Samstag, 6. Juni 2009

Mein letzter Eintrag

Hallo liebe fleißige Leser. Es tut mir leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber wir hatten auf die letzten Tage einfach so viel Stress, das ich es nicht mehr geschafft habe. Und auch während unserer Reise war es leider unmöglich Blog schreiben. Deswegen stelle ich den letzten Eintrag eben jetzt rein.
jjj
Ich danke euch allen für das Interesse das ihr an meiner Arbeit gezeigt habt und für eure Kommentare. Ich hoffe das Lesen hat euch so viel Spaß bereitet wie mir das schreiben.



Nun also zum letzten Beitrag.


Danke für alles

Sabine


22. - 26. 09 Vorbereitungen und Vorsicht Absturzgefahr
kkk
Da unsere Arbeit hier jetzt leider dem Ende zuging, wollten wir zum Abschied noch etwas besonderes mit den Kindern machen. Zuerst stellten wir uns eine Schnitzeljagd vor – vom jeweiligen Dorf der Kinder runter nach Jangas, wo wir einen Film mit ihnen ansehen wollten. Nach längerem überlegen hielten wir die Idee dann doch nicht mehr für ganz so toll, da wir nicht soo scharf darauf waren für das etwaige Verschwinden oder für Verletzungen von Kindern verantwortlich zu sein. Es musste also etwas anderes her. Mit Milton hatten wir ursprünglich eine Campeonata geplant, also so eine Art Wettbewerb mit verschiedenen Spielen, das wurde jedoch nichts, da er seit neuestem bei Anta-Mina arbeitete und zum geplanten Datum dort war. Außerdem verstanden wir uns immer schlechter mit ihm, was nicht gerade zur Verbesserung unserer Arbeit verhalf. Nach ewigem hin und her beschlossen wir dennoch eine Campeonata zu veranstalten, jedoch ohne Milton und nur im kleineren Ausmaße. Wir wollten in jeder Schule eine eigene Campeonata machen, um die Kinder leichter im Griff zu haben und uns Stress zu ersparen. Zuerst sprachen wir unser Vorhaben in Jahua beim Direktor an. Meine Bedenken, dass die Kinder hier doch ein wenig wilder sind als die in Deutschland und es schwierig wird sie im Griff zu behalten wurden nicht gerade im Winde zerstreut als wir während der großen Pause auf den Direktor warteten und die unbeaufsichtigten Kinder sich derweil mit Steinen bewarfen. Hilfe!! Als der Schulleiter dann des Weges spazierte wurde dem ganzen dann gleich ein Ende gesetzt und alle Kinder mussten sich in Reihen von der 1. bis zur 6. Klasse, Mädchen und Jungs getrennt, zum Apell aufstellen. „Die Jugendlichen (wir) werden mit euch am nächsten Dienstag einen Wettbewerb veranstalten“. Die Kinder begeistert: „siiii“. Na also, kommt doch an. Mr. Direktor forderte sie noch dazu auf ihre Sportsachen anzuziehen und versprach dass uns die Lehrer der Schule zur Hand gehen. Na also, kann ja gar nix mehr schiefgehen! Beruhigt machten wir uns auf den Heimweg.
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Als nächstes fragten wir die Kinder in Huanja. Sie waren sofort begeistert, das Problem war nur, dass unsere Schüler zum Teil am Vormittag und zum Teil am Nachmittag Unterricht in der bereits wieder begonnenen Schule hatten und wir keinen Tag finden konnten an dem sie Zeit für eine Campeonata hatten. Auch der Samstag fiel aus, da sie an diesem Tag alle in Jangas seien, um ihre Schulsachen zu erhalten. Jangas? Da klingelte doch was, wenn sie eh schon alle in Jangas sind, können wir den Wettbewerb ja auch dort veranstalten. Wir befragten die Kinder und sie waren einverstanden. Alles klar, am Samstag also um halb 12 Uhr Mittags werden wir uns am Fußballplatz in Jangas mit den Kindern in Huanja treffen. Einige Kinder stellten uns die Frage, ob sie dort auch gegen andere Schulen antreten. Na toll, also doch mehrere? Eigentlich könnten wir Atupa ja noch dazunehmen. Mal sehen. Jetzt aber erstmal den Rest planen, was nehmen wir als Preise, welche Spiele werden wir spielen, brauchen wir eine Brotzeit? Oh je, so leicht schien dass schon gar nicht mehr zu werden.
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Und die anderen Schulen, Cahuish, Atupa und Mataquita? Da die Ferien zwar schon beendet waren aber die Lehrer wohl trotzdem noch nicht so scharf auf Unterricht, hatten wir bei unseren Besuchen in den Schulen leider niemanden angetroffen um zu Fragen.. Nachdem wir übers Wochenende dann schon mal ein paar Preise rausgezogen und besorgt haben (Wasserpistolen, Bücher, Taschen, Fußballtrikots und, und, und) machten wir uns am Montag auf den Weg nach Cahuish. Da es in letzter Zeit so stark geregnet hat, waren die Wege nach oben ziemlich gefährlich und meistens unpassierbar. Wir probierten es trotzdem und stiegen ins Taxi. Gerade als wir dachten, dass es ja gar nicht so schlimm sei, blieb unser Fahrer vor einem rießigen Steinhügel stehen. „No pase“, meinte er, ja, das ist mir auch aufgefallen. Ok, und jetzt? Es war unsere letzte Möglichkeit vor der geplanten Campeonata nochmal in die Schulen zu kommen und bescheid zu geben, wir mussten also rauf. Na gut, dann eben zu Fuß. Wir zahlten leider mehr als die Hälfte des Fahrpreises obwohl wir noch über die Hälfte Weg vor uns hatten und kletterten über den Steinhaufen. 5 Meter weiter, als wir um ein Eck bogen begegnete uns schon das nächste Hindernis: von ganz oben floss immer noch Wasser vom letzten Regenschauer nach unten und unseren Weg kreuzte ein ziemlich wilder Bach. Wir mussten einen Stein ins Wasser werfen um einigermaßen trocken rüber zu gelangen. Ich bezeichnete den Weg nach Cahuish eh schon immer gern als „Super Mario Land“ weil man ständig irgendwo rüberhupfen und von Tieren davonlaufen muss. Diesmal machte er seinem Namen aber wirklich alle Ehre. Ein Stückchen weiter oben kam die nächste Überraschung: kein Steinhaufen, dafür aber ein Dreck- und Schlammhaufen, an dem man auch nicht einfach vorbeispazieren konnte, sondern der auch überquert werden wollte. Ich, in meiner naiven Einstellung „wir fahren ja mit dem Taxi“ hatte natürlich keine Wanderschuhe sondern Chucks an. Na prima. Auf dem Weg über den ca. 2,5 Meter hohen Haufen sanken wir manchmal bis zur Wade ein. Als es geschafft war hofften wir dass wir die restlichen 500 Meter ohne weitere Probleme schaffen. Wir waren eh schon 80 Minuten unterwegs und mussten ja auch wieder heimlaufen bevor es wieder zu regnen beginnt. Einmal sollten wir noch um eine Kurve biegen, dann wären wir endlich da. Aber nix da! Ein rießen, rießen Geröllhaufen versperrte uns den Weg, der leider unbezwingbar war und nur auf einem ca. 15 cm schmalen Trampelpfad, direkt am Abgrund umgangen werden konnte. Wie schön dass auf der anderen Seite dieses Pfades schon 2 knurrende Hunde auf uns warteten. Da ich ganz vorne war machte ich mich auch als erste auf den Weg. Es war wirklich ziemlich eng. Die Hunde feuerten mich mit noch mehr geknurre an. Von Thomas hörte ich noch: „bück dich mal und tu so als ob du einen Stein hochhebst“. Haha, da kann ich gleich freiwillig in den Abgrund springen. Eine Bewohnerin von Cahuish hatte Mitleid und verscheuchte die Hunde. Meine Güte, wenn die Kinder wüssten was wir alles auf uns nehmen, nur um sie auf die Campeonata einzuladen... Endlich waren wir da. Und wir hatten tatsächlich Glück, es war Unterricht! Die Lehrerin, die nun die 3. und 4. Klasse betreute freute sich unglaublich uns zu sehen. Sie fand die Idee mit der Campeonata super und versprach am Samstag die Kinder runterzuschicken und auch selber mit ein paar Lehrern aufzutauchen. Na prima. Bisher klappte ja noch alles gut. Wir verabschiedeten uns bald wieder und machten uns wieder auf dem Heimweg.
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Am nächsten Tag in Atupa war leider niemand da, also konnten wir nur einen Zettel an der Schultür befestigen, dass wir nächste Woche eine Campeonata in der Schule machen wollen. Donnerstag gings dann nach Mataquita. Dort hatten wir schon die Woche davor mit Knutschrektor ausgemacht, dass wir an diesem Donnerstag die Campeonata in der Schule in Mataquita veranstalten. Dieser verlangte natürlich gleich ein offizielles Schreiben, bei dem wir unter viel Schleimerei um die freundliche und höchstgütige Erlaubnis bitten mussten uns Schüler auszuleihen. Nachdem er extra um unsere E-mail Adressen bat, um uns „beischeid zu geben ob es klappt“ (ja klar) und dann leider nur die von Thomas bekam, sagte er uns natürlich auch überhaupt nicht bescheid. Wir hatten also ein paar Preise und Spielutensilien im Gepäck und betraten das Schulgelände. Als wir Knutschi endlich ausfindig gemacht haben und er uns ungläubig ansah („was ist denn der Grund für euren Besuch heute?“) wurde ziemlich schnell klar, dass er trotz Schreiben und sonstigem geschleime keinem einzigen der Lehrer bescheid gegeben hatte, dass wir ihre Schüler heute für 2 Stunden ausleihen wollte. Auch die Schüler wussten von nichts und Knutschi selber tat auch so, als würde er sich nicht mehr an das Theater von letzter Woche erinnern, als er uns noch diktierte wie wir das dumme Schriftstück verfassen sollten. Na, vielen Dank. „Der Pausenhof ist doch eh viel zu Matschig für so etwas“. Super. Als wir uns darauf einigten das wir ohne Probleme mit den Schülern ein wenig weiter nach oben auf einen geteerten Fußballplatz gehen könnten, fiel ihm auf einmal was anderes ein. „Ach, da müsst ihr aber bis 1 Uhr Nachmittags warten, leider, wir haben heute nämlich um 11 Uhr Messe und ein Priester kommt extra“. Wie bitte? Und das wusste er letzte Woche noch nicht? Das kann doch nicht wahr sein. Wütend liesen wir Knutschi stehen und bahnten uns selbst unseren Weg in die Klassen um die Schüler höchstpersönlich auf die Campeonata am Samstag einzuladen. Sie waren alle total Feuer und Flamme und versprachen zu kommen. Na also, ohne einen dicken Abschiedsknutscher von Knutschi abzuwarten, flüchteten wir wieder nach unten. So, die Organisation wäre also hiermit erledigt. Morgen stand aber erstmal die Campeonata in Jahua an. Um 8 Uhr wollten wir mit dem ganzen Zeug nach oben fahren. Na, mal sehen..
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27.03.09 Campeonata und Chaos
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Jetzt war es also so weit. Die Campeonata in Jahua stand bevor. Wir packten also nicht nur die Preise und alles für die Spiele ein, sondern auch 5 Kuchen, da wir mit unseren Madres ausgemacht haben, dass wir zur Verabschiedung noch Kuchen essen werden. Oben angekommen war schon ganz schön was los. Der Schulleiter war auch schon da und ließ die Kinder erstmal wieder ihren Apell machen. Bisher sah alles noch gut aus. Auch Lehrer waren vorhanden. Da wir 5 Freiwillige waren (Anika, Joana, ich, Thomas und Joanas Freund Flo war jetzt auch dabei) hatten wir auch 5 Spiele geplant: Eierlauf (mein Spiel), Sackhüpfen (Thomas),
Luftballonzertreten (Anika), Sprint (Flo) und Ringewerfen (Joana). Wir makierten unsere Spielfelder und suchten uns im Apell jeweils eine Klasse aus mit der wir Anfangen wollten. Dann schrieben wir die Namen unserer Klasse auf und machten Namensschilder aus Klebeband, damit wir den Überblick nicht verlieren. Ich schnappte mir die 3. Klasse, da das nicht soo viele für den Anfang waren. Nach einer halben Stunde hatten wir dann doch endlich alle Namen beisammen und konnten Anfangen. Zuerst lief alles noch ganz gut. Zwei Kinder sollten mit ihrem Löffel im Mund und dem Ei auf dem Löffel bis zu einer Linie wettlaufen und ich stoppte beide Zeiten um sie aufzuschreiben. Ich war beruhigt, weil es wirklich gut klappte, auch wenn einige es nicht kapierten und immer auf ihren „Laufpartner“ warteten. Als sie fertig waren schickte ich sie zu Anika, um bei den Luftballons weiter zu spielen. Auf einmal kam eine riesen Meute Kinder auf mich zu. Die 2. Klasse. Leider hatte Flo vergessen Namensschilder mit ihnen zu machen, was ich dann noch schnell nachholte. Schnell. Haha. Bis wir fertig waren stand schon die nächste Gruppe bei mir an. Hilfe!!! Der Eierlauf war nur noch ein einziges Chaos. Um mich rum 40. wildgewordene Kinder, die ständig aufs Spielfeld liefen, jedes 6. Kind fragte mich ob es den Löffel oder das Ei (eigentlich ein bunter Ball) geschenkt haben kann und irgendwann fehlte dann auch tatsächlich ein Ball. Die Teilnehmer liefen nicht immer bis zur Linie und meine Stoppuhren wollten auch nicht mehr so gut mitspielen. Als die 2. Klasse endlich fertig war und ich mit der schon ewig wartenden 4. Klasse anfangen wollte, fehlten dort bereits schon einige Kinder, die einfach schon mal heimgegangen sind. Die 2. Klasse, die ich zu Anika schickte stand auf einmal wieder vor mir und meinte, es gebe kein Spiel mit Anika. Stimmt. Keine Anika, keine Luftballons. Als ich sie bei Joana entdeckte, erzählte sie mir das sie das Luftballonsspiel nicht durchführen konnte, da die meisten Kinder ihre schon zertrampelten bevor die anderen überhaupt einen Luftballon hatten. Tja. Konnt ich jetzt leider auch nichts machen, ich hatte ja die 4. Klasse zu betreuen. Da es ja nun nur noch wenige waren, ging es relativ reibungslos über die Bühne, obwohl einige auch schon keine Lust mehr hatten und lieber in die falsche Richtung liefen. Andere stellten sich dafür 2x an oder schupften ihren Gegner weg. Die 5. + 6. Klasse, die wir zusammenfassten war wieder ein bisschen bräver und als mir nur noch die 1. Klasse fehlte war ich schon wieder ein bisschen erleichtert. Nur... wo war die 1. Klasse? Ich habe noch keine gesehen. Auf der Suche nach irgend einem Kind aus der 1. das mir seine Kameraden zeigen konnte, lief mir dann auf einmal einer mit Löffel und Ball über den Weg. Her damit! Es war das reinste Chaos. Ich schaffte es tatsächlich ca. 5 Kinder aus der 1. Klasse ausfindig zu machen, die ich alle einzeln mit Löffel und Ball losschickte, bevor sie mir wieder abhauten. Der Rest war bei seinen Muttis, die scheinbar irgendwas für uns kochten, oder sonstwo und hatte wohl kein Interesse am Eierlauf. Meine Güte. Als ich die Zeit vom letzten Bimpfi aufgeschrieben hab, flüchtete ich mich ins „Lehrerzimmer“, einer Kammer in der Joana und Anika schon fleißig am Auswerten von der Zeit waren. Thomas und Flo waren noch nicht fertig mit ihren Spielen. Ich aber war fertig mit den Nerven. Wenn das hier schon so ein Chaos war, wie wird es dann erst am Samstag? Als wir alle Bögen beisammen hatten und die jeweiligen Klassen- sowie die 3 Gesamtsieger ausgewertet hatten, ging es an die Preisverleihung. Die Kinder sollten sich wieder in ihre Apellreihen aufstellen und auf ihre Preise warten. Komischerweise waren jetzt wieder alle da. Jeder Teilnehmer bekam Bonbons und Stifte, die jeweiligen Klassensieger je ein Fußballtrikot mit Strümpfen und die Gesamtsieger noch Wasserpistole und Bücher.
Die Preise
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Während der Preisverleihung schlich ich mich noch schnell aufs Klo, dass man nicht zusperren konnte, weswegen ich wartete bis die Kinder in ihrer Appellstellung sind und nicht weg können. Sicher wie ich mich fühlte stieß ich gleich die erste Tür zum Steh-Plumpsklo auf – und rannte direkt in einen Mann mit Hut, der über, oder genauer gesagt AUF dem Loch, über das man sich normalerweise stellt, SAß!!! Ah, vor schreck lief ich gleich 5 Schritte rückwärts. Was der Mann da trieb konnte ich nicht genau feststellen, weil ich so schnell wieder abgehauen bin, dass ich nichts genaues gesehen hab. Vieleicht war er auch besoffen. Jedenfalls schaute ich, dass ich wieder weg komm. Pfui Deifel!
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Bei der Preisverleihung waren dann auch die Lehrer anwesend, die wir während der Spiele kein einziges mal gesehen haben. Kein Wunder, sie waren nämlich in einem der Klassenzimmer und haben sich besoffen! Vielen Dank. Dementsprechend waren sie dann auch unterwegs, vor allen Kindern sturzbetrunken und haben sich aufgeführt wie auf dem Volksfest. Wir waren echt schokiert. Allerdings waren wir die einzigen die das juckte, die Eltern, die tatsächlich für uns kochten, fanden das wohl total normal. Oh je, hier galt es noch einiges zu verändern. Als das ganze offiziell dann vorbei war, mussten wir noch ca. 3 Stunden warten, weil wir mit unseren Strickkreis-Madres ja noch das Kuchenessen ausgemacht haben. Wir gingen erstmal wieder ins Lehrerzimmer, weil irgendwelche fremden Madres ja für uns gekocht haben. Sogar extra ohne Fleisch, weil sie ja wussten das Anika und Joana keines Essen. Es gab Kartoffeln mit irgend einem grünen Gemüse wo ich leider den Namen vergaß, und es schmeckte richtig gut! Allerdings häuften sie uns einen rießigen Berg auf den Teller, so das wir das beim besten Willen nicht Essen konnten. Ein kleiner, armer Hund lief immer um uns rum, der so abgemagert war, dass man alle Rippen zählen konnte. Er tat uns so leid, das er von uns alle Reste des Essens abbekam. Wir hatten zwar ein schlechtes Gewissen, weil das alles ja extra für uns war, aber wir hätten es eh nicht gepackt und der Hund hatte es um einiges mehr nötig als wir. Außerdem konnten wir so leergegessene Teller präsentieren und was die Madre nicht weis macht die Madre nicht heiß! Gut. Später setzten wir uns wieder nach draußen und warteten auf das Kuchenessen. Währenddessen kamen immer mal wieder Kinder vorbei und wollten unbedingt unserer Säcke, die wir fürs Sackhüpfen verwendet haben, von uns geschenkt. Das ging natürlich nicht, da wir sie ja nochmal brauchten. Endlich, um 3 Uhr tauchten die ersten Strick-Madres auf. Mit einem Kochtopf! Oh nein, bitte, die kochen doch jetzt nicht auch noch für uns? Und der Kuchen? Nach ca. 1 Stunde stellte sich heraus, dass die Frauen tatsächlich für uns kochten und zwar Kartoffeln und Chocho, unser Lieblingsgericht, wie sie wussten. Wie süß! Obwohl wir immer noch proppenvoll waren, konnten wir sie natürlich nicht enttäuschen. Wir bekamen also wieder rießenhafte Portionen ausgehändigt und konnten uns diesmal leider nicht mehr im Lehrerzimmer zum heimlichen Hundefüttern verstecken. Zu unserem einen Hund haben sich mittlerweile schon 4 verhungerte Kameraden und eine Katze dazugesellt, die herzerweichend Miaute. Irgendwie schafften wir es, immer mal wieder eine Kartoffel fallen zu lassen, die die schlauen Viecher unauffällig fraßen. Danach gab es dann natürlich noch den Kuchen, den wir auch noch essen mussten, um den Madres zu zeigen, dass es in Ordnung ist ihn jetzt zu essen. Puh. Nach längeren Verabschiedungen und der Einladung jederzeit wieder nach Jahua kommen zu können, verließen wir schließlich die Schule und kugelten nach Jangas runter. Was für ein Tag!
jjj
28.03.09 Größere Campeonata und größeres Chaos
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Heute war also der ganz, ganz große Tag! Die Campeonata in Jangas. Nachdem es ja jetzt nicht so der Brüller in Jahua gewesen ist, war ich ziemlich aufgeregt. Aber sie sollte ja erst um halb zwölf beginnen und ich hatte an diesem Tag noch was anderes vor, nämlich nach Lima fahren und meine Freundin Kathi am Flughafen abholen, weil sie mit uns in den nächsten 2 Monaten rumreißen wollte. Also hätte ich gerade mal eine Stunde bei der Campeonata, da der Bus um 1 in Huaraz losfuhr. Da ich ja dann fehlte, sollten Carla und Reiyna mithelfen. Ich saß gerade am Frühstückstisch, als es um 8 Uhr an der Tür klopfte. Reyna machte auf, kam wieder und fragte wann denn die Campeonata losginge. Warum? „Es stehen 5 Mädchen aus Mataquita vor der Tür, die wegen der Campeonata gekommen sind“. Was? Na prima. Ich glaubte mich zu erinnern das wir dir Uhrzeit sogar extra an die Tafel geschrieben haben, damit es auch jeder mitkriegt. Ich ging also nach draußen. Vor mir standen unsere Lieblingsschülerin Yulie und 4 weitere Mädels. „Warum sind denn noch keine anderen da, wir sind wegen der Campeonata runtergekommen“. Mein Einwurf, es würde erst um halb zwölf losgehen wurde überhört. Naja, kann ja mal vorkommen, 5 Mädels sind ja leicht in den Griff zu kriegen. Ich marschierte mit der Truppe rüber zu den Vergaras, wo Anika, Joana und Flo wohnen. Diese schliefen noch friedlich und ahnten nichts. Als sie verschlafen vor mir standen war die Freude groß. Wir hatten nämlich noch nichts vorbereitet, geschweige denn wussten wir was wir nun mit den Kindern so lang anstellen sollen. Und Duschen, Zähneputzen usw? Hm. Wir holten die Kinder in den Garten, plazierten den Fernseher und den DVD-Player auf eine Bank draußen und legten einen Film ein. Nicht gerade pädagogisch wertvoll, aber wir wussten uns im Moment nicht weiter zu helfen.
Da warens noch ein paar Kinder weniger
öö
Anika und ich wollten schnell eine Limo kaufen gehen. Als wir zurück kamen, wartete die nächste Überraschung: Auf uns liefen 2 Klassen aus Cahuish zu. „Wir sind da wegen der Campeonata!!“ Das kann doch nicht wahr sein.. Diesmal war ich mir 100% sicher, dass wir 11.30 gesagt haben, sogar zur Lehrerin. Tja, jetzt waren sie schon da, also, rein in den Garten und vor den Fernseher. Der Platz war nun schon ein wenig eng. Die andern gingen schnell Frühstücken und ich blieb kurz mit den Kindern allein. Thomas konnten wir nicht erreichen. Als ich so mit ihnen den Film anschaute, sah ich auf einmal ein Ärmchen durch das Gitter am Eingangstor winken. Oh, oh. Ich ahnte schlimmes. Ich ging runter, öffnete die Tür, und... 10 weitere Kinder standen da. Haha. Prima. Vor dem Fernseher war mittlerweile leider kein Platz mehr. Irgendwie bekamen wir die Kinder dann noch irgendwie unter und ich ging schnell nach Hause um Reyna zu sagen dass wir schon etwas früher mit der Campeonata anfangen. Als ich zurückkam liefen mir bereits einige Kinder wieder entgegen, nach draussen. „Wo wollt ihr denn hin?“ „Wir kommen zurück“. Aha. Tja, ich wusste jetzt leider auch nicht,inwiefern wir nun für die Kinder verantwortlich waren, oder nicht. Jedenfalls warteten andere Kinder noch auf der Treppe. Allein. Toll. Von Flo erfuhr ich dann, dass Anika und Joana gerade heimlich die Preise verpacken. Wo er hinging weis ich nicht mehr, jedenfalls stand ich schon wieder allein mit den Kindern da. Und die hatten mittlerweile das Interesse an dem Film verloren. Sie rannten durch den Garten , setzten sich zu 3. in unsere Hängematten oder verschwanden auf der Straße. Oh mann! Ich sah schon Platzwunden und Gehirnerschütterungen vor mir, weil 12 Kinder aus 4 Hängematten fallen oder beim Treppengeländer runterrutschen unsaft aufkommen. Aaaahhhh! Ich holte die andern, wir mussten jetzt irgendwas machen. Am besten gleich auf den Fußballplatz. Aber es fehlten ja immernoch die Kinder aus Huanja. Wegen denen war das ganze Theater ja eigentlich in Jangas.. Es half nix. Wir schickten Flo nach oben um Thomas in seinem Haus abzuholen und gingen los. Das heist, Anika und ich gingen los und Joana blieb um auf Flo zu warten, damit der weis wo er hin muss. Auf dem Fußballplatz fingen wir an Gruppen zu bilden. Die Kinder aus Huanja sind mittlerweile auch eingetroffen, ganze 5 Stück. Der Rest, der unbedingt bei der Campeonata mitmachen wollte ist schon wieder heim. Heieiei, unsere Kinder verstanden es wirklich uns nach all der Zeit den Abschied um einiges leichter zu machen... naja, es waren ja mittlerweile auch schon genug Kinder da, was solls. Die paar Huanja-Kinder steckten wir also nach Mataquita und wir machten 4 Gruppen, 2 Cahuish-Gruppen mit Kindern von 7 – 9 und von 10 – 12 Jahren und das selbe mit Mataquita/Huanja. Bei der Namenserfassung gabs dann leider schon Probleme, einige sagten ihre Namen gar nicht, andere sagten ihn doppelt, es ging schon wieder lustig zu. Als wir es dann doch geschafft hatten, einigten wir uns darauf, einfach 2 Gruppen gegeneinander antreten zu lassen und nur das erste Spiel – Eierlauf – zu spielen, um das Chaos zu vermeiden. Die anderen 2 Gruppen sollten derweil zuschauen und anfeuern. Auf den Zuschauerrängen konnten wir mittlerweile einige Leher und Eltern vernehmen. Jetzt hieß es eine gute Campeonata absolvieren, damit es nicht peinlich wird. Wir hatten also diesmal eine viel bessere Organisation als das letzte Mal. Zwei von uns (Joana und ich) hatten je eine Stoppuhr um je ein Kind zu messen, Anika und Flo passten noch dazu auf und Thomas stand hinten an der Ziellinie um zu beobachten ob die Kinder auch brav drüber gingen. Am Anfang gings ganz gut, nur dass sich die Kinder aus Mataquita weitaus besser anstellten als die Kinder in Cahuish, die, wenn z.B. ihr Ball runterfiel das Rennen abbrachen und wieder zurück an den Start gingen. Irgendwann wurde es den kleinen Zuschauern dann jedoch langweilig und anstatt anzufeuern, schupften sie lieber die Gegenspieler, oder wenns gar nicht anders ging, auch die Kinder aus ihrer eigenen Mannschafft, damit deren Ball runterfiel. Jedes Mal nach einer neuen Runde musste ich die Kinder wieder hinter die Linie schaffen, weil sie immer wieder ins Spielfeld liefen. Die anderen fingen mittlerweile an auf die beiden Fußballtore zu klettern, die aufgestellt waren. Da der Platz aus Beton war, fanden wir das natürlich nicht so klasse. Erst als uns die Leher zur Hand gingen konnten wir wieder alle auf den Boden holen.. Oh, wei. Mittlerweile sollte dann auch mal jemand von uns losgehen und die Brotzeit für die Kinder holen. Leider hatte ich keine Zeit mehr, weil ich mich jetzt wirklich auf den Weg nach Lima machen musste. Nicht gaaaaanz so traurig verlies ich den Ort des Geschehens.
bei der Preisverleihung
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Die Reise nach Lima und zurück verlief relativ ruhig und nun war Kathi auch in unserem Bunde. Eigentlich waren wir ziemlich müde und wollten nur noch ins Bett, als wir nachts um 9 in Huaraz ankamen. Als wir die Türe zu Reynas Hof öffneten, stand Renzo vor uns und begrüßte mich recht muffelig, was ziemlich untypisch war. Nanu? In der Küche wartete dann eine weitere Überraschung: Carla hatte ein Schild gebastelt, auf dem „Bienvenida Kathi“ (Herzlich Willkommen Kathi) stand. Wie süß. Reyna wollte unbedingt dass wir unser Gepäck gleich nach oben bringen, deswegen schleppten wir unsere Rucksäcke eben hoch. Als ich die Tür öffnete, fiel mir auf, dass irgendwas komisches am Boden liegt. Seltsam. Irgendwann hab ich festgestellt dass es Luftballons sind, es war ja dunkel. Als wir das Licht anmachten, sahen wir auf einmal die anderen: „Überraschung!“ Sie hatten alle Luftballons die noch vom nichtmehr praktiziertem Luftballonzertreten übrig waren aufgeblasen und sich in unserem Zimmer versteckt. Zusammen mit ca. 100 Luftballons. Da das Zimmer ziemlich klein ist, konnte man wirklich sagen dass wir von Luftballons umringt waren. Am tollsten fand das natürlich Renzo. Auf einmal war er gar nicht mehr muffelig, sondern stürzte sich auf die Luftballons und tobte, dass man Angst haben musste er erstickt jetzt dann bald, weil er keine Zeit mehr zum Atmen findet. Der Grund für seine schlechte Laune war auch, dass er gesehen hat, dass jemand in mein Zimmer geht und Reyna ihn eben nicht nach oben lies. „Sag mir die Wahrheit!!!“ rief er, als sie meinte niemand wäre oben und „Mentirossa!!“ (Lügnerin). Heieiei. Nach ca. einer Stunde toben hatten wir dann aber echt genug und wollten endlich schlafen. Jetzt hatten wir noch genau zwei Tage bis wir auf unsere Rundreise gehen wollten und uns verabschieden mussten.
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30.03.09 Abendessen un Abschiedsparty
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Heute war ein ziemlich stressiger Tag. Am Vormittag haben wir gepackt und Mittags waren wir denn zu Omar, dem Bruder von Reyna zum Essen eingeladen, weil dieser Geburtstag hatte. Kathi und ich waren alleine und ich musste mich erst daran gewöhnen, immer für sie zu übersetzen. Die meisten konnten es gar nicht glauben, dass sie nur zum Urlaub machen in Peru war und dachten sie wäre nun unsere Nachfolgerin. Die Suppe und der Hauptgang schmeckten ihr nicht so recht. Kein Wunder, an meinem ersten Tag hätte ich das Zeug auch noch nicht angerührt, mittlerweile aß ich aber sowieso fast alles. Nach ca. 10 Gläschen Wein, die uns noch aufs Auge gedrückt wurden sind wir dann auf nach Huaraz. Wir hatten nämlich noch etwas zu besorgen. Heute Abend sollte eine kleine Party steigen, die wir organisieren mussten. Eingeladen waren unsere Familien, weitere 10 Familien die wir kennen gelernt hatten und natürlich unsere Freunde. Wir besorgten 2 Kisten Bier und 2 Kuchen und hofften das möge reichen. Zuerst waren wir aber zu Thomas Gastfamilie zum Abendessen eingeladen. Es gab Papa Rellena, eines unserer Lieblingsgerichte und wir saßen alle draußen am großen Familientisch. Thomas und Anika sind ja jetzt Taufpaten von Oliver, dem Sohn von Thomas Gastschwester und der war natürlich auch da und völlig begeistert von so viel Besuch. Der Gastvater, Jushti ist immer ein wenig emotional und stimmte auch gleich eine Rede auf uns an. Das er hoffe dass wir uns wiedersehen und dass wir immer in ihren Herzen weiterleben werden. Er schaffte es uns alle zum Heulen zu bringen und so war das Essen eine relativ ruhige Sache. Langsam wurde auch die Zeit knapp, die Party stand bevor. Wir verabschiedeten uns von Jushti und dem Rest der Familie, nicht ohne noch ca. 50 Fotos zu schiessen und liefen nach unten. Die Party sollte im Hof der Vergaras stattfinden, wohin wir nun auch das Bier schleppten. Wir mussten auch noch die Bänke aufstellen und Musik herbeischaffen. Als schließlich alle Familien da waren, waren wir ca. 40 Leute. Ganz schön viel. Der Kuchen reichte genau aus und als wir alles verteilt hatten, musste Thomas noch schnell eine kleine Rede halten. Dann gings los ans Tanzen. Reyna schaffte mir an, mir einen Mann aufzufordern, der mit mir Tanzen sollte. Einer von den Vätern der Famillien. Na toll. Ich lief zu dem nettesten Vater der mir einfiel und forderte ihn zum Tanzen auf. Und.. er sagte doch tatsächlich NEIN. Was? Das geht nicht, ich sagte ihm: „das geht nicht, sie müssen Tanzen“ und wollte ihn auf die Tanzfläche ziehen, da wurde er ganz verlegen und erklärte mir, dass sein Vater vor kurzem gestorben sei und er nicht tanzen dürfe. Ups. Peinlich. Sein Sitznachbar hatte Mitleid und ging stattdessen mit mir Tanzen. Die anderen hatten sich Kinder geholt, Feiglinge. Als das Lied dann aus war, sollte ich schon wieder einen Vater auffordern. Ich sah aber nicht ein immer als einzige für die tanzenden Gäste verantwortlich zu sein und überredete die anderen sich gefälligst auch einen Vater zu schnappen.
Der Abend zog sich so dahin und es war wirklich sehr nett. Nach und nach gingen die Familien dann wieder nach Hause und übrig blieb noch die jüngere Generation, Angel, Juan, Milton, Thomas Gastgeschwister Jamisch und Meira und Milbia, die Tochter von Omar. Nun wurde die Party natürlich etwas wilder, es wurde gut getrunken und vor allem Milton hatte ziemlich einen hinter der Binde. Er wollte ständig tanzen und war sehr anhänglich. Juan, der ja seit neuestem in Anika verliebt ist, tanzte am Anfang mit jeder nur nicht mit mir, je später es jedoch wurde, desto öfter wurde ich dann auch mal von ihm aufgefordert. Der wird mir auch immer ein Rätsel bleiben. Um 3 Uhr machten wir irgendwann mal die Musik aus, weil wir wirklich Hundemüde waren. Ich ging dann auch Heim. Zum Glück. Die anderen tranken nämlich noch ziemlich viel Rum, wie ich am nächsten Tag gehört und an den Gesichtern auch sehen konnte.
Zu später Stunde
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31.03.09 Der letzte Tag
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Jetzt war es also so weit: Unser letzter Tag in Jangas stand bevor. Der Vormittag lief noch ziemlich normal ab, wir packten noch die letzten Sachen zusammen und aßen ganz normal mit Reyna und Renzo zu Mittag. Zum Abendessen wollten Kathi und ich eigentlich Krautkrapfen kochen, weswegen wir uns auf den Weg machten und einen Kohl, als Krautersatz kaufen wollten. Das war natürlich wieder mal leichter gesagt als getan. Ich war an einem einzigen Tag noch nie in so vielen Läden wie an diesem. Aber in jedem bekamen wir das gleiche zu hören: Kohl? Gibt es nicht. Im ca. 300. Laden, wir wollten schon aufgeben, hatten wir dann doch tatsächlich Glück. Wir bekamen einen nicht mehr ganz so frischen Kohl ab und machten uns voller Tatendrang auf den Weg nach Hause. Aber... ich hatte leider etwas vergessen. Den Schlüssel für das Vorhängeschloss an unserer Hoftür hatte ich schon heute Vormittag abgegeben. Und nun war es versperrt. Und niemand weit und breit in Sicht. Na gut, normalerweise ist Reyna in so einem Fall immer kurz beim Einkaufen und kommt sofort wieder. Wir setzten uns also vor das Tor und warteten. Nach 15 Minuten fing es zu tröpfeln an. Na, toll. Also machten wir uns auf den Weg zu den Vergaras. Weitere 10 Minuten später fing es an zu schütten wie aus Eimern. Mir war mittlerweile auch kalt, da meine Klamotten schon durchnässt waren und ich im 10 Minutenabstand immer mal wieder nach Hause lief, um zu sehen ob sie denn schon da wäre. Aber jedesmal stand ich wieder vor dem verschlossenen Tor. Das Problem war, das die Zeit langsam knapp wurde, da wir kochen mussten und unser Bus um halb elf fahren sollte, das heisst wir mussten um halb zehn nach Huaraz und uns davor noch von allen verabschieden. Irgendwann griffen wir zur Notlösung und schickten Flo, der ziemlich lang ist, über die Mauer in Reynas Hof, damit er in die nicht abgeschlossene Küche eintreten kann und den Schlüssel rausholt. Als der erstmal drin war gaben wir ihm unsere Einkäufe, damit er sie schonmal verstauen kann. Aber da hatten wir schon das nächste Problem: Die Küchentür ging nicht auf! Na so was, die ist doch normal nie zugesperrt. „Doch, die geht nicht auf“, Flo war felsenfest davon überzeugt. Mist. Ok, dann musste er eben über die Mauer wieder zurück, die auf der Hofseite jedoch um einiges Höher war. Und jetzt? Wir konnten nichts anderes tun als abwarten. Nach ca. 2 Stunden und weiteren 15 minütlichen Nachschauaktionen war das Schloss endlich offen. Leider war es jetzt auch schon halb sieben. Reyna ist wegen des Regens nicht heimgegangen und hatte ganz vergessen, dass ich keinen Schlüssel mehr habe. Tja. Das wars dann mit den Krautkrapfen. Zum Glück hatten wir aber noch die Weißwürste in der Dose, die mir meine Eltern geschickt haben. Dann sollte es wenigstens die geben, als allerletztes Abendessen. Leider merkte ich schon beim öffnen, dass da was nicht stimmen kann. Die Würste rochen als hätten sie schon kleine Bewohner. Ich schaute auf das Ablaufdatum: genau der heutige Tag. Tja. Ich denke die 2 Monate Zoll haben ihnen vieleicht auch nicht so gut getan. Dann freuten sich wenigstens unser Hund Pulga und die Katze Blanca darüber. Reyna verschwand wieder, um mit Hühnchen und Pommes zurückzukommen. Soviel zu unserer tollen Kocherei. Nun wurde es auch langsam Zeit. Wir packten unsere Rucksäcke und gingen zusammen mit Reyna, Carla und Renzo rüber zu den Vergaras. Dort waren auch schon Thomas mit Begleitung und natürlich Anika, Joana und Flo mit den Vergaras und Angel. Jetzt ging alles sehr schnell. Mit Milton wollten wir nach Huaraz fahren. Wir verabschiedeten uns nacheinander von allen. Natürlich war das wieder seht Tränenreich. Auch Milton-Oma war dabei und sich von ihr zu verabschieden war irgendwie am traurigsten, weil wir sie ziemlich sicher nie wieder sehen werden, auch wenn wir in ein paar Jahren mal wieder zu Besuch kommen. Dann stiegen wir alle ins Auto. Winkten noch einmal und das wars dann. Ciao Jangas, bis irgendwann mal!
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Am Busbahnhof hielt Milton dann noch eine Rede. Das wir die besten Freiwilligen wären, die je in Jangas gearbeitet hätten (na das hörten die vom Cuerpo de Paz aus den USA bestimmt gern) und wir seien ja alle eine große Familie und jederzeit Wilkommen. Dann umarmte er uns nochmal und war weg! Das wars dann. Alles vorbei. Wir standen zunächst ein wenig bedröppelt rum,bevor wir uns dann aber auch wieder freuten. Auf daheim und vor allem auf die 2 Monate Rundreise durch Peru, die uns noch bevorstand. Auf in ein neues Abenteuter!

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