunde könnt ich schon noch schlafen. Die Tür lies ich ein bisschen offen und legte mich ins Bett. Kaum eingedöst hörrte ich nur „Rumms. REYNA!!!“ Oh nein, wer ist denn das jetzt. Wahrscheinlich die Frau die immer die Meerschweinchen füttert, von der sie mir erzählt haben. Ich machte die Tür auf. „ist Reyna nicht da?“ „Nein, die ist in Lima. Sind sie die Meerschweinchenfrau?“ „Nein, ich bin hier um den Aji zu waschen“. Aha. Na gut, ich lies sie waschen was auch immer sie wollte und ging wieder ins Bett. Als sie weg war, hatte ich ca. 30 Min. Ruhe. Dann: „Rumms, rumms, SENORITA“. Ah, das musste Frau Meerschwein sein, immerhin wusste die, das ich allein bin. Ich lies sie rein. „Hab ich dich geweckt?“ „Hmm, jaaaaa, aber....“ „Ja, ist ja eh schon Zeit, nicht?“ Klaro. Ich gab auf. Leider konnte ich aber nicht arg viel mit meinem Tag anfangen, weil es total ekliges Regenwetter war und das Wasser das aus der Leitung kam war irgendwie komisch braun und roch faulig. Ich wollte weder Geschirr spülen noch Wäsche waschen. Also beschloss ich rüber zu den anderen zu gehen. Als ich ankam, begrüsste Anika mich schon mit den Worten „das Wasser ist verseucht und wir haben es gestern getrunken. Wir haben Bauchschmerzen“. Puh, dacht ich mir doch dass mit dem Wasser was nicht stimmt. Zum Glück hab ich davon nichts getrunken. Zur Mittagszeit ging ich nochmal heim, um meine Viecher zu füttern. Um zwei sollte es ja nach Cahuish gehen. Als ich wieder zu den Vergaras ging, erwartete mich eine schlechte Nachricht: Anika und Joana kommen nicht mit, weil sie Bauchschmerzen haben. Also müssen Thomas und ich allein ran. Traumfänger basteln. Oh mann. Das Wetter war wirklich mehr als ekelhaft und ich wäre am liebsten auch daheim geblieben, weil wir den Unterricht draussen halten mussten. Außerdem haben wir ja keinen Unterricht vorbereitet und es waren immer noch Anika und Joana die am besten Spanisch sprechen. Tja, hilft aber nix, die Kinder warten ja. Also schlappten wir zu den Taxis, ich ziemlich Miesgelaunt. Dort gab es erstmal wieder geteilte Meinungen wegen des Fahrpreises. Mann, wie mich das wieder nervte.Wir fahren jeden Tag in ein Caserio und zwar immer mit den selben Taxifahrern. Sie wissen dass wir die Kinder hier freiwillig unterrichten und eigentlich helfen wollen. Troztdem wollen sie uns jedesmal wieder abzocken. Nachdem wir den Preis mühsam runtergehandelt haben, gings ab nach oben. Bäh,dort wardas Wetter natürlich noch schlechter. Zuerst sahen wir auch nur 2 Kinder die da waren. Na Prima, mit denen machen wir jetzt Ratzfatz zwei Traumfänger und dann können wir wieder gehen. Als ich grad erklärte, wie das vor sich geht, kamen einige Mädchen an. Nun ist in Cahuish das Problem, das dort überwiegend Quechua gesprochen wird und die Kinder spanisch erst in der Schule lernen. Wir sind uns bei den kleineren immer nie sicher,ob sie uns überhaupt verstehen. Aussedem reden sie nicht gern mit uns, weil sie schüchterner und verschlossener sind als die Kinder in den anderen Caserios. Deswegen brachte ich auch kein einziges Kind dazu, die erforderlichen Stecken für die Traumfänger zu suchen. Na schön. Musste ich eben selbst ran. Im Regen. Super. Gott, war ich schlecht drauf. Dazu taugten dann auch alle Stecken nix, weil sie ständig auseinanderbrachen. Als ich endlich genügend gefunden hab, kamen noch mehr Kinder. Aaah. Normalerweise freut uns das, aber heute war ich schlecht drau und schlicht und einfach überfordert. Als ich endlich wieder alle Stecken hatte, alle bei den Kindern zu einem Kreis zusammengebunden waren und alle Fäden ausgeteilt, waren einige Kinder schon wieder fertig, obwohl die Perlen noch gar nicht ausgeteilt waren. Andere verstanden es auch beim 10x erklären nicht und vermurksten ständig immer alles. Und es kamen immer neue Kinder. Wir versuchten es so gut wie möglich wieder hinzubiegen, aber die meisten Traumfänger waren leider für die Katz. Als dann endlich, endlich alle fertig waren, rief ich bei Taxi-Roy an, damit er uns abholt. Ja, ok, in 20 Minuten ist er da. Fein. Kaum aufgelegt, klingelte mein Handy wieder. Taxi-Roy. Er nuschelte irgendwas, von wegen wir müssen sicher warten wenn er kommt und anderes Auto. Ich verstand gar nix. Will er mit einem anderen Auto kommen? Kommt er überhaupt? Ich versprach zu warten und hoffte dass er jetzt dann bald kommt. 2 Minuten später wusste ich was er wollte. Ein anderes Taxi kam vorbei. Das war also das andere Auto und er wollte fragen, ob wir mit dem fahren oder mit ihm, wobei wir aber dann sicher warten müssten. Na toll, weil ich wieder nix verstanden hab, müssen wir jetzt länger warten und auch noch mehr zahlen, weil er extra wegen uns nach oben kommt. Mann, ich will heim. Nach endlosen 20 Minuten, in denen wir in der Kälte warteten und die Kinder uns irgendwas auf Quechua erzählten und sich deswegen totlachten, kam er endlich. So, nix wie runter.
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Zurück in Jangas hätte ich alles für eine Suppe gegeben, aber Joana,die meine Herdplatte hatte, schlief. Also blieb ich miesgelaunt. Dann klarte es allerdings ein bisschen auf und wir beschlossen mit Dolly und auch Pulga, wenns klappt, Gassi zu gehen. Dolly lief natürlich brav mit, aber Pulga hatte total viel Angst vor der Leine, weswegen wir ihn hier liesen. Unterwegs kamen wir an der Angel-Bäckerei vorbei. Und es gab ganz ganz frische Hörnchen. Mhh, die rochen bis zu uns rüber. Ich kaufte gleich 6 Stück, für den nächsten Morgen gleich mit und wir liefen ein Stückchen mit unserer Dolly, die wieder mal alle Rüden verrückt machte. Natürlich fing es dann auch wieder zu regnen an und wir eilten zurück. Wir trafen nur eine einzige Person auf dem ganzen Weg: Juan. Als wir ihn grüßten schaute er nur mir in die Augen. Ich fragte mich, ob die Leute zu ihm jetzt auch ständig so einen Blödsinn sagen und was er wohl davon hält. Ich hoffe er denkt nicht selber auch, das aus uns doch noch was werden könnte. Schnell weiter. Wieder daheim machten wir einen weiteren Mädelsabend, diesmal jedoch bei Joana, weil Milton mit uns reden wollte. Der holte weit aus. Irgendwo in der nächsten Stadt seien andere Freiwillige aus Corea, die uns unbedingt treffen wollen. Dann gings noch um ein Fußballspiel zwischen unseren Schulen, das wir organisieren sollen. Und dann druckste er rum. Es geht darum, dass die Freiwilligen hier sind, auch etwas präsentieren sollen. Wir sind sozusagen öffentliche Personen. Ach ja? Davon hab ich aber noch nicht viel mitgekriegt, die meisten Leute hier wissen noch nicht mal das wir Freiwillige sind. Die meinen tatsächlich wir sind Touris, denen es hier halt sehr lang gefällt. Das stimmt, ich hab schon mit vielen Leuten darüber gesprochen. Milton sieht das anders. Er meint wir sollen gut aufpassen was wir machen. Ohoh, worauf will er hinaus? Zum Beispiel mit den Fiestas (wusst ichs doch). Es ist besser, wenn wir, falls wir eingeladen sind, nur zum Essen und noch ganz kurz danach bleiben und dann nach Hause gehen. Ähm, wie bitte? Das ist ja wohl total bescheuert. Erstens ist es ja wohl mehr als unhöflich, das Essen reinzumampfen und danach zu verschwinden und ausserdem war er es doch immer, der meinte wie schön es ist, dass wir so am Dorfleben teilnehmen. An der Taufe fand er es noch ganz toll, das wir nochmal gekommen sind und nun das? „Ja, und das mit dem Tanzen. Dann meint jeder, dass ihr immer nur trinkt und tanzt auf den Fiestas“. Aha. Nun, was anderes macht man da auch nicht. Ich verstand gar nix mehr. Das Tanzen ist super. Auf der Silberhochzeit waren alle total begeistert. Ich hab ja nicht umsonst ca. 20 Einladungen von den Familien zum Mittagessen gekriegt. Und Milton selbst hat ja schon 100x mit uns getanzt. Ich befürchtete, das ich Schuld daran bin, dass er aufeinmal so anders denkt und fragte ob „wir“ auf der Silberhochzeit irgendwas falsch gemacht haben, nicht ohne zu erwähnen, dass wir ja immerhin geholfen haben beim Essen und Trinken austeilen. „Nein, nein, ich mein ja nur“. Ja klar. Weiter gings: in so einem kleinen Dorf wird oft gelästert und es werden viele Gerüchte weitergereicht. Wir müssen da aufpassen. Mann, ich wurde langsam ein bissl sauer. Immerhin hat er ja die „Sabine hat Juan geküsst“- Story auf den Markt gebracht, auch wenn er es nicht zugeben will und das ist ja das oberfalsche Gerücht überhaupt. Wir blieben dabei. Seit wir auf die Fiestas gehen, kennen wir wenigstens ein paar mehr Leute. Außerdem kommt es ja wohl blöder, wenns dann wieder heisst, das die Gringos immer nur zusammen sind und sich gleich wieder nach Hause verziehen. Wir wollen ins Dorf integriert werden und Freunde finden und nicht irgendwelche besonderen, „öffentlichen“ Personen sein. Außerdem trinken wir nicht halb so viel wie alle anderen Leute hier. Wir verblieben dann auch so. Milton war nicht sehr zufrieden, aber es ist ja wohl unsere eigene Sache. Am 31.01. ist wieder eine Taufe und zwar von Daniela, meiner Cousine. Ich beschloss an diesem Tag einfach kein einziges Glas Bier zu trinken, auch wenn sie es mir mit aller Gewalt unter die Nase halten und auch sonst ganz brav zu sein. Tanzen werde ich trotzdem, nur nicht mit Juan. Gottseidank war der Tag heute dann bald vorbei.
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20.01.09 Pommes und Pulgas (Flöhe)
20.01.09 Pommes und Pulgas (Flöhe)
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Heute gings nach Jahua, wieder bis um 17 Uhr Nachmittag. Deswegen machte ich mir in der Früh noch ein Sandwich. Kurz bevor wir nach oben fuhren, kauften wir uns auch noch Chocho, das wir Mittags essen wollten. Als wir oben ankamen, waren wieder haufenweise Kinder da. Wir wollten diesmal mit den ganz kleinen Traumfänger basteln und mit den Mittleren jetzt auch Englisch machen. Zuerst mussten wir dafür jedoch wieder Stecken suchen. Wir folgten also den Kindern nach draussen, weil sie uns zeigen wollten, wo man diese am besten finden kann. Wir kletterten über ein Mäuerchen und standen – mitten auf dem Friedhof. Mh, wie schön. Hier läuft man jedoch immer ganz ungeniert zwischen den „Gräbern“ hin und her, deswegen störte es auch keinen. Als wir genügend Stecken hatten, konnte es los gehen. Hier lief es um einiges besser als gestern in Cahuish. Ich war sowieso wie ausgewechselt, weil das Wetter endlich wieder besser war und die Kinder in Jahua einfach super lieb. Auch hier waren einige Traumfänger am Ende ziemlich verhauen, aber die meisten sahen gut aus und den Kindern hat es Spaß gemacht. Der Englischunterricht mit den mittleren lief auch gut. Wir stellten uns auf Englisch vor und machten die Zahlen bis zehn. Danach hatten wir Mittag und zwar 3 Stunden lang. Wir setzten uns in die Sonne und ich aß mein Sandwich und mein Chocho und fühlte mich voll bis zum platzen. Außerdem mussten Joana und ich aufs Klo. Wir versuchten unser Glück bei der öffentlichen Toilette im Ort, die leider wieder mal zu war. Also gingen wir in den einzigen Laden den es hier gibt und fragten die Frau, ob wir bei ihr mal aufs Klo dürfen. Sie zögerte, sagte aber dann doch ja. Sie führte uns in eine Art überdachtem Hinterhof, in dem neben einem großen Waschbecken und einer Feuerstelle auch das Klo zu finden war, ein Stehklo, mitten in dem Hinterhof, mit 3 Wänden und einer Seite offen. Wenn man sich an die Feuerstelle stellt, konnte man Wunderbar ins Klo hineinsehen. Das war wohl auch der Grund, warum sie zuerst so zögerte. Während ich auf Joana wartete, ging die Frau zu ihrer Feuerstelle. „ich habe gerade gekocht. Habt ihr schon gegessen?“ Ich bejahte. „Ach, bisschen was geht schon“, sagte sie und schaufelte mir einen rießen Teller voll mit Pommes. Cool, ich war zwar schon super satt, aber die Pommes waren echt lecker. Joana und ich setzten uns zu ihr und sie erzählte uns, dass sie einmal in der Woche runter nach Huaraz fahren muss, um die Sachen für ihren Laden zu besorgen. Und wir erfuhren auch, dass sie und alle anderen nur 7 Soles fürs Taxi zahlt und nicht 10, wie es für jeden sein soll, laut den Taxifahrern. War ja klar. Während sie uns noch erzählte, dass ein Cuy 15 Soles kostet, ein Hühnchen nur 7 und ein großes Schwein 400 Soles, schaufelte sie uns noch eine Portion Pommes auf, obwohl wir wirklich nichts mehr wollten. Wir trauten uns aber nicht es stehen zu lassen und auch nicht die anderen zu holen, weil wir nicht wussten, ob sie das unhöflich findet. Dazu gabs dann in einer Tasse noch irgend ne Weizensuppe. Die war zwar echt lecker, aber ich musste mir am Schluss dann schon alles runterwürgen. Als wir schließlich wieder zurückgingen, dachte ich, ich muss sterben. So viel auf einmal hab ich, glaub ich, noch nie in meinem Leben gegessen. Puh. Während wir noch auf die nächste Stunde warteten, schrieben wir uns ein paar Quechua-wörter auf. Um 15 Uhr gings dann weiter mit den größeren zum Englischunterricht. Wir wiederholten die Zahlen und machten noch die Farben. Einige wissen schon ziemlich viel und es macht Spaß mit ihnen zu arbeiten. Nun kam noch die Stunde mit den Müttern dran. Wir dachten eigentlich, dass sie kommen und das Strickzeug vom letzten Mal wieder mitbringen. Allerdings waren alle schon fertig mit Stricken und beschwerten sich nur, dass unsere Wolle nur für ganz kleine Sachen gereicht hätte. Na toll. Diesmal hatten wir keine dabei, weil wir es uns nicht ganz leisten können, jedesmal für 30 sehr Strickfreudige Frauen, die alle Pullover stricken wollen Wolle mitzubringen. Das nächste Mal sollte es erst wieder was geben. Hm, und nun? Wir fragten sie, ob sie uns ein bisschen Quechua beibringen möchten. Also setzten wir uns zusammen und fragten nach Wörtern. Nur war das leider nicht so einfach wie gedacht. Entweder sie verstanden uns nicht, wenn wir fragten, oder wir verstanden sie nicht. Schreiben kann dort fast keine und wir schrieben alle Wörter bestimmt total falsch auf. Oft gab es das Wort, dass wir suchten in Quechua auch gar nicht, oder sie haben es vergessen. Wir füllten mühsam 2 Blätter und dann war die Stunde auch schon wieder aus. Trotzdem war es ganz lustig und wir versprachen auch, das nächste Mal wieder mehr Wolle mitzubringen.
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Abends waren wir wieder bei Joana. Sie und Anika haben seit einiger Zeit immer Stiche am ganzen Körper, die schrecklich jucken und wir vermuten deswegen Flöhe, die von Dolly kommen. Als wir so darüber redeten, klingelte mein Handy. Ich vermutete Reyna, die schon ewig mal anrufen wollte und war überrascht, als eine Männerstimme dran war: Juan. Oh Gott, das der mich tatsächlich noch anruft hätt ich ja nie erwartet. Er fragte, ob wir denn jetzt ins Thermalbad gehen. Ich verstand ihn leider so schlecht, dass wir die ganze Zeit aneinander vorbei redeten. Wir machten dann unter Ach und Krach aus, dass er sich mit mir und vor allem auch mit den anderen morgen um 8 Uhr abends trifft, damit wir darüber reden können. Hm, ich habs ihm ja versprochen, aber ob das wirklich so schlau wär? Naja, mal morgen abwarten, da können wir dann wenigstens gescheit reden.
Heute gings nach Jahua, wieder bis um 17 Uhr Nachmittag. Deswegen machte ich mir in der Früh noch ein Sandwich. Kurz bevor wir nach oben fuhren, kauften wir uns auch noch Chocho, das wir Mittags essen wollten. Als wir oben ankamen, waren wieder haufenweise Kinder da. Wir wollten diesmal mit den ganz kleinen Traumfänger basteln und mit den Mittleren jetzt auch Englisch machen. Zuerst mussten wir dafür jedoch wieder Stecken suchen. Wir folgten also den Kindern nach draussen, weil sie uns zeigen wollten, wo man diese am besten finden kann. Wir kletterten über ein Mäuerchen und standen – mitten auf dem Friedhof. Mh, wie schön. Hier läuft man jedoch immer ganz ungeniert zwischen den „Gräbern“ hin und her, deswegen störte es auch keinen. Als wir genügend Stecken hatten, konnte es los gehen. Hier lief es um einiges besser als gestern in Cahuish. Ich war sowieso wie ausgewechselt, weil das Wetter endlich wieder besser war und die Kinder in Jahua einfach super lieb. Auch hier waren einige Traumfänger am Ende ziemlich verhauen, aber die meisten sahen gut aus und den Kindern hat es Spaß gemacht. Der Englischunterricht mit den mittleren lief auch gut. Wir stellten uns auf Englisch vor und machten die Zahlen bis zehn. Danach hatten wir Mittag und zwar 3 Stunden lang. Wir setzten uns in die Sonne und ich aß mein Sandwich und mein Chocho und fühlte mich voll bis zum platzen. Außerdem mussten Joana und ich aufs Klo. Wir versuchten unser Glück bei der öffentlichen Toilette im Ort, die leider wieder mal zu war. Also gingen wir in den einzigen Laden den es hier gibt und fragten die Frau, ob wir bei ihr mal aufs Klo dürfen. Sie zögerte, sagte aber dann doch ja. Sie führte uns in eine Art überdachtem Hinterhof, in dem neben einem großen Waschbecken und einer Feuerstelle auch das Klo zu finden war, ein Stehklo, mitten in dem Hinterhof, mit 3 Wänden und einer Seite offen. Wenn man sich an die Feuerstelle stellt, konnte man Wunderbar ins Klo hineinsehen. Das war wohl auch der Grund, warum sie zuerst so zögerte. Während ich auf Joana wartete, ging die Frau zu ihrer Feuerstelle. „ich habe gerade gekocht. Habt ihr schon gegessen?“ Ich bejahte. „Ach, bisschen was geht schon“, sagte sie und schaufelte mir einen rießen Teller voll mit Pommes. Cool, ich war zwar schon super satt, aber die Pommes waren echt lecker. Joana und ich setzten uns zu ihr und sie erzählte uns, dass sie einmal in der Woche runter nach Huaraz fahren muss, um die Sachen für ihren Laden zu besorgen. Und wir erfuhren auch, dass sie und alle anderen nur 7 Soles fürs Taxi zahlt und nicht 10, wie es für jeden sein soll, laut den Taxifahrern. War ja klar. Während sie uns noch erzählte, dass ein Cuy 15 Soles kostet, ein Hühnchen nur 7 und ein großes Schwein 400 Soles, schaufelte sie uns noch eine Portion Pommes auf, obwohl wir wirklich nichts mehr wollten. Wir trauten uns aber nicht es stehen zu lassen und auch nicht die anderen zu holen, weil wir nicht wussten, ob sie das unhöflich findet. Dazu gabs dann in einer Tasse noch irgend ne Weizensuppe. Die war zwar echt lecker, aber ich musste mir am Schluss dann schon alles runterwürgen. Als wir schließlich wieder zurückgingen, dachte ich, ich muss sterben. So viel auf einmal hab ich, glaub ich, noch nie in meinem Leben gegessen. Puh. Während wir noch auf die nächste Stunde warteten, schrieben wir uns ein paar Quechua-wörter auf. Um 15 Uhr gings dann weiter mit den größeren zum Englischunterricht. Wir wiederholten die Zahlen und machten noch die Farben. Einige wissen schon ziemlich viel und es macht Spaß mit ihnen zu arbeiten. Nun kam noch die Stunde mit den Müttern dran. Wir dachten eigentlich, dass sie kommen und das Strickzeug vom letzten Mal wieder mitbringen. Allerdings waren alle schon fertig mit Stricken und beschwerten sich nur, dass unsere Wolle nur für ganz kleine Sachen gereicht hätte. Na toll. Diesmal hatten wir keine dabei, weil wir es uns nicht ganz leisten können, jedesmal für 30 sehr Strickfreudige Frauen, die alle Pullover stricken wollen Wolle mitzubringen. Das nächste Mal sollte es erst wieder was geben. Hm, und nun? Wir fragten sie, ob sie uns ein bisschen Quechua beibringen möchten. Also setzten wir uns zusammen und fragten nach Wörtern. Nur war das leider nicht so einfach wie gedacht. Entweder sie verstanden uns nicht, wenn wir fragten, oder wir verstanden sie nicht. Schreiben kann dort fast keine und wir schrieben alle Wörter bestimmt total falsch auf. Oft gab es das Wort, dass wir suchten in Quechua auch gar nicht, oder sie haben es vergessen. Wir füllten mühsam 2 Blätter und dann war die Stunde auch schon wieder aus. Trotzdem war es ganz lustig und wir versprachen auch, das nächste Mal wieder mehr Wolle mitzubringen.
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Abends waren wir wieder bei Joana. Sie und Anika haben seit einiger Zeit immer Stiche am ganzen Körper, die schrecklich jucken und wir vermuten deswegen Flöhe, die von Dolly kommen. Als wir so darüber redeten, klingelte mein Handy. Ich vermutete Reyna, die schon ewig mal anrufen wollte und war überrascht, als eine Männerstimme dran war: Juan. Oh Gott, das der mich tatsächlich noch anruft hätt ich ja nie erwartet. Er fragte, ob wir denn jetzt ins Thermalbad gehen. Ich verstand ihn leider so schlecht, dass wir die ganze Zeit aneinander vorbei redeten. Wir machten dann unter Ach und Krach aus, dass er sich mit mir und vor allem auch mit den anderen morgen um 8 Uhr abends trifft, damit wir darüber reden können. Hm, ich habs ihm ja versprochen, aber ob das wirklich so schlau wär? Naja, mal morgen abwarten, da können wir dann wenigstens gescheit reden.
jjj
21.01.09 Masken und Meisterbäcker
21.01.09 Masken und Meisterbäcker
kkk
Juchu, heute gings wieder nach Atupa, unsere Lieblingsschule. Zuerst hatte ich aber um 8 Uhr morgens noch ein Treffen mit Milton, weil er mir helfen wollte, Gas zu kaufen und anzuschliessen. Das war gar nicht so einfach, weil der komische Aufsatz zu klein war. Es strömte beim Versuch des anschliessens ziemlich viel Gas aus und die ganze Küche stank. Milton trollte sich wieder und brachte irgend einen anderen Aufsatz. Der passte. Dann erklärte er mir, wie man das alles richtig bedient. So wie sich das anhörte, ist es ziemlich gefährlich mit Gas zu kochen und ich trau mich fast gar nicht, das Ding auf zu machen. Trotzdem freute ich mich auch, weil ich jetzt endlich wieder Wasser abkochen und mir vor allem was zu Essen machen kann. Nun aber erstmal nach Atupa. Wir wollten die Luftballonmasken machen, die wir schon in Jahua probiert haben. Leider waren diesmal nur 3 Schüler da, aber das störte uns nicht weiter. Auf dem Campo packten wir unsere Utensilien aus und begannen mit dem bekleben des Luftballons. Edith war heute total aufgedreht und machte die ganze Zeit blödsinn. Als unsere Ballons trocknen sollten, spielten wir „Jägerball“, ein Spiel, bei dem einer der Jäger ist und mit dem Ball die anderen abschiessen muss. Wer getroffen ist, wird selbst zum Jäger. Ich rannte genau 30 Sekunden, dann war ich so fertig, dass ich dachte ich werd nicht mehr froh. Wow. Man gewöhnt sich wohl nie an die Höhe, das ist ja der Wahnsinn. Zum Glück wurde es bald Zeit die Ballons zu bemalen. Als wir sie gerade holten, kam noch ein anderer Junge, den wir aufforderten zu uns zu kommen. Leider hatte er ja nun keinen Ballon. Ich gab ihm meinen und während die anderen ihre Masken bemalten, malte ich einfach eine Blumenwiese auf einen normalen Ballon. Dann wurde es Zeit die Ballons aufzuschneiden. Zum Glück hat es bei jedem geklappt. Nur setzten sich alle die Masken lieber auf den Kopf, als vor das Gesicht, so dass sie aussahen wie Calimeros. Lustig war es aber schon. Als wir um 12 gehen wollten, liefen wir an einigen Eltern vorbei, die Mittag aßen. Sie riefen uns zu sich her und servierten uns noch bevor wir wussten was los war, einen rießen Teller irgend einer Pampe. Es schmeckte ganz gut, allerdings war die Menge in dem Teller bestimmt 2,5 Liter. Wir sagten zwar wir wollten zusammen nur einen, bekamen aber dann doch 3. Zum Glück gingen die Schüsseln aus, sonst hätten wir 4 bekommen. Wir aßen und aßen und es stopfte und stopfte und wurde nicht weniger. Puh. Als wir endlich fertig waren, bekamen wir auch noch 2 Schüsseln sehr fettiger Suppe. Auch die war lecker, aber mal wieder viel zu viel. Wir trauen uns aber immer nie nicht aufzuessen. Noch dazu erzählten uns die Frauen die ganze Zeit, wie arm sie wären. Also aßen wir brav alles auf, wenn sie uns schon von ihrem Essen abgeben und lobten ihre freundlichen Kinder.
***
Jetzt aber nach Hause. Ich war schon wieder kurz vorm platzen und war froh, dass es bei uns kein Mittagessen gibt, weil ich ja allein bin. Nachmittags sollten wir uns eigentlich mit dem Bürgermeister treffen, deswegen fuhren wir extra nicht nach Huaraz. Allerdings hatte er keine Zeit und wir beschlossen spontan Kuchen zu Backen, mit meinem neuen Herd. Wir kauften alles was wir brauchten und freuten uns auf einen Apfel-Schlupf-Kuchen. Mhh. Leider vergasen wir dabei, dass wir hier ja kein Rührgerät haben. Also, alles mit der Hand zammrühren. Der Teig sah deswegen auch sehr komisch aus, die Eier hatten Klumpen und ich hatte wenig Appetit auf dieses Gemisch. Nachdem Joana ca. 50 Minuten gerührt hat, sah das ganze aber schon besser aus. Todesmutig feuerten wir den Herd an und stellten das gute Stück hinein. Es sollte 40 Minuten backen – wir brauchten 2 Stunden. Währenddessen warteten wir die ganze Zeit darauf, das die Angel-Bäckerei frische Hörnchen hat. Die gabs aber auch nicht. Wir liefen 4x rüber, aber 4x wurden wir enttäuscht. Als der Kuchen dann fertig war, war er leider unten schon ein bisschen verbrannt. Trotzdem roch er super gut. Wir holten ihn recht mühselig aus der Form und deponierten ihn in Stücken auf einen Teller. Nun noch einmal zur Angel-Bäckerei. Wir packten noch ein Stück für seine Mutter ein und gingen los. Sie sah uns schon und fragte, ob wir die alten Hörnchen von heut morgen, oder die frischen, warmen wollten. Was für eine Frage. Als wir ihr unseren Kuchen schenkten, freute sie sich wie ein Kind und gab uns im Gegenzug dafür noch 2 Semmel umsonst. Schön. Freudig gingen wir zurück und – überraschten unseren Hund Pulga, wie er auf dem Tisch saß und Kuchen stibitzte. Ich hab gedacht ich seh nicht recht! Allerdings ist Pulga so süß, dass wir nicht lang sauer waren. Der Kuchen war echt lecker und wir packten die restlichen Stücke, um sie zu den Vergaras zu bringen. Sonia saß draussen mit irgend einem Kerl und sie bekam das erste Stück. Ich hoffte sie würde bald verschwinden, denn wenn sie sehen sollte, dass ich mich mit Juan treffe, aus welchem Grund auch immer, spinnt sie sich wieder irgendwas krankes aus. Diese Frau kann mich schon ziemlich nerven. Als wir in unseren Hof gingen, waren dort 3 fremde Kinder, die sich in unsere Hängematten schmissen. Wahrscheinlich wieder irgendwelche Cousins und Cousinen. Die Oma war mit den Eltern der Kinder hinten im Waschof und diskutierte irgendwas. Irgendwann kamen sie dann nach vorne und eine, mir unbekannte Frau sagte „Hola Sabine“ und legte mir die Hand auf die Schulter. Eine etwas jüngere Frau erkannte ich als eine Cousine von Milton. Sie fragte: „Welches Zimmer war das von Thomas?“ und als wir auf sein altes Zimmer zeigten, sperrte sie die Tür auf und stifelte hinein. Seltsam. Kurze Zeit später trollten sie sich. Was war das denn nun? Die Oma kam zu uns und meinte, das diese Leute bei uns (oder eher bei Joana und Anika) einziehen wollten und dass sie jetzt nicht mehr das große Bad benutzen dürften, sondern hinten ins Oma-Klo umziehen sollten. Ähm, wie bitte? Was soll dass denn und vor allem, Anika und Joana zahlen ja Miete, die kann man doch dann nicht einfach aus dem Bad schmeissen. Die Oma fing zu weinen an und erzählte, dass sie nicht will, dass irgendwelche Leute hier einziehen, weil sie sonst Angst habe. Wir beschlossen erstmal mit Milton zu reden, weil es uns schon ziemlich spanisch vorkam, dass von heut auf morgen einfach irgendwelche Leute einziehen. Ich ging wieder nach Hause. Um 8 sollt ich mich doch mit Juan treffen. Oder wars um 7? Verdammt, ich wusste es nicht mehr. Und Sonia saß auch noch draussen rum. 7 Uhr ging vorbei, ohne dass jemand kam. Also, entweder wars doch um 8, oder er war schon da und hat sich wieder verzogen. Als es dann 8 Uhr wurde, bin ich mit Anika und Joana nach draussen. Und da saß er dann. Mit DVDs. Ach Gott, das wollte er also machen. Als er fragte wann wir ins Thermalbad können erzählten wir ihm, dass wir am Samstag nach Pastoruri, einem Gletscher hier in der Nähe gehen wollten und fragten ob er mit will. Er könnte uns ja ein bisschen rumführen, wenn er dort schon mal war. Er stimmte zu und wollte auch noch Angel fragen, Prima. Ich freute mich, denn obwohl es mich nervt, dass mir jeder mit ihm was anhängt, find ichs cool, wenn wir endlich mal ein paar neue Freunde finden und nicht immer nur mit Milton rumhängen, sondern auch mal mit anderen. Wir luden ihn noch kurz zu uns ein und gingen dann um neun wieder zu Milton, weil er uns ja noch erklären sollte, was das mit den neuen Mietern in unserem Haus auf sich hat. Um 11 Uhr abends kam er dann endlich. Er erzählte, dass hier niemand reinkommt und dass die sowieso nicht einziehen wollten, weil die Küche fehlt. Aha. Und wer hat die dann angeschleppt? Egal, so lang niemand fremdes einzieht ist alles ok.
Juchu, heute gings wieder nach Atupa, unsere Lieblingsschule. Zuerst hatte ich aber um 8 Uhr morgens noch ein Treffen mit Milton, weil er mir helfen wollte, Gas zu kaufen und anzuschliessen. Das war gar nicht so einfach, weil der komische Aufsatz zu klein war. Es strömte beim Versuch des anschliessens ziemlich viel Gas aus und die ganze Küche stank. Milton trollte sich wieder und brachte irgend einen anderen Aufsatz. Der passte. Dann erklärte er mir, wie man das alles richtig bedient. So wie sich das anhörte, ist es ziemlich gefährlich mit Gas zu kochen und ich trau mich fast gar nicht, das Ding auf zu machen. Trotzdem freute ich mich auch, weil ich jetzt endlich wieder Wasser abkochen und mir vor allem was zu Essen machen kann. Nun aber erstmal nach Atupa. Wir wollten die Luftballonmasken machen, die wir schon in Jahua probiert haben. Leider waren diesmal nur 3 Schüler da, aber das störte uns nicht weiter. Auf dem Campo packten wir unsere Utensilien aus und begannen mit dem bekleben des Luftballons. Edith war heute total aufgedreht und machte die ganze Zeit blödsinn. Als unsere Ballons trocknen sollten, spielten wir „Jägerball“, ein Spiel, bei dem einer der Jäger ist und mit dem Ball die anderen abschiessen muss. Wer getroffen ist, wird selbst zum Jäger. Ich rannte genau 30 Sekunden, dann war ich so fertig, dass ich dachte ich werd nicht mehr froh. Wow. Man gewöhnt sich wohl nie an die Höhe, das ist ja der Wahnsinn. Zum Glück wurde es bald Zeit die Ballons zu bemalen. Als wir sie gerade holten, kam noch ein anderer Junge, den wir aufforderten zu uns zu kommen. Leider hatte er ja nun keinen Ballon. Ich gab ihm meinen und während die anderen ihre Masken bemalten, malte ich einfach eine Blumenwiese auf einen normalen Ballon. Dann wurde es Zeit die Ballons aufzuschneiden. Zum Glück hat es bei jedem geklappt. Nur setzten sich alle die Masken lieber auf den Kopf, als vor das Gesicht, so dass sie aussahen wie Calimeros. Lustig war es aber schon. Als wir um 12 gehen wollten, liefen wir an einigen Eltern vorbei, die Mittag aßen. Sie riefen uns zu sich her und servierten uns noch bevor wir wussten was los war, einen rießen Teller irgend einer Pampe. Es schmeckte ganz gut, allerdings war die Menge in dem Teller bestimmt 2,5 Liter. Wir sagten zwar wir wollten zusammen nur einen, bekamen aber dann doch 3. Zum Glück gingen die Schüsseln aus, sonst hätten wir 4 bekommen. Wir aßen und aßen und es stopfte und stopfte und wurde nicht weniger. Puh. Als wir endlich fertig waren, bekamen wir auch noch 2 Schüsseln sehr fettiger Suppe. Auch die war lecker, aber mal wieder viel zu viel. Wir trauen uns aber immer nie nicht aufzuessen. Noch dazu erzählten uns die Frauen die ganze Zeit, wie arm sie wären. Also aßen wir brav alles auf, wenn sie uns schon von ihrem Essen abgeben und lobten ihre freundlichen Kinder.
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Jetzt aber nach Hause. Ich war schon wieder kurz vorm platzen und war froh, dass es bei uns kein Mittagessen gibt, weil ich ja allein bin. Nachmittags sollten wir uns eigentlich mit dem Bürgermeister treffen, deswegen fuhren wir extra nicht nach Huaraz. Allerdings hatte er keine Zeit und wir beschlossen spontan Kuchen zu Backen, mit meinem neuen Herd. Wir kauften alles was wir brauchten und freuten uns auf einen Apfel-Schlupf-Kuchen. Mhh. Leider vergasen wir dabei, dass wir hier ja kein Rührgerät haben. Also, alles mit der Hand zammrühren. Der Teig sah deswegen auch sehr komisch aus, die Eier hatten Klumpen und ich hatte wenig Appetit auf dieses Gemisch. Nachdem Joana ca. 50 Minuten gerührt hat, sah das ganze aber schon besser aus. Todesmutig feuerten wir den Herd an und stellten das gute Stück hinein. Es sollte 40 Minuten backen – wir brauchten 2 Stunden. Währenddessen warteten wir die ganze Zeit darauf, das die Angel-Bäckerei frische Hörnchen hat. Die gabs aber auch nicht. Wir liefen 4x rüber, aber 4x wurden wir enttäuscht. Als der Kuchen dann fertig war, war er leider unten schon ein bisschen verbrannt. Trotzdem roch er super gut. Wir holten ihn recht mühselig aus der Form und deponierten ihn in Stücken auf einen Teller. Nun noch einmal zur Angel-Bäckerei. Wir packten noch ein Stück für seine Mutter ein und gingen los. Sie sah uns schon und fragte, ob wir die alten Hörnchen von heut morgen, oder die frischen, warmen wollten. Was für eine Frage. Als wir ihr unseren Kuchen schenkten, freute sie sich wie ein Kind und gab uns im Gegenzug dafür noch 2 Semmel umsonst. Schön. Freudig gingen wir zurück und – überraschten unseren Hund Pulga, wie er auf dem Tisch saß und Kuchen stibitzte. Ich hab gedacht ich seh nicht recht! Allerdings ist Pulga so süß, dass wir nicht lang sauer waren. Der Kuchen war echt lecker und wir packten die restlichen Stücke, um sie zu den Vergaras zu bringen. Sonia saß draussen mit irgend einem Kerl und sie bekam das erste Stück. Ich hoffte sie würde bald verschwinden, denn wenn sie sehen sollte, dass ich mich mit Juan treffe, aus welchem Grund auch immer, spinnt sie sich wieder irgendwas krankes aus. Diese Frau kann mich schon ziemlich nerven. Als wir in unseren Hof gingen, waren dort 3 fremde Kinder, die sich in unsere Hängematten schmissen. Wahrscheinlich wieder irgendwelche Cousins und Cousinen. Die Oma war mit den Eltern der Kinder hinten im Waschof und diskutierte irgendwas. Irgendwann kamen sie dann nach vorne und eine, mir unbekannte Frau sagte „Hola Sabine“ und legte mir die Hand auf die Schulter. Eine etwas jüngere Frau erkannte ich als eine Cousine von Milton. Sie fragte: „Welches Zimmer war das von Thomas?“ und als wir auf sein altes Zimmer zeigten, sperrte sie die Tür auf und stifelte hinein. Seltsam. Kurze Zeit später trollten sie sich. Was war das denn nun? Die Oma kam zu uns und meinte, das diese Leute bei uns (oder eher bei Joana und Anika) einziehen wollten und dass sie jetzt nicht mehr das große Bad benutzen dürften, sondern hinten ins Oma-Klo umziehen sollten. Ähm, wie bitte? Was soll dass denn und vor allem, Anika und Joana zahlen ja Miete, die kann man doch dann nicht einfach aus dem Bad schmeissen. Die Oma fing zu weinen an und erzählte, dass sie nicht will, dass irgendwelche Leute hier einziehen, weil sie sonst Angst habe. Wir beschlossen erstmal mit Milton zu reden, weil es uns schon ziemlich spanisch vorkam, dass von heut auf morgen einfach irgendwelche Leute einziehen. Ich ging wieder nach Hause. Um 8 sollt ich mich doch mit Juan treffen. Oder wars um 7? Verdammt, ich wusste es nicht mehr. Und Sonia saß auch noch draussen rum. 7 Uhr ging vorbei, ohne dass jemand kam. Also, entweder wars doch um 8, oder er war schon da und hat sich wieder verzogen. Als es dann 8 Uhr wurde, bin ich mit Anika und Joana nach draussen. Und da saß er dann. Mit DVDs. Ach Gott, das wollte er also machen. Als er fragte wann wir ins Thermalbad können erzählten wir ihm, dass wir am Samstag nach Pastoruri, einem Gletscher hier in der Nähe gehen wollten und fragten ob er mit will. Er könnte uns ja ein bisschen rumführen, wenn er dort schon mal war. Er stimmte zu und wollte auch noch Angel fragen, Prima. Ich freute mich, denn obwohl es mich nervt, dass mir jeder mit ihm was anhängt, find ichs cool, wenn wir endlich mal ein paar neue Freunde finden und nicht immer nur mit Milton rumhängen, sondern auch mal mit anderen. Wir luden ihn noch kurz zu uns ein und gingen dann um neun wieder zu Milton, weil er uns ja noch erklären sollte, was das mit den neuen Mietern in unserem Haus auf sich hat. Um 11 Uhr abends kam er dann endlich. Er erzählte, dass hier niemand reinkommt und dass die sowieso nicht einziehen wollten, weil die Küche fehlt. Aha. Und wer hat die dann angeschleppt? Egal, so lang niemand fremdes einzieht ist alles ok.
jjj
22.01.09 Blumen und Blödsinn
22.01.09 Blumen und Blödsinn
jjj
In der Früh brachte Milton uns noch Holz, weil wir heute in Mataquita mit den Mädchen sticken und mit den Jungs Holzarbeiten machen wollten. Also, auf gings. Leider waren zwar viele Mädels, aber nur 2 Jungs da. Wir teilten uns trotzdem auf und Anika und ich stickten zusammen mit den Mädels, während Joana und Thomas Kisten aus Holz aussägen und bauen wollten. Für meine Stickerei zeichnete ich eine mehr oder weniger gelungene Hawaii-Blume auf Papier um diese dann auf mein Tuch abzupausen. Einige Mädels wollten auch meine Blume, aber wir sagten ihnen, sie sollen sich selbst ein Motiv aufzeichnen. Ich war trotdem ein bisschen stolz, dass meine Blume ankam. Bis ich die Blumen der Mädels sah. Die waren so perfekt und schön gezeichnet, dass ich sie ihnen sofort abgekauft hätte. Naja, ich wollte erstmal zum Sticken anfangen und dann kucken wies aussieht. Die Mädels sind ja grad mal 10, da werden wir ungefähr gleichauf sein. Ich stümperte also so vor mich hin und war ganz zufrieden mit mir und meiner Blume. Nach ca. einer Stunde, ich war immer noch am Blütenblattsticken, zeigten uns die Mädels ihre bisherigen Erfolge. Aaaaahhh, ich dachte ich seh nicht recht. Mit irgend einer, hochkompliziert aussehenden Technik, hatten sie Murksfrei und in Windeseile ihren Blütentraum auf das Tuch gezaubert. Wenn ich da meines so ansah... Mir war das gleich richtig peinlich. Ich versteckte es so gut es ging und war froh als es endlich 12 Uhr war und wir aufhören mussten, um noch eine Stunde Deutschunterricht zu geben. Das hat Spaß gemacht. Und es war wirklich das erste Mal, dass unser Sorgendorf Mataquita mit Begeisterung bei der Sache war. Wir begannen mit „Hallo, ich heisse....“ und „Wie heisst du?“, reihum, so wie wir es sonst immer im Englischunterricht machen. Dann lernten wir noch die Zahlen von 1 – 5 und weil es so gut klappte, auch noch von 6 – 10. Als wir zurück zur Straße gingen, trafen wir auf Hernando, der seltsamerweise die letzten beiden Male nicht gekommen ist, obwohl er immer unser Musterschüler war. Die Mädels haben uns beim letzten Mal erzählt, dass er, Lindo und Edison, der auch nicht mehr kommt, ihren Ball geklaut hätten, den wir den Mädels geschenkt haben. Das ist schade, denn die Jungs haben alle ihren eigenen gekriegt und die Mädels nur einen für alle und den haben die Jungs jetzt auch noch geklaut. Lindo ist cool und lässt sich nicht verunsichern, aber Edison und Hernando kommen nicht mehr in den Unterricht, weil sie wissen, dass wir sie schimpfen, wegen dem Ball. Tja, Pech für Hernando, dass er uns jetzt über den Weg lief, mit einer Henne im Arm. Anika schoss gleich los: „Wo ist der Ball der Mädels“. „ich hab ihn nicht, Edison hat ihn“. „Dann sag Edison, er soll ihn bringen“. „Ich treff ihn nicht mehr, der ist in Huaraz und kommt nicht mehr“, sagt er doch knallhart und grinst dabei. Anika war ziemlich sauer, sagte er soll nicht Lügen und den Ball beim nächsten Mal bringen, sonst krachts. Als Hernando ging fragte ich ihn, ob er zur nächsten Stunde kommt. „Nein, bestimmt nicht“, sagte er und ging. Wow. Schade, ihn mochte ich immer am liebsten, gerade weil er so brav war und jetzt das. Mataquita ist einfach seltsam. Ich bin froh, dass wir noch andere Schulen haben. Den Ball sehen die Mädels wohl auch nie wieder. Tja.
***
Zuhause sind wir ziemlich bald nach Huaraz gefahren. Wir wollten auch in die Agency von Chavin-Tours, die auch Ausflüge zu Pastoruri anbietet, aber die Dame erklärte uns, dass man dort im Moment nicht hinkann, weil es zu stark regnet. Schade. Also, kein Ausflug. Anika und ich sind noch woanders hin, nämlich zu einem Karate-Meister. Wir wollen in den beiden Monaten in denen wir noch hier sind, Karate machen. Der Mann war sehr nett und ich bin voll gespannt, wie das so wird. Ist auch voll billig, kostet für 2 Monate 100 Soles und ist 2x die Woche. Ausserdem wirds Zeit, dass ich mal wieder Sport mach. Ansonsten war nicht mehr viel los heut. Ich wollte noch ein Hühnchen mit Sonia rupfen, weil sie Nino und seiner Freundin erzählt hat, ich hätte hier jetzt einen Liebhaber, Juan, mit dem ich Händchen gehalten und den ich geküsst hätte. Jetzt reichts, sie kann von mir aus mich aufziehen und Anika und Joana blöde Fragen darüber stellen, aber dann anderen Leuten diesen Blödsinn verzapfen geht einfach zu weit. Die hat doch gar keine Ahnung und ich hab ihr schon 20x gesagt, dass das nicht stimmt und trotzdem macht sie das. Wie kann man nur so furchtbar sein? Ich war ziemlich stinkig. Zu ihrem Glück war Madame aber nicht da. Tja, dann eben das nächste Mal.
In der Früh brachte Milton uns noch Holz, weil wir heute in Mataquita mit den Mädchen sticken und mit den Jungs Holzarbeiten machen wollten. Also, auf gings. Leider waren zwar viele Mädels, aber nur 2 Jungs da. Wir teilten uns trotzdem auf und Anika und ich stickten zusammen mit den Mädels, während Joana und Thomas Kisten aus Holz aussägen und bauen wollten. Für meine Stickerei zeichnete ich eine mehr oder weniger gelungene Hawaii-Blume auf Papier um diese dann auf mein Tuch abzupausen. Einige Mädels wollten auch meine Blume, aber wir sagten ihnen, sie sollen sich selbst ein Motiv aufzeichnen. Ich war trotdem ein bisschen stolz, dass meine Blume ankam. Bis ich die Blumen der Mädels sah. Die waren so perfekt und schön gezeichnet, dass ich sie ihnen sofort abgekauft hätte. Naja, ich wollte erstmal zum Sticken anfangen und dann kucken wies aussieht. Die Mädels sind ja grad mal 10, da werden wir ungefähr gleichauf sein. Ich stümperte also so vor mich hin und war ganz zufrieden mit mir und meiner Blume. Nach ca. einer Stunde, ich war immer noch am Blütenblattsticken, zeigten uns die Mädels ihre bisherigen Erfolge. Aaaaahhh, ich dachte ich seh nicht recht. Mit irgend einer, hochkompliziert aussehenden Technik, hatten sie Murksfrei und in Windeseile ihren Blütentraum auf das Tuch gezaubert. Wenn ich da meines so ansah... Mir war das gleich richtig peinlich. Ich versteckte es so gut es ging und war froh als es endlich 12 Uhr war und wir aufhören mussten, um noch eine Stunde Deutschunterricht zu geben. Das hat Spaß gemacht. Und es war wirklich das erste Mal, dass unser Sorgendorf Mataquita mit Begeisterung bei der Sache war. Wir begannen mit „Hallo, ich heisse....“ und „Wie heisst du?“, reihum, so wie wir es sonst immer im Englischunterricht machen. Dann lernten wir noch die Zahlen von 1 – 5 und weil es so gut klappte, auch noch von 6 – 10. Als wir zurück zur Straße gingen, trafen wir auf Hernando, der seltsamerweise die letzten beiden Male nicht gekommen ist, obwohl er immer unser Musterschüler war. Die Mädels haben uns beim letzten Mal erzählt, dass er, Lindo und Edison, der auch nicht mehr kommt, ihren Ball geklaut hätten, den wir den Mädels geschenkt haben. Das ist schade, denn die Jungs haben alle ihren eigenen gekriegt und die Mädels nur einen für alle und den haben die Jungs jetzt auch noch geklaut. Lindo ist cool und lässt sich nicht verunsichern, aber Edison und Hernando kommen nicht mehr in den Unterricht, weil sie wissen, dass wir sie schimpfen, wegen dem Ball. Tja, Pech für Hernando, dass er uns jetzt über den Weg lief, mit einer Henne im Arm. Anika schoss gleich los: „Wo ist der Ball der Mädels“. „ich hab ihn nicht, Edison hat ihn“. „Dann sag Edison, er soll ihn bringen“. „Ich treff ihn nicht mehr, der ist in Huaraz und kommt nicht mehr“, sagt er doch knallhart und grinst dabei. Anika war ziemlich sauer, sagte er soll nicht Lügen und den Ball beim nächsten Mal bringen, sonst krachts. Als Hernando ging fragte ich ihn, ob er zur nächsten Stunde kommt. „Nein, bestimmt nicht“, sagte er und ging. Wow. Schade, ihn mochte ich immer am liebsten, gerade weil er so brav war und jetzt das. Mataquita ist einfach seltsam. Ich bin froh, dass wir noch andere Schulen haben. Den Ball sehen die Mädels wohl auch nie wieder. Tja.
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Zuhause sind wir ziemlich bald nach Huaraz gefahren. Wir wollten auch in die Agency von Chavin-Tours, die auch Ausflüge zu Pastoruri anbietet, aber die Dame erklärte uns, dass man dort im Moment nicht hinkann, weil es zu stark regnet. Schade. Also, kein Ausflug. Anika und ich sind noch woanders hin, nämlich zu einem Karate-Meister. Wir wollen in den beiden Monaten in denen wir noch hier sind, Karate machen. Der Mann war sehr nett und ich bin voll gespannt, wie das so wird. Ist auch voll billig, kostet für 2 Monate 100 Soles und ist 2x die Woche. Ausserdem wirds Zeit, dass ich mal wieder Sport mach. Ansonsten war nicht mehr viel los heut. Ich wollte noch ein Hühnchen mit Sonia rupfen, weil sie Nino und seiner Freundin erzählt hat, ich hätte hier jetzt einen Liebhaber, Juan, mit dem ich Händchen gehalten und den ich geküsst hätte. Jetzt reichts, sie kann von mir aus mich aufziehen und Anika und Joana blöde Fragen darüber stellen, aber dann anderen Leuten diesen Blödsinn verzapfen geht einfach zu weit. Die hat doch gar keine Ahnung und ich hab ihr schon 20x gesagt, dass das nicht stimmt und trotzdem macht sie das. Wie kann man nur so furchtbar sein? Ich war ziemlich stinkig. Zu ihrem Glück war Madame aber nicht da. Tja, dann eben das nächste Mal.
öö
23.01.09 Singen und Schreibunterricht
23.01.09 Singen und Schreibunterricht
kk
Freitag – Huanja-Tag. Nachdem wir uns wieder ca. 10 Minuten am Taxistand über den Preis streiten und ärgern mussten, gings endlich hoch in eine unserer Lieblingsschulen. Heut wollten wir mit den kleinen das Alphabet durchnehmen und mit den großen die letzte Stunde wiederholen und Old McDonald singen. Diesmal kamen leider schon ein paar Kinder weniger, aber es war auch irgend ein besonderer Tag, weil der Gesundheitsladen heute aufhatte und das ist nicht alle Tage. Gut. Wir schrieben das ABC in Großbuchstaben an die Tafel und liesen es die Kinder in ihr Heft abschreiben. Einige konnten es schon ganz gut, andere haben es noch nie gesehen. Mein Liebling Teddy war noch der beste. Wir teilten uns auf und Joana hatte Teddy und einen anderen Jungen, bei denen es ganz gut klappte. Ich hatte 3 Mädels, bei denen eine noch nicht viel konnte und war gut beschäftigt. Anika hatte dann alle, die noch nie geschrieben hatten. Es machte Spaß mit den Kindern das schreiben zu üben. Als alle meine Mädels das ABC 2x abgeschrieben haben, sollten sie ihren Namen schreiben. Da diese ja immer aus vier Teilen bestehen, dauerte das auch seine Zeit und die Stunde war in Null-komma-nix rum.
Sorryyy, ich muss zugeben, da ich schon so lang nicht mehr geschrieben hab, weis ich auch nicht mehr genau was passiert ist an diesem und an einigen anderen Tagen. Ich überspringe jetzt einfach mal ganz frech den Rest und mach weiter mit ein paar eindrucksvolleren Erlebnissen, weil die Tage ja mittlerweile eh alle ziemlich ähnlich ablaufen.
Was passierte noch?
Meine Tage als alleinhausende verbrachte ich recht gut. Ich stand jeden Tag schon um halb acht auf, weil Pulga vor meiner Tür stand, kratzte und heulte. Vor lauter schlechtem Gewissen um mein Hündchen konnte ich nicht einfach so weiterschlafen. Ausserdem kam ja Frau Meerschwein auch immer recht Zeitig und erbat sich natürlich Einlass. Das störte mich aber nicht weiter, ich machte mir immer ein schönes Frühstück und genoss die Sonne, die in der Früh einfach immer am besten ist. Ansonsten hab ich viel mit den Mädels gemacht, wir haben drei Kuchen gebacken, nachdem ich mich endlich getraut habe den Gasofen zu benutzen und sie an die Leute im Dorf verteilt, bei denen es sich lohnt sich einzuschleimen. Juan wollte sich übrigens noch öfter mit mir treffen, einmal erfuhr ich, dass er mit Nino trinken war und ihn dann in der Nacht bat bei mir anzurufen, weil er mich jetzt gern sehen würde. Nino war zum Glück noch so schlau zu sagen, dass das nicht geht, weil ich bestimmt schon schlaf. Ein andermal wollte er mit uns DVD schauen, ist aber dann nicht aufgetaucht. Komischer Kauz. Naja, mir solls recht sein. Am Freitag dieser Woche wollte ich dann schließlich das ganze Haus aufräumen und putzen und einen Willkommenskuchen für Reyna und Carla backen. Aber nix da. Sie kamen nämlich schon am Donnerstag. Dummerweise war ich da auch noch in Huaraz und das Problem war, dass ich für die Küche ein neues Vorhängeschloss gekauft habe (ja, wir verschliessen alles mit Vorhängeschlössern), weil das alte klemmte. Und alle 3 Schlüssel für dieses Schloss hatte ich an meinem Schlüsselbund. Sie konnten also nicht rein in die Küche und mich auch nicht anrufen. Ich kam dann ca. 4 Stunden später und war froh, dass sie nicht sauer waren. Natürlich sah es jetzt im Haus auch noch aus wie bei den Hotten-Totten. Tja, Mist. Sie sind früher zurückgekommen, weil doch die Taufe von Daniela, meiner Cousine hier, am Samstag ist. Hätt ich auch mal dran denken können. Tja, so kanns gehen.
Am Freitag hatten wir dann auch noch was großes vor: Wir wollten in die Disco! Das erstemal seit wir hier sind gehen wir wirklich nach Huaraz in die Disco. Juchu. Nur wir drei Mädels wollten gehen, Thomas blieb daheim. Wir enterten die Disco „13 Buhos“ und bestellten uns erstmal Pisco Sour. Es waren auch noch ein paar Leute da, die wir kannten und es wurde noch sehr, sehr lustig. Das Ende vom Lied: Wir sind erst um 4 Uhr früh schlafen gegangen und am nächsten Tag sollte doch die Taufe sein. Verdammt. Um halb 10 halfen wir Reyna beim Schmücken des Restaurants. Mir war schlecht und ich war so Hundemüde. Die andern beiden übrigens auch. Wir schwänzten die Kirche und beschlossen erst um 14 Uhr zur Fiesta zu gehen, bei der wir wieder helfen wollten. Diesmal war die Essensausgabe zum Glück etwas besser organisiert und es ging alles Ratz-Fatz. Während wir so in unserer Schlange standen und das Essen weiterreichten, hörten wir den Sänger der Musikkapelle immer wieder „Alemania“ sagen. Er erzählte den Leuten wie toll es doch sei, dass die Deutschen hier bei der Fiesta mithelfen und das er noch nie so schöne Bedienungen gesehen hat usw. Das war irgendwie komisch, weil wir mitten auf der Tanzfläche standen beim arbeiten und alle uns ansahen und wir uns vorkamen wie auf einem Präsentierteller. Aber auf der anderen Seite war es ja auch nett und es freut uns, wenn es den Leuten gefällt, dass wir mithelfen. Als wir endlich fertig waren mit Helfen, wollten wir uns verzupfen. Tja, Anika und Joana durften auch. Ich nicht. „Du bleibst“, meinte Reyna, „es ist deine Familie“. Neeiiiinnn. Ich erbettelte mir um 17 gehen zu dürfen und sie begann mit der großen Vorstellrunde in der Familie. Sie packte mich an der Hand und ab gings auf die Tanz-Sitzfläche. Das hier ist mein Onkel, Cousin, Bruder, Schwipp-schwipp-schwipp-Schwager usw. Natürlich durfte ich mit jedem männlichen Familienmitglied erstmal ein Tänzchen wagen. Normalerweise find ich das lustig. Heute nicht. Es war grauenvoll. Ich wollte heim und war so müde dass ich beinahe während des Tanzens weggepennt wär. Da ich jetzt mal wieder die einzige Gringa war, stand ich auch noch unter großer Beobachtung. Ich stolperte einen, meiner Meinung nach sehr schwierigen Traditionellen Tanz mit irgend einem Onkel und alle sahen zu und nickten gönnerhaft. Hilfe. Das dumme ist, dass die Lieder hier auch noch ca. 15 Minuten dauern. Man meint immer man hätte es geschafft, aber nix da, es geht weiter. Ich beschloss nach dem 5. Tanz mal wieder zu Thomas zu flüchten, schauen was der so macht. Verdammt, er stand bei Juan und natürlich war wieder reichlich Bier am fliessen. Was tun? Wenn ich mich dazu stell, dann muss ich trinken (und ihr werdet es nicht glauben, ich wollte wirklich nicht) und mich Juan stellen und wenn nicht, dann muss ich weiter Tanzen. Ich entschied mich fürs Trinken. Thomas war in ein Gespräch mit jemandem vertieft und ich stand allein da mit Juan und seinem Kumpel. „Willst du Tanzen?“ Juan. Das fragte er auch noch bei einem Lied das sich für mich nicht tanzbar anhörte. Also wagte ich das unaussprechliche: Ich sagte Nein. Natürlich mit der Begründung, dass ich einfach zu Müde sei und nur nach Hause will usw. Aber ich sagte Nein, was man einfach nicht macht. Man, war ich mutig. Half aber nicht viel. Ein Lied später fragte er mich nämlich wieder. Also gut, was solls. Es lief Salsa. Juan schwang gekonnt seine Hüften, ich gähnte stocksteif hinterher. „Bist du irgendwie sauer?“ Oh nein, zieh ich so ein Gesicht? „Nein, nur Müde, du weist doch“. 2 ewig lange Stunden mit ca. 10 Bechern Bier und 5 steifen Tänzen war es endlich 17 Uhr. Ich schaute dass ich so schnell wie möglich heim in mein Bett komm. Bien. Am nächsten Tag erfuhr ich von Thomas, das Juan mich aufgegeben hat, nachdem er ihm auch nochmal gesagt hat, dass er keine Chance hätte. Er war kurz traurig und fragte dann nach Anika. Tja, soviel zur immerwährenden Liebe. Mir solls recht sein. Viel Spaß Anika :-)
Freitag – Huanja-Tag. Nachdem wir uns wieder ca. 10 Minuten am Taxistand über den Preis streiten und ärgern mussten, gings endlich hoch in eine unserer Lieblingsschulen. Heut wollten wir mit den kleinen das Alphabet durchnehmen und mit den großen die letzte Stunde wiederholen und Old McDonald singen. Diesmal kamen leider schon ein paar Kinder weniger, aber es war auch irgend ein besonderer Tag, weil der Gesundheitsladen heute aufhatte und das ist nicht alle Tage. Gut. Wir schrieben das ABC in Großbuchstaben an die Tafel und liesen es die Kinder in ihr Heft abschreiben. Einige konnten es schon ganz gut, andere haben es noch nie gesehen. Mein Liebling Teddy war noch der beste. Wir teilten uns auf und Joana hatte Teddy und einen anderen Jungen, bei denen es ganz gut klappte. Ich hatte 3 Mädels, bei denen eine noch nicht viel konnte und war gut beschäftigt. Anika hatte dann alle, die noch nie geschrieben hatten. Es machte Spaß mit den Kindern das schreiben zu üben. Als alle meine Mädels das ABC 2x abgeschrieben haben, sollten sie ihren Namen schreiben. Da diese ja immer aus vier Teilen bestehen, dauerte das auch seine Zeit und die Stunde war in Null-komma-nix rum.
Sorryyy, ich muss zugeben, da ich schon so lang nicht mehr geschrieben hab, weis ich auch nicht mehr genau was passiert ist an diesem und an einigen anderen Tagen. Ich überspringe jetzt einfach mal ganz frech den Rest und mach weiter mit ein paar eindrucksvolleren Erlebnissen, weil die Tage ja mittlerweile eh alle ziemlich ähnlich ablaufen.
Was passierte noch?
Meine Tage als alleinhausende verbrachte ich recht gut. Ich stand jeden Tag schon um halb acht auf, weil Pulga vor meiner Tür stand, kratzte und heulte. Vor lauter schlechtem Gewissen um mein Hündchen konnte ich nicht einfach so weiterschlafen. Ausserdem kam ja Frau Meerschwein auch immer recht Zeitig und erbat sich natürlich Einlass. Das störte mich aber nicht weiter, ich machte mir immer ein schönes Frühstück und genoss die Sonne, die in der Früh einfach immer am besten ist. Ansonsten hab ich viel mit den Mädels gemacht, wir haben drei Kuchen gebacken, nachdem ich mich endlich getraut habe den Gasofen zu benutzen und sie an die Leute im Dorf verteilt, bei denen es sich lohnt sich einzuschleimen. Juan wollte sich übrigens noch öfter mit mir treffen, einmal erfuhr ich, dass er mit Nino trinken war und ihn dann in der Nacht bat bei mir anzurufen, weil er mich jetzt gern sehen würde. Nino war zum Glück noch so schlau zu sagen, dass das nicht geht, weil ich bestimmt schon schlaf. Ein andermal wollte er mit uns DVD schauen, ist aber dann nicht aufgetaucht. Komischer Kauz. Naja, mir solls recht sein. Am Freitag dieser Woche wollte ich dann schließlich das ganze Haus aufräumen und putzen und einen Willkommenskuchen für Reyna und Carla backen. Aber nix da. Sie kamen nämlich schon am Donnerstag. Dummerweise war ich da auch noch in Huaraz und das Problem war, dass ich für die Küche ein neues Vorhängeschloss gekauft habe (ja, wir verschliessen alles mit Vorhängeschlössern), weil das alte klemmte. Und alle 3 Schlüssel für dieses Schloss hatte ich an meinem Schlüsselbund. Sie konnten also nicht rein in die Küche und mich auch nicht anrufen. Ich kam dann ca. 4 Stunden später und war froh, dass sie nicht sauer waren. Natürlich sah es jetzt im Haus auch noch aus wie bei den Hotten-Totten. Tja, Mist. Sie sind früher zurückgekommen, weil doch die Taufe von Daniela, meiner Cousine hier, am Samstag ist. Hätt ich auch mal dran denken können. Tja, so kanns gehen.
Am Freitag hatten wir dann auch noch was großes vor: Wir wollten in die Disco! Das erstemal seit wir hier sind gehen wir wirklich nach Huaraz in die Disco. Juchu. Nur wir drei Mädels wollten gehen, Thomas blieb daheim. Wir enterten die Disco „13 Buhos“ und bestellten uns erstmal Pisco Sour. Es waren auch noch ein paar Leute da, die wir kannten und es wurde noch sehr, sehr lustig. Das Ende vom Lied: Wir sind erst um 4 Uhr früh schlafen gegangen und am nächsten Tag sollte doch die Taufe sein. Verdammt. Um halb 10 halfen wir Reyna beim Schmücken des Restaurants. Mir war schlecht und ich war so Hundemüde. Die andern beiden übrigens auch. Wir schwänzten die Kirche und beschlossen erst um 14 Uhr zur Fiesta zu gehen, bei der wir wieder helfen wollten. Diesmal war die Essensausgabe zum Glück etwas besser organisiert und es ging alles Ratz-Fatz. Während wir so in unserer Schlange standen und das Essen weiterreichten, hörten wir den Sänger der Musikkapelle immer wieder „Alemania“ sagen. Er erzählte den Leuten wie toll es doch sei, dass die Deutschen hier bei der Fiesta mithelfen und das er noch nie so schöne Bedienungen gesehen hat usw. Das war irgendwie komisch, weil wir mitten auf der Tanzfläche standen beim arbeiten und alle uns ansahen und wir uns vorkamen wie auf einem Präsentierteller. Aber auf der anderen Seite war es ja auch nett und es freut uns, wenn es den Leuten gefällt, dass wir mithelfen. Als wir endlich fertig waren mit Helfen, wollten wir uns verzupfen. Tja, Anika und Joana durften auch. Ich nicht. „Du bleibst“, meinte Reyna, „es ist deine Familie“. Neeiiiinnn. Ich erbettelte mir um 17 gehen zu dürfen und sie begann mit der großen Vorstellrunde in der Familie. Sie packte mich an der Hand und ab gings auf die Tanz-Sitzfläche. Das hier ist mein Onkel, Cousin, Bruder, Schwipp-schwipp-schwipp-Schwager usw. Natürlich durfte ich mit jedem männlichen Familienmitglied erstmal ein Tänzchen wagen. Normalerweise find ich das lustig. Heute nicht. Es war grauenvoll. Ich wollte heim und war so müde dass ich beinahe während des Tanzens weggepennt wär. Da ich jetzt mal wieder die einzige Gringa war, stand ich auch noch unter großer Beobachtung. Ich stolperte einen, meiner Meinung nach sehr schwierigen Traditionellen Tanz mit irgend einem Onkel und alle sahen zu und nickten gönnerhaft. Hilfe. Das dumme ist, dass die Lieder hier auch noch ca. 15 Minuten dauern. Man meint immer man hätte es geschafft, aber nix da, es geht weiter. Ich beschloss nach dem 5. Tanz mal wieder zu Thomas zu flüchten, schauen was der so macht. Verdammt, er stand bei Juan und natürlich war wieder reichlich Bier am fliessen. Was tun? Wenn ich mich dazu stell, dann muss ich trinken (und ihr werdet es nicht glauben, ich wollte wirklich nicht) und mich Juan stellen und wenn nicht, dann muss ich weiter Tanzen. Ich entschied mich fürs Trinken. Thomas war in ein Gespräch mit jemandem vertieft und ich stand allein da mit Juan und seinem Kumpel. „Willst du Tanzen?“ Juan. Das fragte er auch noch bei einem Lied das sich für mich nicht tanzbar anhörte. Also wagte ich das unaussprechliche: Ich sagte Nein. Natürlich mit der Begründung, dass ich einfach zu Müde sei und nur nach Hause will usw. Aber ich sagte Nein, was man einfach nicht macht. Man, war ich mutig. Half aber nicht viel. Ein Lied später fragte er mich nämlich wieder. Also gut, was solls. Es lief Salsa. Juan schwang gekonnt seine Hüften, ich gähnte stocksteif hinterher. „Bist du irgendwie sauer?“ Oh nein, zieh ich so ein Gesicht? „Nein, nur Müde, du weist doch“. 2 ewig lange Stunden mit ca. 10 Bechern Bier und 5 steifen Tänzen war es endlich 17 Uhr. Ich schaute dass ich so schnell wie möglich heim in mein Bett komm. Bien. Am nächsten Tag erfuhr ich von Thomas, das Juan mich aufgegeben hat, nachdem er ihm auch nochmal gesagt hat, dass er keine Chance hätte. Er war kurz traurig und fragte dann nach Anika. Tja, soviel zur immerwährenden Liebe. Mir solls recht sein. Viel Spaß Anika :-)
