Hallo,
01.12.08 Touris und Tropfnass
Heute sollte es nach Chavin gehen, juchu. Wir sollten schon um 8 Uhr frühstücken, damit wir rechtzeitig loskommen. Natürlich wurde es wieder viertel vor neun, weil Milton wieder ewig nicht erschien. Dann konnte es aber endlich losgehen. Wir kletterten in das Auto von Nino und brausten los. Zuerst war die Strecke noch voll schön zu fahren und wir fuhren über Landstraßen, auf denen wir das einzige Auto war und wo ausnahmsweis mal kein Müll links und rechts neben der Fahrbahrn lag. Da ich noch ziemlich müde war, konnte ich dann auch immer mal wieder eine Runde pennen. Allerdings hielt das Schlafvergnügen nicht lange. Denn plötzlich bogen wir auf eine Straße ab, die mehr Schlaglöcher als Teer aufwies. Milton fuhr zum umgehen dieser Löcher immer schon halb in die Wiese und es rumpelte, dass alles zu spät war. Es wurde aber leider nicht besser, sondern immer unebener. Als entschädigung für dieses unkomode Fahrgefühl, erlebten wir jedoch eine der schönsten Landschaften, die ich je gesehen habe. Grüne Hügel mit unzähligen Steinen versehen, Wasserfälle und exotische Pflanzen.
Irgendwie stelle ich mir genau so Schottland vor, das Wetter war jedenfalls ähnlich, mit den tief hängenden, grauen Wolken. Das machte die Landschaft für mich jedoch noch faszinierender. Irgendwann, so nach 2 Stunden haben wir uns aber dann doch satt gesehen und das ewige gerottel nervte nur noch. Das ich dringend aufs Klo musste, machte das ganze nicht besser.

hab heute leider nur drei kleinere Eintraege von letzter Woche drin, da wir uns momentan in Trujillo befinden, um unser Visum verlaengern zu lassen (ja, sind schon wieder 3 Monate rum) und ich deswegen keinen PC hab, um alles abzutippen.
Werd aber dann am Sonntag, wenn wir wieder in Jangas sind, alles nachholen und naechsten Dienstag gibt es dann dafuer viel mehr Eintraege, mit allem was wir hier in Trujillo und vor allem dann in Equador erlebt haben, wo wir heute Nacht noch hinfahren.
01.12.08 Touris und Tropfnass
Heute sollte es nach Chavin gehen, juchu. Wir sollten schon um 8 Uhr frühstücken, damit wir rechtzeitig loskommen. Natürlich wurde es wieder viertel vor neun, weil Milton wieder ewig nicht erschien. Dann konnte es aber endlich losgehen. Wir kletterten in das Auto von Nino und brausten los. Zuerst war die Strecke noch voll schön zu fahren und wir fuhren über Landstraßen, auf denen wir das einzige Auto war und wo ausnahmsweis mal kein Müll links und rechts neben der Fahrbahrn lag. Da ich noch ziemlich müde war, konnte ich dann auch immer mal wieder eine Runde pennen. Allerdings hielt das Schlafvergnügen nicht lange. Denn plötzlich bogen wir auf eine Straße ab, die mehr Schlaglöcher als Teer aufwies. Milton fuhr zum umgehen dieser Löcher immer schon halb in die Wiese und es rumpelte, dass alles zu spät war. Es wurde aber leider nicht besser, sondern immer unebener. Als entschädigung für dieses unkomode Fahrgefühl, erlebten wir jedoch eine der schönsten Landschaften, die ich je gesehen habe. Grüne Hügel mit unzähligen Steinen versehen, Wasserfälle und exotische Pflanzen.
neuer Hoehenrekord!!!
ffff
Die Straße war allerdings unerbittlich, irgendwann fing sie dann an, an einigen Stellen überhaupt nicht mehr geteert zu sein. Oh wei, ich hoffte wirklich, dass wir bald da sind. Nach 3 Stunden war es dann endlich so weit: Wir waren in Chavin. Die Stadt selber, sah an einigen Stellen ziemlich heruntergekommen aus. Nur der Plaza de Armas war sehr schön gergerichtet und natürlich die paar Meter vor dem Park mit den Ruinen, weswegen wir ja hergekommen sind. Dort angekommen, kannten wir uns erst mal gar nicht aus. Das Tor war verschlossen und es standen nur eine handvoll weiser Touris davor. Alle übrigens im fürchterlichsten Touristenoutfit und ziemlich wohlgenährt. Ich tippte mal wieder vorurteilsmäßig auf Amis. Aber weit gefehlt: Es waren Holländer. Ein paar Peruaner, hauptsächlich Kinder, standen auch noch planlos rum, aber der große Besucheransturm, wie es immer hieß, war hier jetzt nicht zu sehen. Und dass, obwohl wir schon so spät dran waren. Wir warteten also eine Weile bis Milton sich mal umhören ging. Die Nachricht die er brachte war schlecht: Der Park hatte heute zu. Oh nein! 3 Stunden rottelweg für nichts und wieder nichts. Er meinte aber, wir sollten trotzdem noch abwarten, da der Reiseführer der Holländer gerade etwas mit den Parkbesitzern verhandelt und er vieleicht ausnahmsweise doch geöffnet würde. Wir beschlossen derweil zum Mittagessen zu gehen.
***
Gottseidank, ich musste doch schon ewig mal aufs Klo und das Parkklo ist natürlich im Park, wo ich nicht hin konnte. Wir latschten also nach Chavin rein, an den teuren Touristenhotels vorbei und ich freute mich das ich endlich aufs Klo kann. Aber, nix da. Kaum waren wir 300m weg, erspähte Milton den Holländerreiseführer, der wieder Richtung Park lief. Da er eine Chance wähnte, reinzukommen, drehten wir eben wieder um. Am Park angekommen, war wieder das gleiche Bild. Alle standen dumm vor dem Tor rum. Auch wir. Und zwar ca. eine halbe Stunde, ohne das sich was tat. Also, beschlossen wir nochmal zum Mittagessen zu gehen. Diesmal schafften wir 400m und setzten uns in ein ziemlich heruntergekommenes Restaurant. Ich konnte auch endlich aufs Klo und schlich durch einen Hinterhof des Restaurants, durch den mich der Besitzer geschickt hat. Die Toilette fand ich auch bald. Sie hatte eine Tür, die man nicht mal zumachen konnte (also nicht nicht zusperren, sondern nicht mal schließen) und in der Schüssel schwamm noch ein Gruß von meinem Vordermann. Hilft nix, ich musste gehen, Pfui Deibel. Als ich zurückkam, war die Bedienung gerade an unserem Tisch und Milton sagte ihr gerade, dass wir wo anders hingehen, weil es hier überhaupt keine Vegetarischen Gerichte für Anika und Joana gab. Also, wieder raus.
***
Als wir gerade 2 Meter weiter gekommen sind, kam eine Gruppe Leute vorbei und wir hörten „der Park ist auf“. OK, Ade Mittagessen, wir liefen jetzt nämlich im Affenzahn wieder zurück Richtung Park. Ich hörte nur, wie ein Peruaner schrie: „beeilt euch, es ist nur kurz auf“. Als wir ankamen gab es ein rießen Gedränge vor der Tür. Die Holländer waren schon drin, allerdings nur die Holländer und die Peruaner standen davor. Ich hörte nur: „die vier anderen weißen dürfen noch rein“ und schwupps war ich schon durchgezogen. Dann machten sie die Tür zu. Was sollte dass denn? Milton kam angelaufen und teilte uns mit, dass nur die Holländer heute reindurften und deren Führer zu den Parbesitzern gesagt hat, wir gehörten auch dazu, damit wir auch reinkommen. Das ist ja nett. Trotzdem fühlten wir uns schlecht, weil wir weißen rein durften und die armen einheimischen Kinder keinen Zutritt hatten. Das war ja genau das, was wir vermeiden wollten, dass die weißen bevorzugt werden.
Naja, von den Holländern war es nett gemeint und jetzt waren wir auch schon drin. Deren Reiseführer redete auf Engisch und wir schlossen uns der Führung an, die nur eine halbe Stunde gehen sollte (wir haben übrigens 3,5 Stunden für die Besichtigung eingeplant). Wir fingen an uns mit den Touris zu unterhalten, auf Englisch, weil sie kein Spanisch verstanden. Sie kamen nicht nur aus Holland, sondern auch aus Schweden und Finnland und machten eine 3-Wöchige Tour durch ganz Peru. Und zwar GANZ Peru vom Norden bis in den Süden in 3 Wochen!! Na Pfiat di Gott. Das ist ja Stress pur. Momentan sind sie seit 5 Tagen in Peru und haben schon 10 Touristenhotspots abgeklapptert. Und das ohne richtige Aklimatisierung in dieser Höhe. Ich kann mir das nicht vorstellen, das kann ja keinen Spaß machen. Sie schienen aber ganz zufrieden. Na gut.
***
Wir blieben dann immer an den interessantesten Plätzen stehen, der Tourguide erzählte irgendwas und dann machten sie immer irgendwelche komischen Rituale, von wegen „mit der Erde verwurzeln“, oder „den Geist befreien“, indem sie kleine Stofftücher, in denen „geheime Sachen“ eingewickelt waren, küssten und in die Luft bliesen. Es war ganz nett da zuzuschauen und auch interessant was der Guide erzählte. Ich wollte immer mit den Touris reden, die ganz beeindruckt waren, das wir Voluntarios sind, aber ich brauchte eimal 4 Anläufe, um auf Englisch zu sagen, dass unsere ältesten Kinder 15 Jahre als sind. Ich schaffte es nicht. Ich fing jedesmal wieder auf spanisch an und bekam keinen vernünftigen englischen Satz zu stande. Zum Glück ging es den andern genau so, ich dachte schon, ich bin nicht mehr ganz da. Ein Pärchen in der Gruppe hatte heute den 42 Hochzeitstag und mit viel Rührung machte der Guide mit ihnen irgendwie eine „Vermählung des Condors“, mit dem sie irgendwie ihr Hochzeitsgelübde erneuerten. Schön. Das wars dann aber auch schon wieder. Die halbe Stunde war vorbei und wir wurden rausgeschmissen.
Dabei haben wir das beste, das unterirdische Labyrinth mit einem kleinen Museum mit drin, gar nicht gesehen. Das hat uns ganz schön gestunken. Wir beschlossen ein andermal nochmal herzukommen und trösteten uns damit, das es wenigstens umsonst war, weil der Preis für die Touris mitinbegriffen in ihrer 3-Wochentour war und wir ja bei ihnen dabei waren. Dann konnten wir endlich zum Essen gehen. Es war ein nettes kleines Restaurant, in dem es allerdings auch nur Fleischspeisen gab. Anika und Joana fragten, ob die Bedienung das Fleissch nicht einfach weglassen kann und ich schloss mich an, weil ich es mittlerweile auch besser finde, Sachen ohne Fleisch zu essen und hier fällt es einem auch nicht schwer, weil es meistens eklig ist. Bei den Vergaras kriegen wir jetzt ohnehi n schon alle vier nur noch Gerichte ohne Fleisch (zum Leid von Thomas) und sonst bestell ich mir eigentlich auch nie mehr eins. Hab mich also schon dran gewöhnt und finds gut. Die Bedienung war allerdings sehr verwirrt und wollte uns gar nicht glauben, dass wir das ernst meinen.Deswegen bekamen wir unser Essen auch recht spät, nachdem Milton schon mit seinem ganzen Menü fertig war. War aber trotzdem sehr lecker.
***
Dann ging es wieder auf den holperigen Heimweg. Zuerst mussten wir aber noch am Plaza de Armas in Chavin vorbei um Fotos zu machen, weil das Miltons Lieblingshobby ist. 6 Fotos später, fuhren wir durch den Regen wieder abwärts. Wir hatten übrigens einen neuen höhenrekord: 4800m. Ich beschloss, der holperei zu trotzen und zu schlafen. Aber ich hatte keine Chance. Immer wenn ich kurz eingedöst war, holperte es besonders heftig und ich war wieder wach. Na gut, ich gab auch. Es regnete immer heftiger und die Landschaft wurde immeg grauer. Irgendwann kamen wir an einem See vorbei, der bei der hinfahrt noch wunderschön war und blau strahlte. Nun konnte man ihn kaum noch erkennen, so grau war alles. Das hielt Milton allerdings nicht davon ab, stehen zu bleiben und unbedingt ein Foto machen zu wollen. Nein, bitte nicht. Doch, doch, Foto, draußen, sofort. Innerhalb von 30 Sekunden waren wir alle pitschnass und machen ein, bwz. 5 ziemlich hässliche Fotos von uns vor dem grauen See. Endlich gings wieder ins Auto. Das war jetzt natürlich auch nass und kalt. Milton schmiss „Grupo 5“ in den Autoradio-CD-Player und Joana und ich fingen an, bei den mittlerweil nur allzu bekannten Liedern mitzusingen. Milton dachte wohl, wir wären so angetan, dass er die CD die restlichen 2 Stunden immer wieder durchlaufen ließ. Ich hatte Glück, da ich schlauerweise meinen MP3-Player mitgenommen hab und so irgendwann auf Ska-P umsteigen konnte. Die anderen mussten die Grupo 5 Beschallung durchhalten. Nachdem wir an noch 2 Plazas hielten um tropfnasse Fotos zu machen und noch 20 Minuten planlos durch Huaraz gefahren sind, kamen wir endlich daheim an. Ich fühlte mich eh schon die letzten Tage nicht mehr so taufrisch und nun konnte ich mir sicher sein, dass ich wohl eine Erkältung davontrage. Deswegen bin ich dann abends auch bald ins Bett, nachdem wir noch ein bisschen unseren Unterricht für Mittwoch vorbereitet haben.
Das heisst, einige Jungs müssen sich mit Mädelstüten begnügen, na wenn das mal gut geht. Nachdem wir eine Stunde gepackt haben, war Anikas ganzes Zimmer voll mit den Geschenktüten.
Nun fehlten nur noch die Süßigkeiten und die Klassen- und Portraitfotos, die wir jedem Kind noch in die Tüte packen wollen. Perfekt.
ggdsga
gdag
02.12.08 Ballverkaeufer und Barbietueten
Heute wollten wir mal wieder extra früh nach Huaraz, weil wir diesmal wirklich zum Frühstücken gehen wollten. Deswegen sollte es um halb neun auch schon unser kleines Frühstück bei den Vergaras geben. Wieder erwarten, holte uns Milton dann doch erst um zehn vor neun. Naja, was solls. Wir hatten heute noch einiges vor und deswegen sind wir in Huaraz dann gleich ins nächstbeste Cafe gegangen. Dort war es aber wirklich super. Ich bestellte einen Obstsalat mit Schokosauce und die anderen liesen sich Crepes schmecken. Es gab sogar Zeitungen die man sich ausleihen konnte (es war auch eine deutsche Elle von 1996 darunter) und die Bedienung war schnell und brachte das richtige. Ich fühlte mich leider wirklich nicht mehr allzu toll und bestellte deswegen unmengen Kamillentee. Weil alles so toll war, beschlossen wir, hier auch gleich Mittag zu essen. Und – es gab hier auch Spaghetti Primavera!. Und die kamen sogar richtig bei mir an. Ich war begeistert.
02.12.08 Ballverkaeufer und Barbietueten
Heute wollten wir mal wieder extra früh nach Huaraz, weil wir diesmal wirklich zum Frühstücken gehen wollten. Deswegen sollte es um halb neun auch schon unser kleines Frühstück bei den Vergaras geben. Wieder erwarten, holte uns Milton dann doch erst um zehn vor neun. Naja, was solls. Wir hatten heute noch einiges vor und deswegen sind wir in Huaraz dann gleich ins nächstbeste Cafe gegangen. Dort war es aber wirklich super. Ich bestellte einen Obstsalat mit Schokosauce und die anderen liesen sich Crepes schmecken. Es gab sogar Zeitungen die man sich ausleihen konnte (es war auch eine deutsche Elle von 1996 darunter) und die Bedienung war schnell und brachte das richtige. Ich fühlte mich leider wirklich nicht mehr allzu toll und bestellte deswegen unmengen Kamillentee. Weil alles so toll war, beschlossen wir, hier auch gleich Mittag zu essen. Und – es gab hier auch Spaghetti Primavera!. Und die kamen sogar richtig bei mir an. Ich war begeistert.
***
Danach ging es los, Geschenke für unsere Kinder kaufen, die sie zu Weihnachten erhalten sollen. Wir hatten ja schon je 50 Hefte und 50 Radiergummis besorgt, sowie 80 Geschenktüten. Fehlten noch Bälle für die Jungs, T-Shirts für die Mädels, kleine weitere Spielsachen, Haarspangen, Süßigkeiten und, und, und. Zunächst enterten wir einen Kruschtladen. „Wir hätten gerne alle Bälle die sie haben“. Da wir in dem selben Laden schon fast alle Tütenbestände weggekauft haben, zählten wir bereits zu den besten Kunden. Frau Ladenbesitzerin war ganz aufgeregt. So viele Bälle auf einmal, das erlebt auch sie nur selten. Schnell stieg sie auf eine klapprige Leiter, um die an der Decke aufgehängten Bälle runterzuholen. Vor lauter aufregung vielen sie ihr dann von ihrem Haken und krachten auf den Boden, wobei eine Vase umfiel. Hieiei. Dann packte sie sie aufgeregt in eine rießige Mülltüte. Nun brauchten wir noch Haarspangen. Frau Laden schwänzelte um uns rum und sagte andauernd „die sind schön und die sind schön und die und die und die“. Ihre weniger motivierte Kolegin schminkte sich derweil mit den Produkten, die eigentlich zum Verkauf standen und stellte sie danach fröhlich wieder ins Regal. Wir liesen die Bälle zur Abholung hier und machten uns vom Acker, richtung Kitschmarkt. Mir ging es mittlerweile immer schlechter und mir war saukalt, so dass ich nicht nur zwei Jäckchen anhatte, sondern auch noch Joanas Winterjacke, während die anderen im T-Shirt rumliefen.
***
Hier war es natürlich ein leichtes noch 20 weitere Bälle zu finden und bald waren wir so vollbepackt, dass wir den ganzen Verkehr aufhielten. Nachdem wir noch ein paar weitere sehr glitzrige Haarspangen besorgt haben, entdeckten wir einen Stand mit einem sehr alten Mann und exakt den Haarspangen, die wir wunderschön finden und die wir unbedingt haben wollten. Sie sehen irgendwie so ähnlich aus wie kleine Schleifen, die man bei Reitturnieren gewinnt und die Mädchen in Mataquita haben sie bei ihrer Schuluniform dabei. Die Kinder in Atupa haben so etwas ja leider nicht und deswegen wollten wir ihnen diese Spangen schenken. Also baten wir den alten um diese Schmuckstücke. Der verstand aber allerdings gar nichts mehr und wollte uns immer seine Hüte andrehen. Wir zeigten immer auf die Schleifen und sagten „diese Haarspangen“. Er immer: „die Hüte kosten 30 Soles“. So ginge es ca. 5 Minuten, bis Joana einfach eine Spange in die Hand nahm und er sagte „Ah, ihr wollt Haarspangen“. Richtig. Nun wollte er die anderen Haarspangen unter seinem Glastresen rausfischen. Er bückte sich, so gut es eben noch ging und fummelte, ohne irgendwas zu sehen unter seinem Tresen rum. Bis er die erste der 5 Spangen draußen hatte, vergingen weitere 2 Minuten. Wir wollten ihm helfen, aber er wollte das alleine machen. Nach einer ziemlich langen Zeit, hatten wir endlich unsere Haarspangen zusammen. Na wunderbar. Nun mussten wir nur noch die letzte Etape schaffen. Mit dem ganzen Ballgepäck durch den Markt. Erstens wollten Thomas und Anika ihre extra angefertigten Hüte holen und außerdem wähnten wir dort die besten T-Shirts für die Mädels. Schon außerhalb des Kitschmarktes kamen die ersten Jungs an und wollten unsere Bälle. Je weiter wir gingen, desto öfter hörten wir: „Seht mal, die Gringos dort verkaufen Bälle“. Oh wei, die hielten uns für Verkäufer. Es war echt komisch, sobald wir den Markt betraten, zogen wir die gesamte Aufmerksamkeit auf uns. Alle Kinder, die an uns vorbeikamen, wollten einen Ball und manche Eltern fragten tatsächlich wie viel wir dafür verlangen. Irgendwann fing ich an zu antworten „20 Soles“, was natürlich zu teuer für so einen Ball war. Aber es machte Spaß.
***
Nachdem wir an ca. 5 T-Shirtständen waren und ewig hin – und her handelten, hatten wir endlich ein paar süße Mädelsshirts. Man musste wirklich aufpassen, weil einige der T-Shirts wohl schon getragen waren, auf jedenfall hatten sie Essensreste auf sich. Im Hutladen von Thomas und Anika angekommen, gab es leider wieder eine etwas unerfreulichere Überraschung: die extra angefertigten Hüte waren wieder zu klein. Lag wohl daran, dass die Besitzer der Hutladens nur „ja, ja“ gesagt haben und ihre Köpfe noch nicht mal ausgemessen hatten. Während Thomas und Anika noch diskutierten, standen Joana und ich mit unseren Bällen draussen. Die kleine Tochter der Ladenbesitzer fing auf einmal an, Englisch zu zählen: „one, two, four, five, skisch, seben, eight, nine,ten“ und war stolz wie Oscar. Als wie sie fragten, ob sie Englischunterricht in der Schule hat, nickte sie. Auf ihrem Schultrainingsanzug stand hinten auch drauf „Happy Children Huaraz“. Wow, dann gibt es auch tatsächlich Schulen hier, an denen dass mit dem Englisch besser klappt. Bin ja gespannt, ob diese Kinder weiter kommen, als bis zu den Verwandtschaftsverhältnissen in Englisch. Die Hutladenbesitzer waren weniger fröhlich, nachdem Thomas und Anika ihre Hüte nicht kaufen wollten. Deswegen machten wir uns schnell wieder aus dem Staub. Fehlte nur noch der Schulsachenstand, bei dem wir schon die anderen Hefte und Radiergummis gekauft haben. Auf unserem Weg dorthin machten wir uns einen Spaß, in dem wir unsere Bälle schüttelten und wie die anderen Straßenverkäufer immer wieder „pellotas, pellotas, 10 Soles, 10 Soles no mas“, also „Bälle für nur 10 Soles“ schrien.
Wir waren echt eine Attraktion, den so etwas haben die hier wohl noch nie gesehen, das vier Gringos auf der Straße Bälle verkaufen. Verausschauenderweise, haben wir die restlichen 87 Hefte schon am Samstag bei Mr. Schulsachen bestellt und mussten sie jetzt nur noch holen. Dachten wir. War natürlich nicht so. Wir sind hier in Peru, wann können wir uns dass denn endlich merken? Als wir ankamen, wurde er ganz aufgeregt, rief „10 Minuten“ und verschwand. OK, er musste sie erst noch besorgen. Wir wunderten uns nicht, weil, wie gesagt, dass ist hier immer und in jedem Laden so und mann kann nichts anderes machen, als es einfach hinzunehmen und zu warten. Und das taten wir auch. Während wir so draussen standen, wurden wir wieder von den Kindern belagert. Wir mussten aufhören mit unserem Verkaufsspiel, weil die Kinder wollten wirklich die Bälle und wir mussten sie dann enttäuschen.
***
Neben dem Stand von Mr. Schreibwaren, war der Wollsachenverkaufsstand von einer Frau, die wir immer „unsere Freundin“ nennen, weil wir uns mit ihr schon öfter unterhalten haben und sie uns gewünschte Sachen auch extra Stricken lässt. Als wir darüber sprachen, dass wir wohl lieber mit dem Taxi als mit dem Colectivo fahren, weil wir so niemals in eins reinkommen würden, meinte sie, sie ruft ihren Mann an, damit er uns nach Hause fährt. Wie cool ist das denn? Als unsere Hefte schließlich ankamen, mussten wir nur noch aus dem Laden raus und dort wartete schon unser persönlicher Taxifahrer Pedro, der Mann unserer Freundin. Die kleine Tochter fuhr auch mit und durfte sich in den Kofferraum, zwischen all die Spielsachen setzen. Unterwegs erzählte Pedro uns, dass wir uns hier spielend einfach ein Haus mit Grund kaufen könnten (kostet hier weniger als bei uns ein Neuwagen) und doch ein Hotel aufmachen könnten. Es ist zwar verrückt und ich könnte es wahrscheinlich nicht übers Herz bringen, nicht mehr nach Hause zurückzukehren, aber verlockend klingt die Vorstellung, einfach hier zu bleiben, dennoch. Naja, man kann nicht alles haben und wir können ja immer wieder zu Besuch nach Peru kommen. Pedro gab uns noch seine Handynummer und bot sich als unser persönlicher Taxifahrer an und wir konnten endlich unsere Geschenktüten zusammenstellen. Ich hätte nie gedacht, das Christkindspielen so viel Spaß macht. Jedes Kind bekam seine eigene Tüte mit Namen versehen und wir kamen ein bisschen in die Bredouile, da wir schlauerweise mehr Tüten mit Barbie und Rosen hatten als Mädchen.
fdfa
fdfs
03.12.08 Schokolade und Strechtracht
Oh mann, jetzt hats mich voll erwischt. Als ich aufwachte in der Früh, hatte ich unglaubliche Halsschmerzen und Husten und ich fühlte mich so schlapp wie schon lange nicht mehr. Zum Glück ist der Unterricht am Mittwoch immer in Atupa, wo es am kürzesten ist und am meisten Spaß macht. Wir wollten ja eigentlich in Tracht dorthin gehen, aber da Thomas seine ja erst heute Nachmittag abholen kann, beschlossen wir eben zu warten. Mit Taxi-Roy fuhren wir rauf in unser Lieblingscaserio. Das Wetter war mal wieder super und wir hatten eine unbegrenzte und gigantische Aussicht auf alle Gipfel der Cordillera Blanca, die wir vom Kofferraum unseres Colectivos aus beobachten konnten. Wunderschön. In Atupa angekommen, erwartete uns leider keine schöne Überraschung: Es waren mal wieder keine Kinder da. Die Lehrerin sei nicht gekommen, informierte uns eine Einheimische. Argh. Ich fange an diese Frau wirklich zu hassen. Da haben die Kinder schon eine Schule und die möglichkeit etwas zu lernen und sie wollen es ja auch wirklich und dann haben sie so eine unfähige und faule Frau als Lehrerin. Außerdem weis sie doch, das wir am Mittwoch immer kommen, sie hätte ja nur das Schultor aufsperren müssen, den Unterricht übernehmen ja eh wir. Jetzt sind wir umsonst nach Atupa gekommen und die Kinder verpassen eine sehr wichtige Stunde über Werte. Trotzdem war ich nicht gaaaanz unglücklich, weil es mir echt nicht gut ging.
03.12.08 Schokolade und Strechtracht
Oh mann, jetzt hats mich voll erwischt. Als ich aufwachte in der Früh, hatte ich unglaubliche Halsschmerzen und Husten und ich fühlte mich so schlapp wie schon lange nicht mehr. Zum Glück ist der Unterricht am Mittwoch immer in Atupa, wo es am kürzesten ist und am meisten Spaß macht. Wir wollten ja eigentlich in Tracht dorthin gehen, aber da Thomas seine ja erst heute Nachmittag abholen kann, beschlossen wir eben zu warten. Mit Taxi-Roy fuhren wir rauf in unser Lieblingscaserio. Das Wetter war mal wieder super und wir hatten eine unbegrenzte und gigantische Aussicht auf alle Gipfel der Cordillera Blanca, die wir vom Kofferraum unseres Colectivos aus beobachten konnten. Wunderschön. In Atupa angekommen, erwartete uns leider keine schöne Überraschung: Es waren mal wieder keine Kinder da. Die Lehrerin sei nicht gekommen, informierte uns eine Einheimische. Argh. Ich fange an diese Frau wirklich zu hassen. Da haben die Kinder schon eine Schule und die möglichkeit etwas zu lernen und sie wollen es ja auch wirklich und dann haben sie so eine unfähige und faule Frau als Lehrerin. Außerdem weis sie doch, das wir am Mittwoch immer kommen, sie hätte ja nur das Schultor aufsperren müssen, den Unterricht übernehmen ja eh wir. Jetzt sind wir umsonst nach Atupa gekommen und die Kinder verpassen eine sehr wichtige Stunde über Werte. Trotzdem war ich nicht gaaaanz unglücklich, weil es mir echt nicht gut ging.
***
Wir beschlossen, wenn wir schon mal hier sind, könnten wir auch auf den Turm klettern, der glaub ich die Kirchenglocke, oder Dorfglocke oder ähnliches enthält und der ein bisschen Abseits steht. Nur, wie kommt man da hin? Wir gingen einfach mal einen Pfad entland, der in Richtung dieses Turmes führte, aber der führte irgendwie ins Tal und außerdem am rießigsten Hund der Welt vorbei der uns fleissig anknurrte. Nein, vielen Dank. Dann machten wir uns eben doch auf den Heimweg. Beim Aufstieg zur Straße,der an normalen Tagen schon anstrengend ist, meinte ich, beinahe sterben zu müssen. Ich keuchte wie eine alte Oma und die Hitze brachte mich halb um. Oh gott, Fußball hätte ich heute in Atupa bestimmt nicht spielen können. Wir gingen noch ein Stück bergab, da kam zum Glück ein Colectivo angebraust und wir quetschten uns zu viert in den Kofferraum, wo sich eine einheimische mit uns unterhielt, die dauernd Queschua mit Spanisch mixte und wir kaum etwas verstanden. Es ist aber immer wieder schön, wie toll es alle finden, dass wir hier Freiwillige sind und mit den armen Caserios zusammenarbeiten.
***
Am Nachmittag bin ich mit Thomas alleine nach Huaraz, wo wir nur ganz kurz die Tracht abholen wollten. Als wir am dem Stand der Schneiderin ankamen, sagte die uns allerdings, dass die Tracht erst um 17 Uhr fertig ist. Blöd, denn um halb 5 hätten wir eigentlich Spanischunterricht. Naja, was solls. Wir riefen Anika und Joana an, dass wir es nicht schaffen würden und gingen in eine Saftbar. So etwas gibt es hier oft, man setzt sich in eine Bar und bekommt frisch gepressten Mango, Papaya, Bananen oder Oragensaft, mit oder ohne Milch, total lecker. Dann schlenderten wir noch ein bisschen rum und entdeckten doch tatsächlich unseren allerersten Supermarkt hier in Huaraz. Wow. Nachdem wir aber ca. 100 Packungen Kekse in einem anderen Laden für die Kinder gekauft haben, trauten wir uns nicht rein, da wir Angst hatten, sie würden denken, wir hätten das alles geklaut. Also verschoben wir den Besuch auf morgen, wo wir eh für unsere Reise nach Trujillo am Freitag, noch einiges einkaufen wollten. Zurück im Kitschmarkt war die Tracht dann endlich fertig und sie sah echt super aus. Da es hier keine Umkleidekabinen gibt, nahmen wir sie einfach mit und gingen freudig Richtung Colectivo. Als wir an der Post vorbeiwatschelten, kam auf einmal Frau Auspacken heraus und sagte: „Sabine, geh schnell rein, es gibt ein Paket für dich“. Oh, cooler Service. Ich holte also schnell mein Paket ab, das meine Eltern schon vor ewigkeiten abgeschickt haben und das auf dem Landweg kam. Frau nette Post fragte mich, was auf dem Aufkleber steht, auf dem der Inhalt des Paketes vermerkt ist, „Kleidung und Süßigkeiten“. Da mir gerade „dulces“, also Süßigkeiten nicht einfiel, sagte ich einfach „Schokolade“. Frau nette Post wurde hellhörig. „Oh, Schokolade, das hätte ich auch so gern“. Weil ich mich gern einschleim, sagte ich, na gut, ich werde mal aufmachen und schauen ob was für sie dabei ist. Das tat ich dann auch und sie reichte mir ungeduldig und in freudiger Erwartung eine Schere. Aber, sie hatte Pech. Denn was ich aus dem Paket fischte, war keine Schokolade, sondern Gummibärchen. Frau nette Posts lächeln wurde etwas angestrengter: „was ist das denn? Kaugummi? Ih gitt!“ Ich muss dazu erklären, dass es so etwas wie Gummibären hier kaum gibt. Ich belies sie in dem glauben, dass es Kaugummi sei, weil ich die Gummibärchen ungern hergeben wollte und tröstete sie damit, dass ich ihr beim nächsten Mal wieder eine Schokolade aus Deutschland mitbringen würde. Das fand sie dann wieder toll und wir konnten verschwinden.
***
Wieder Zuhause probierte Thomas voller Freude die Tracht an und – sie war zu eng. Mit dem Ausmessen habens die Peruaner wohl auch nicht so. Tja, schade, jetzt konnten wir morgen wieder nicht in Tracht gehen. Naja, sind ja noch lang genung hier.
Wieder Zuhause probierte Thomas voller Freude die Tracht an und – sie war zu eng. Mit dem Ausmessen habens die Peruaner wohl auch nicht so. Tja, schade, jetzt konnten wir morgen wieder nicht in Tracht gehen. Naja, sind ja noch lang genung hier.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen