Dienstag, 4. November 2008

Zusammenfassung 28.10 - 04.11.08

Hallo, hab mal wieder viele Neugikeiten fuer euch.
Ich weis, dass meine Berichte jetzt immer kuerzer werden und das manchmal Bilder fehlen oder sonst irgendwas nicht passt. Das liegt einfach daran, dass wir jetzt viel mehr zu tun haben, da wir ja jetzt auch noch den Selbstvertrauen-Unterricht haben und dass wir auch alle vier taeglich an unserem Blog schreiben und uns den einen PC teilen muessen.

Ausserdem ist fast taeglich 2 Stunden Stromausfall...

Ich hoffe es macht euch trotztdem noch ein bisschen Spass hier zu lesen. Fuer diese Woche fehlt der Montag, den hole ich am Donnerstag nach.

Bis bald, eure Bine


28.10.08 Kinderschreck und Kuerbiskerne


Heute wollten wir, so wie letzte Woche, die Schule von einer der Vergara-Schwestern besuchen. Diesmal war Sonia an der Reihe. Wir fuhren also nach Carhuaz, wo die Schule sein sollte. Waehrend der Fahrt im Colectivo, sass Thomas einem kleinen Kind gegenueber. Das kleine war die ganze Zeit froehlich und guckte so vor sich hin – bis es Thomas erblickte. Sofort fing es an fuerchterlich zu weinen und die Mutter musste es beruhigen. Oh oh, Thomas, das wuerde mir zu denken geben. An der Schule angekommen, wurden wir mit grossem Tara begruesst. Aus ca. 15 kleinen Kehlen schlatte uns in ohrenbetaeubender Lautstaerke „BUENOS DIAS“ entgegen. Diese kleinen erste – und zweitklaessler waren die ersten Kinder, die absolut nicht schuechtern waren. Dann sangen sie uns gleich darauf ein ebenso lautes Lied, das irgendwie so ging: „BUENOS DIAS MIS AMIGOS, COMO ESTAN?“ und darauf mussten wir immer, wenn moeglich genauso laut „MUY BIEN“ rufen. Es war sehr lustig. Danach wollten wir Fotos machen. Auch hier war es anders als mit den anderen Kindern, denn die Kinder waren ganz wild darauf fotografiert zu werden. Wir versuchten wieder ein Foto mittels Selbstausloeser zu schiessen. Natuerlich war das wieder leichter gedacht als getan. Alle Kinder quetschten sich vor die Tafel und wir versuchten die Kameras mittels Kartons wenigstens ein bisschen auf die richtige Hoehe zu bekommen, da die Tische vonden Kindern absolut winzig sind. Nachdem einmal die Koepfe und beim zweiten Mal die Haelfte der Klasse weggeschnitten waren, haette es beim 3x beinahe funktioniert, waere Sonia nicht so neugierig gewesen und haette den Kameras beim Selbstausloesen, hatuerlich indem sie dahinter stand, zusehen muessen. Da wir das Foto aber als Ueberraschung zusdrucken und im Rahmen herschenken wollten, musste Sonia natuerlich mit drauf. Also, nochmal eins. Diesmal hat es sogar wirklich geklappt. Kaum ist der Blitz verebbt, rannte die Meute voller freudiger Aufregung zu den kameras und wolte sich selbst auf Fotos sehen. Ich musste meine richtig festkrallen, weil die Kinder si mir sonst aus der Hand gerissen haetten und ich mir keine 3. Kamera in 2 Monaten haette leisten koennen. Sonia sagte dann auch zu den Kindern, sie sollen die Kamera blos nicht anfassen, da ihre Haende so schmutzig waeren. Sie selbst hatte sogar Plastikschutzaermel um ihre Jacke angezogen. Ganz schoen krass.
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Nachdem die Kinder uns lautstark verabschiedet haben, machten wir uns, nicht ohne das wir vorher das Versprechen gaben wieder zu kommen, auf den Weg nach Huaraz. Ein Colectivo hielt leider nicht fuer uns an, dafuer aber ein Doppeldeckerbus. Dieser sah zwar sehr schaebig und ramponiert aus, aber wir stiegen natuerlich trotzdem ein. Milton erklaerte uns, das dieses Prachtstueck fuer 10 Soles (2,50 Euro) bis nach Lima faehrt. Es sei ein bisschen Gefaehrlich, aber so ein Bus wird auch nur 1-2x ausgeraubt. Na, das ist ja beruhigend. Als wir in Huaraz ausstiegen, sah ich, das vorne am Bus die Stossstange total ramponiert war und ein Srueck sogar ganz fehlte. Uns so will der nach Lima fahren? Dann doch lieber Cruz del Sur.
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Dann sind wir mit den Maedels erst mal in den Kitsch-Markt. Die beiden Vegetarierinnen waren gany begeistert von all den totan Tieren, die hier so rumhaengen. An einem Stand wollten wir ein Kissen kaufen. Die Verkaeuferin hatte eine kleine Tochter, die auf einem Bobbycar friedlich vor sich hingurkte. Bis sie in den Stand ihrer Mutter schaute - und Thomas sah – und (Ueberraschung) zu weinen anfing. Mann, mann, mann, was war denn da los? Ich an seiner Stelle, wuerde mal ueber mein Outfit nachdenken :-P
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Schnell kaufen wir noch ein Nutella und verschwanden wieder, bevor wir noch mehr Kinder erschreckten. Wir erledigten so dies und das und gingen danach schoen Essen. Als wir schliesslich zu unserem Internetcafe des Vertrauens wollten, fing es auf einmal wie aus Eimern zu Regnen und zu Gewittern an. Also sind wir einfach in ein Internetcafe in Naehe des Colectivostandes gefluechtet. Mir fiel dann auch ein, dass ich eigentlich um 14 Uhr daheim anrufen wollte, zu dumm, das es bereits halb vier war. Also wollte ich ganz schnell Skype runterladen. Haha! Der PC war so langsam, das es ewig dauerte. Ich schrieb derweil ein paar E-Mails, aber die Tastatur klemmte auch noch. Prima. Als ich schon 98% Skype runtergeladen hab, war – wer haetts gedacht? – der Strom weg. NEIN!!! Da mich die Tastatur eh genervt hat, fragte ich ob ich den PC wechseln duerfte, da die Tastatur spinne, wie ich der Internetdame erklaerte. Sie erwiderte darauf: „der Computer funktioniert nicht, weil wir gerade Stromausfall haben“. Ach, ne. Ich sagte, ich weis, aber ich will woanderst hin, weil an diesem die Tastatur klemmt. Sie: „nein, die PCs gehen nicht, weil wir gerade Stromausfall haben“. Arrgh! Nachdem 3. ungluecklichen Versuch setzte ich mich einfach woanderst hin. Als der Strom wieder ging, bemerkte ich, dass der noch langsamer war und die Tastatur ebenfalls spinnt. Ich fing trotzdem an, wieder Skype zu installieren. Diesmal klappte es dann auch und nach weiteren 30 Minuten konnte ich endlich zuhause anrufen. Natuerlich war keiner da.

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Meine Familie war zwar online, allerdings nicht vor dem PC. Doch ich hatte Glueck: Nachdem ich es am Festnetz hab anklingeln lassen, ging endlich jemand vor den Pc. Kaum haben wir mehr als „Hallo“ zueinander gesagt, ging auf einmal mein Kopfhoerer nicht mehr. Das kann doch nicht wahr sein! Ich fragte die Internetcafetante ob ich den Hoerer wechseln koenne. Die war eh schon so genervt von mir, dass sie mir diesen Wunsch ohne weiteres Nachfragen gewährte. Mit dem neuen Kopfhörer ging es allerdings noch viel schlechter. Prima. Nachdem ich es ca. 50 mal probiert hab, wollte ich wieder den anderen Kopfhörer. Blöderweise saß an diesem PC jetzt schon ein Mädchen dran. Ich gestikulierte also wild um ihr verständlich zu machen, das wir jetzt sofort Kopfhörer tauschen, während Thomas im Hintergrund immer wieder darum bat ich solle ihm Skype auf den Stick ziehen, weil es bei ihm nicht funktioniert. Ich war schon total in Rage, keine Zeit! Ein weiterer Testanruf und endlich hat es geklappt. Juchu. Nach ca. einer halben Stunde telefonieren war dann auf einmal wieder alles weg. Arrgh! Eine halbe Stunde war vorbei und die Internetcafetante hat mich aus dem Netz gehauen, dabei wusste sie doch, das wir „unendlich“ bestellt haben. Meeeensch. Als ich ihr gesagt hab ich will eine halbe Stunde mehr, ging auf einmal gar nix mehr. Manno, wir sind dann gegangen, alle vier total zwieder.
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Wir beschlossen nun doch durch den Regen zum Internetcafe unseres Vertrauens zu gehen. Also los. Als wir 20 Minuten später, klitschnass ankamen, informierte uns der Interntecafetyp das es kein Netz gebe. Oh Mann. Also sind wir zum nächsten Internetcafe gelatscht. Auch kein Netz. In ganz Huaraz. Blöd. Resigniert sind wir wieder den ganzen Weg zurück zum Colectivoplatz und missmutig heimgfahren. Abends gabs dann irgend nen komischen Pudding zum Essen, mit Kürbirskernen, weil ja bald Halloween sei. Die Vergaras machen da gerade mit mir sehr viele Späße, weil ich rote Haare hab und deswegen eine Hexe sei. Schön wärs. Die Kürbiskerne musste man so komisch knacken und dann das innere im Mund rauslutschen. Hat ewig gedauert, bis man mal fertig war mit essen, aber es hat geschmeckt.



29.10.08 Shitschuhe und Schmusehunde

Heut sind wir mit den Mädels nach Atupa. Da wir jetzt immer so viele sind, ist es einfacher mit dem Colectivo nach oben zu fahren. Als wir da waren, hielten wir zuerst die Katholische-Feiertage-Stunde und noch ein bisschen über Deutschland im Winter. Es macht so viel Spaß mit den Kindern in Atupa zu arbeiten, da diese keinen Mucks von sich geben, wenn wir da vorne stehen uns erzählen und uns gespannt zuhören. Danach gings an die Fragebögen, die die Kinder in Cahuish schon ausfüllen sollten. Thomas sollte derweil Word auf die PCs installieren und wir drei Mädels wollten beim ausfüllen helfen. Es war der Wahnsinn. Die Kinder hier taten sich noch schwerer als die Kinder in Cahuish. Einige brauchten für die 3 ersten Fragen fast eine halbe Stunde und sie wollten sich auch nicht so gern helfen lassen. Die Jungs waren ein bisschen schneller und nach ca. einer Stunde fertig. Bei den Mädels brauchte die langsamste ungefähr eineinhalb Stunden. Sie hätte beinahe zu Weinen angefangen, weil sie die Fragen nicht richtig verstand und weil sie nicht richtig schreiben konnte. Diese Kinder sind 11 – 15 Jahre alt! In Deutschland wären diese Blätter in null komma nix ausgefüllt. Es ist wirklich schlimm zu sehen, wie es mit der Schulbildung hier bestellt ist.



Die Kinder in Atupa habens am schwersten


Die kleineren Kinder, die ja im selben Klassenzimmer waren, da es nur eines gibt, beschäftigte ich derweil damit, das ich an die Tafel sämtliche Symbole für den Winter und katholische Feiertage aufgemalt habe, die diese Abzeichnen sollten. Da war ein Nikolaus dabei, der Osterhase natürlich, ein Schneemann, Schlittschuhe und ein Weihnachtsbaum. Es hat ihnen voll Spaß gemacht und mich hats auch gefreut, weil sie mir danach alle ihre Bilder geschenkt haben. Am besten war, das sie ihre Bilder als Weihnachsvaom und Shitschuh bezeichnet haben.
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Als wir endlich fertig waren, teilte ein Junge die Brotrationen, die die Schulen von der Regierung gespendet kriegen, aus. Wir bekamen, wie immer, auch eins. Milton erzählte uns, das die Rationen gekürzt werden und das das kleine Häufchen, das noch da lag, die letzten Brote seinen. Wenn sie Glück haben, gibt es im Dezember wieder welches. Das finde ich schrecklich. Die Kinder sind auf dieses Brot wirklich angewiesen. Ich legte mein Brot wieder zurück zu den anderen, und Thomas und die Mädels taten es mir gleich. Wir brauchen das wirklich nicht. Ich hab mir überlegt, das ich mal mit Milton rede und vieleicht gelingt es mir, mit meinen Spenden diese brotfreie Zeit zu überbrücken und die Kinder, zumindest in Cahuish und Atupa und wenn möglich auch in Mataquita, durch von mir gekauftes Brot versorge. Ich hoffe das klappt, weil das wirklich sehr, sehr wichtig ist.
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Fußball fiel heut leider (?) aus, da wir so viel Zeit mit den Fragen benötigt haben. Als wir aufs Colectivo warteten, kam natürlich mal wieder keiner. Milton rief wieder seinen Kumpel an, der, der so gerne seine Freundin mitnimmt, die ihn dann dauernd schlägt. Heute war sie zum Glück nicht dabei. Der Taxifahrer heisst übrigens Roy. Joana und ich nutzten die Gelegenheit und schwangen uns in den Kofferraum. Der arme Roy war ganz aus dem Häuschen und betonte immer wieder, das wir uns doch vorne reinsetzen sollen und der Peruaner, der schon im Auto saß, in den Kofferraum muss. Wir wollten aber nicht. Schließlich gab er auf und holte noch schnell einen Lappen, um den Kofferraum sauber zu machen. Da saßen wir aber schon drin. Er konnte es gar nicht fassen, das wir sauberen Gringas uns freiwillig in den dreckigen Kofferraum setzen. Dann ging die Fahrt los. Es war total lustig, obwohl man sich schon sehr gut festhalten musste.
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Zuhause bei den Vergaras, gabs dann zur Freude unserer Vegetarierinnen Huhn. Ich erbarmte mich und nahm auch noch Joanas Schlägel, war eh nicht so viel essbares dran. All das eklige Zeug hab ich heimlich an Dolly verfüttert, die unter dem Tisch saß. Dieser Hund ist wirklich ein Geschenk Gottes. Leider hat Tania sie dann rausgeschmissen, gerade als ich ein besonders fettiges und ekliges Stück unter den Tisch hielt. Neeeinnn. Ich beteuert dass Dolly nicht stört, aber es half nichts, sie musste raus. Zu meiner Freude schlich sie sich jedoch 5 Minuten später wieder rein. Ich wurschtelte also wieder was ekliges aus dem Schlägel, da wurde sie schon wieder rausgeschmissen! Das gibts doch nicht, sons ist sie doch auch den ganzen Tag in der Küche. Ich gab auf. Immerhin hab ich zwei Schlägel gegessen, damit muss sich Milton-Mama zufrieden geben.
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Am Nachmittag sind wir dann bei widerlichstem Wetter zum Bürgermeister gegangen. Er war nicht da, obwohl die Uhrzeit ausgemacht war. Mir machte das nichts aus, ich hatte eh nicht so viel lust, aber Milton bestand darauf zu warten. Mann, war das langweilig. Wir standen also im ziemlich kalten Rathaus rum und von oben schallte in voller Lautstärke der Fernseher runter, der für die wartenden aufgestellt wurde. Könnten sie in Deutschland auch mal machen. In irgendwelchen Behörden einfach nen Fernseher aufstellen und Ruhe. Endlich kam dann der Herr Bürgermeister, nach ca. einer halben Stunde warten. Er schoss dann gleich los und erzählte, dass die Peruaner so stolz auf ihr Land sind, obwohl die Spanier alles zerstört hätten und das er es sehr gut findet, das wir den Kindern helfen mehr Selbstvertrauen zu erlangen. Ich verstand sogar fast alles, obwohl er sehr schnell geredet hat. Ich gab mir aber auch Mühe, weil es mir so vorkam, als würde er fast die ganze Zeit mich anschauen, beim Reden. Naja. Diesmal machten wir dann auch wirklich ein Foto, das haben wir beim ersten Mal ja einfach vergessen und da war er glaub ich schon ein bischen enttäuscht.

Beim Buergermeister


Danach gings dann auch gleich noch zur Hospedaje, Spanischunterricht, zum letzten Mal, hoffentlich! Ich nahm mir vor, dass ich diese blöde Tafel heimtrage, wenn Milton mal wieder sagt, sie passe nicht in den Colectivo. Als wir ankamen pisste es natürlich wieder in voller Wucht. Wir gingen wieder in den ehemaligen Gastraum, der jetzt leider total verwahrlost ist und sehr ungemütlich. Kaum waren wir drin, kamen auch schon die zwei aufdringlichen Hunde. Heute waren sie schlimmer denn je und weil sie auch noch Nass waren, stanken sie wie die Pest. Alle Versuche sie rauszuwerfen scheiterten, weil die Glastüren alle Kaputt waren und die Hunde immer wieder reinkamen. Milton stellte dann allerlei Abfall vor die Tür, aber die Hunde wanden sich immer wieder durch. Eigentlich ist es ja traurig. Diese zwei, durchaus hübschen Tiere, kriegen so wenig Liebe, dass sie uns, nur weil wir sie ein paar Mal gestreichelt haben, bis ans Ende der Welt folgen würden. Trotzdem, es hilft nichts, sie stören wenn wir Unterricht machen wollen und deswegen mussten sie draussen bleiben. Nachdem neben einem kaputten Tischgestell noch zwei Stüle vor dem Eingang standen, war endlich ruhe. Unsere Profesora erklärte wieder allerlei unverständliches, aber Anika und Joana konnten zum Glück ein bischen übersetzen.
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Als es ans Heimgehen ging, hätten wir dann beinahe die Tafel vergessen. Gott bewahre. Dann standen wir am Straßenrand, es war Nass, es war kalt und kein Colectivo wollte für 6 Leute + riesiger Tafel halten. Wir warteten ca. eine halbe Stunde und ich wusste wieder, warum ich diese Hospedaje so hasse. Irgendwann gaben wir auf und beschlossen zu laufen. 4 Km, besser als bloß blöd rumzustehen. Irgendwann kam dann wieder unser Kumpel Roy, der Spezial-Taxifahrer. Anika und Joana setzten sich wieder in den Kofferraum, nur leider konnten sie nichts sehen, weil die riesen Tafel die Sicht aus dem Fenster versperrte.
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Abends besprachen wir die Fragebögen von Cahuish und Atupa. Viele waren sehr traurig. Einige Kinder schrieben, dass sie von ihren Eltern geschlagen werden. Andere finden es schlimm, dass sie immer so schmutzig sein müssen und dass sie so oft arbeiten müssen. Fast alle, gaben bei der Frage, was ihnen am wenigsten gefällt, oder wovor sie Angst haben an, dass sie bis in der Nacht ihre Tiere auf den Feldern hüten müssen und sie sich fürchten die gefährlichen Wege in den Bergen in der Dunkelheit zu gehen. Bei der Frage, was sie am meisten brauchen, schrieben fast alle Stifte, Hefte oder Geld. 2 Kinder gaben sogar an, dass sie Brot und Wasser bräuchten. Wir haben beschlossen, dass wir den Kindern zu Weihnachten Päckchen machen, in die wir ganz viele Stifte, Hefte, Süßigkeiten, Spielzeug und was zu Anziehen packen wollen und noch weitere Sachen, die wir uns noch überlegen.
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Es standen aber auch total süße Sachen in den Bögen, z.B. bei „wie sehe ich mich selber“ , gaben viele Kinder „alegre“ also „Fröhlich“ an. Andere schrieben sie seinen sehr glücklich mit ihrer Familie oder sie seien froh dass sie so gute Freunde haben. Fast allen ist es am wichtigsten, dass sie die Schule beenden können und später mal Anwalt oder Arzt werden, was ich aber befürchte, dass das zumindest bei den meisten unmöglich ist. Die Kinder sind alle sehr ehrgeizig, kein einziges gab nicht an, das es unbedingt viel lernen will. Es ist traurig zu sehen, dass sie dazu keine Möglichkeit haben, weil sie einfach zu Arm sind und die Schulen zu schlecht. Bei unserer Auswertung, fielen uns ca. 8 Kinder auf, bei denen wir mit den Eltern reden müssen, weil sie von ihnen geschlagen werden, oder weil sie nachts alleine auf den Wegen gehen müssen. Ich hoffe es nützt etwas. Ein Kind gab an, dass es im Auftrag der Eltern stehlen soll. Das ist hart. Ich bin gespannt, wie wir das regeln sollen. Aber versuchen müssen wir es auf jeden Fall.


30.10.08 Knutsch-Rektor und Kofferraum

Heut waren wir in Mataquita. Ich hab Anika und Joana schon gewarnt, dass hier der Knutsch-Rektor haust. Zuerst tauchte der jedoch gar nicht auf. Wir sind also gleich in die 9. Klasse und hielten unsere Bayern-Stunde. Dabei entspann sich zwischen Thomas und mir (Bayern) ein kleiner Konflikt mit Anika und Joana (Baden-Württemberg), da die doch tatsächlich behaupten, sie hätten das bessere Bier und seien Erfinder der Breze. Ja, klar.


jetzt sind wir zu viert unterwegs


Es war total lustig, wie wir, (mit Milton) zu fünft, vor den 4 Schülern standen und über das bessere Bundesland debatierten. Danach gings noch in die 8. Klasse, wo wir das Spiel wiederholten. Auch dort waren die Jugendlichen sehr aufmerksam und nickten immer, wenn sie alles verstanden haben. Milton machte mit ihnen aus, das wir den Selbstvertrauen-Unterricht mit den beiden großen Klassen am Freitag Nachmittag halten, weil wir sonst zu viel Zeit brauchen. Sie stimmten zu. Danach hatten wir eineinhalb Stunden Pause und warteten draussen. Flugs kam dann auch schon der Knutsch-Rektor angehaust. Er begrüßte stürmisch Anika und Joana mit unglaublich Mundnahen küssen und gab an, dass er mich ja schon soooo gut kenne und haitaitai. Stimmt, wir hätten ja schon beinahe mal geknutscht. Buah.
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Als dann endlich der Unterricht weiterging, beschlossen wir, in der 5. und 6. Klasse die Fragebögen gleich am Anfang, vor dem Unterricht, auszuteilen, da es sonst wieder ewig dauern würde. Wir hatten recht. Allerdings waren die Kinder hier ein wenig flinker als in den Atupa oder Cahuish. Mataquita ist eben doch ein Level höher. Das die Kinder hier weiter entwickelt sind, merkt man auch daran, das sie sich halb tot lachten, als ich zur sechsten Klasse „sexto Grado“ sagte und sie das Wort „Sex“ unglaublich ulkig fanden. In den anderen beiden Schulen, kennen die das Wort glaub ich noch gar nicht, obwohl es die selbe Altersstufe ist. Als wir die Fragebögen austeilten, trauten sich die Kinder auch eher mal etwas zu fragen und so brauchten wir nur ca. eine Stunde für alle. Ein besonders pfiffiges Mädchen wollte dauernd mit mir plaudern und fragte mich, ob ich auch Quechua spreche. Also sagte ich ihr die 3 Wörter, die ich kann, vor: „Mischi“ (Katze), „Uscha“ (Schaf) und „Qutschi“ (Schwein) und sie war ganz begeistert. Ich habe zwar schon ein paar Wörter mehr gelernt, aber das sind die einzigen die ich mir merken kann, weil die Sprache für uns Europäer wirklich unglaublich kompliziert sind. Die Tiernahmen kann ich auch nur, weil wir sie beim Tierbaby-Memory dauernd vorgesagt haben.
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Beim Heimfahren saß der Knutsch-Rektor vorne im Taxi und wollte unbedingt, dass sich eine von uns Mädels nicht in den Kofferraum, sondern zu sich auf den Beifahrersitz setzt. Neeeee. Der Taxifahrer Roy hat mittlerweile eh aufgegeben und lässt uns ohne Wiederrede in den Hinterteil seines Wagens. Nach dem Essen wollten wir nochmal nach Huaraz fahren, da es ja am Dienstag so ein Reinfall war. Davor laßen wir noch die Fragebögen von den Kindern in Mataquita und die waren total süß. Denen geht es viel besser, als den Kindern in den anderen Dörfern. 4 Mädchen gaben an, das ihr glücklichster Tag heute sei, weil „Tomas, Anita, Jovana und Savino“ heute bei ihnen sind. Total süß!!
hgfh
In Huaraz stürmten wir sofort das Internetcafe unseres Vertrauens. Ich bekam natürlich wieder einen PC ab, der total spinnte. Also wechselte ich mal wieder. Ich glaube alle Internetcafebesitzer in Huaraz hassen mich mittlerweile. Ich hatte nicht viel zu tun und die anderen telefonierten ewig, also hab ich derweil ein bischen an meinem Fotoalbum rumgebastelt. Ich hoffe ich krieg es bald so hin, wie ich mir das vorstelle. Danach sind wir zum Kitsch-Markt, weil schon wieder das Nutella alle war. Die Verkäuferin freut sich schon immer uns zu sehen. Ich bin dann noch in einen Laden um mir eine Nachttischlampe zu kaufen, wei der einzige Lichtschalter in meinem Zimmer an der Tür ist und ich immer im Dunkeln zum Bett laufen muss. Meine Wunschlampe hatte aber leider einen Wackelkontakt. Also hab ich eben die Zweitkitschigste Omalampe genommen die rumstand und sie hat sogar Touch-Automatik. Wowi!
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Dann sind wir nochmal zum Kitschmarkt, weil wir noch Obst brauchten. Als wir gerade am Melone kaufen waren, sahen wir, wie eine Frau an einem Marktstand einem Hund eine mit dem Stecken draufgab. Das Tier heulte wie am Spieß. Als wir näher vorbeigingen, sahen wir, das in dem Stecken ein Nagel steckte. Die Frau hat dem armen Viech absichtlich einen Nagel reingerammt! Wie sie hier die Tiere behandeln ist echt schlimm. Die Hunde habens dabei fast noch am besten. Auf den Märkten sind viel zu viele Hühner in viel zu kleine Käfige gezwengt und müssen in der brütenden Hitze dort ausharren. Man kann nur hoffen, das die bald einer kauft und tötet! Den Meerschweinchen und Kanninchen geht es natürlich nicht besser. Es ist furchtbar, aber was kann ich machen? Die Käfige öffnen? Wohl eher unklug. Wir sind dann bald gefahren, nicht ohne 3 leckere Avocados zu kaufen, mit denen wir Guakamole machen wollten. Bei den Vergaras angekommen, machten wir uns gleich ans leckere Werk. Eine Zwiebel, ein bisschen Limone, Salz und Pfeffer dazu und, mhhh, nach 6 Wochen Marmelade, ab und zu durch Nutella abgelöst, war das echt ein Festmahl. Abends gabs dann noch nen rießigen leckeren Obstsalat für mich und ich war zufrieden.


31.10.08 Todesweg und Trampelpfad

Heute hatten wir mal wieder keinen Unterricht in Cahuish, da wir ja nachmittags nach Mataquita sollten um die Fragebögen mit den älteren zu machen. Wir freuten uns, da es ja Vormittags immer schönes Wetter ist und Nachmittags, wenn wir frei haben, schüttets immer wie aus Kübeln. Tja, heute war das anders. Es war schon in der Früh scheiß Wetter. Hinzu kommt, das unser Wasser seit ungefähr 4 Tagen total spinnt und wir so gut wie nie Wasser haben. Der Spülkasten unserer Toilette füllt sich auch nicht mehr und im Klo schwimmen irgendwelche Algen rum. Ausserdem fällt ständig der Strom aus. In der Regenzeit hierher zu kommen, war echt die blödeste Idee, die wir haben konnten. Naja, was solls. Dann haben wir wenigstens auch ein bischen Peru feeling und nicht nur ständig Luxus. Wenn ich da an unsere armen Kinder in den Caserios (Dörfer rund um Jangas) denke, will ich mich auch gar nicht mehr beschweren.
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Milton sagte uns, das in der Schule in Jangas heut wieder ein Tanzwettbewerb stattfinde, ob wir da auch hinwollten. Klaro. Also sind wir da hin gedackelt. Anders als beim ersten Tanzwettbewerb, den wir besuchten, war es hier aber ganz schön duster. Die Kinder saßen alle in ihren schwarzen Schuluniformen in Reih und Glied vor einer Bühne und Licht gab es dank dem Stromausfall ja auch keins. Dann gings endlich los, 3 Kinder enterten die Bühne. Diese tanzten allerdings nicht, sondern hielten Vorträge, über Identität. Ein Mädchen aus einer Schule in Huaraz war ziemlich enthusiastisch uns sie redete sehr gut. Dann kam ein Mädchen aus der 9. KLasse, aus Mataquita auf die Bühne. Die arme war so eingeschüchtert, das sie sogar für das Micro zu leise redete. Als sie merkte, dass die Leute sich langweilen, fing sie beinahe an zu weinen. Es war schreklich. Ich hoffe unser Selbstvertrauensunterricht hilft da wenigstens ein bisschen. Ich dachte jetzt gehen dann bald die Tänze los, aber Pustekuchen. Der Tag stand unter dem Motte: Die vier Werte – Identität, Friede, Verantwortung und Liebe. Und jede Schule hat mit ein oder zwei Schülern seinen Senf zu jedem der Themen abgegeben und oft hab ich nichts verstanden. Es war so unglaublich langweilig. Auch die Schüler haben sich gelangweilt. An sich ist die Idee ja gar nicht schlecht, aber ein bischen Pepp hätte der Veranstaltung nicht geschadet.
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In der Pause sind wir dann heimgegangen, weil wir keine Lust mehr hatten. 5 Minuten später hat es dann unglaublich zu schütten angefangen. Es war so laut, das wir, als wir drausen unterm Dach saßen, uns nicht richtig verstanden haben. Am Nachmittag sollten wir ja eigentlich nach Mataquita, aber Milton sagte, wenn es so regnet, dann fahren wir nicht. Nun gut. Nach dem Mittagessen freute ich mich dann auf eine schöne Siesta. Mann konnte eh nicht viel mehr tun als schlafen, da schon seit in der Früh Stromausfall war und Wasser gab es auch keins. Ich hab mich gemütlich ins Bett gekuschelt und bin grad eingeschlafen, als Milton angerannt kam. Er wollte nach Mataquita fahren. Wie jetzt? So weit ich das sah, regnete es immer noch und es war saukalt. Ich hatte, so wie die andern auch überhaupt keinen Bock. Aber es half nichts. Wir sind also zum Taxistand gewackelt und nach Mataquita gefahren.
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Als der Fahrer uns dann nicht an der Straße am Dorfeingang aussteigen lies, sondern runter bis zur Schule fuhr, bin ich schon wieder 1000 Tode gestorben. Der Weg ist einspurig und nicht geteert. Durch den Regen war alles total verschlammt und rutschig und der Weg ist natürlich auch in Serpentinen angelegt und auf einer Seite wartet der Abgrund. Nun, der Fahrer rutschte fröhlich den Todesweg herunter. Ich saß an der Tür und hatte schon den Griff in der Hand um schnell rauszuspringen, falls wir den Abgrund runterschiessen. Nach quälenden 5 Minuten waren wir endlich an der Schule. Als einzige. Natürlich war kein einziger Jugendlicher da. Kunststück, wenn Milton sagt wir kommen nicht bei regen und dann aber bei Regen fahren. Wir beschlossen zu warten. Nach einer Stunde rumsitzen, Schuhplatteln und Tafelvollschmieren sind wir wieder abgedampft. Na, dass hat sich ja rentiert. Wenigstens regnete es nicht mehr. Da kein Colectivo fuhr, beschlossen wir zu laufen. Angel, der auch dabei war, zeigte uns eine Abkürzung. Der Weg war gigantisch. Durch den Nebel sind wir einen kleinen Trampelpfad, mitten durch die grüne Pflanzenwelt nach unten gelaufen.
Es war wirklich wunderschön und ich bereute auch nicht mehr umsonst nach Mataquita gefahren zu sein. Der Weg war so toll, das wir ihn ab jetzt immer nehmen wollen. Nach ca. einer Stunde, kamen wir an einer Bauernhütte vorbei. Dort wuchsen viele Kakteen mit ihrer Kaktusfrucht, die angeblich so toll schmecken soll und die es nur in Ancash (unser Bundesland hier) gibt. Milton wollte eine klauen, da kam schon die Bäuerin und beschimpfte ihn aufs übelste in Queschua. Er erwiderte irgendwas in Queschua und auf einmal war die Bäuerin total gut drauf und gar nicht mehr böse. Sie stieg dann mitten in die Kakteen und pflückte uns einige dieser Früchte.

Frau im Kaktus (leider schwer zu sehen)

Dann warf sie sie in einen Eimer mit ziemlich dreckigem Wasser und wusch sie, mit Hilfe von Stroh. Danach nahm sie sie raus und schälte sie. Wir sollten alle probieren. Das Obst war nicht schlecht, aber jetzt auch nicht gerade der Hit, viele Kerne und komisch zu kauen. Die Frau hatte außerdem wahnsinnig dreckige Hände, weil sie davor bei den Tieren war. Aber es hilft nichts, Höflichkeit geht vor. Wir lobten also wie die blöden diese Frucht und die Frau war zufrieden. Nachdem jeder 3 so Dinger gemampft hat, durften wir weitergehen.
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Ich lief so vor mich hin, als ich irgendwann bemerkte, wie Thomas und Anika hinter mir rannten. Was ist denn mit denen los, spinnen die? Ich drehte mich um und sah was los war: 2 Hunde waren hinter ihnen her und sie sahen nicht so aus als wollten sie nur spielen. Oh oh! Ich wusste auch nicht was ich tun soll, also rannte ich auch, obwohl ich weis das ist nicht sehr zu empfehlen. Aber ein kurzes Stück weiter stand Angel und der wirkt immer so souverän. Der weis eh alles und ist bestimmt auch in der Lage den Hund zu verscheuchen. Auf einmal bleibt Thomas stehen und wirft einen Stein. Der Hund drehte um und verschwand. Ich war erstaunt. Thomas hat normalerweise Angst vor Hunden und nun diese Heldentat. Es klingt jetzt vieleicht dumm und nach Tierquälerei, wenn ich schreibe es ist eine Heldentat etwas nach dem Hund zu schmeissen. Ich finde so was selber scheiße und bin absoluter Hundefreund. Aber hier war es wirklich nötig, diese Hunde sind wild und sie beisen auch wirklich zu. Leider hat dieser Zwischenfall unsere Entscheidung, den Weg jetzt immer zu nehmen, wieder ein bischen ins wanken gebracht. Joana hat nämlich auch Angst vor Hunden und ich bin jetzt auch nicht so scharf darauf mitten in der Pampa von einem wilden Hund gebissen zu werden.
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Nach eineinhalb Stunden erreichten wir Jangas. Wir kamen noch am „Wasserwerk“ vorbei und durften es schnell anschauen. Der Wasserwerktyp erklärte uns, dass er gerade das Wasser abgedreht habe, weil im Moment so viel Dreckwasser von der Cordillera Blanca runterfließe und das nicht alles gefiltert werden könne. Aha, er ist also der schuldige, wenn wir kein Wasser haben. Nun gut, mal wieder ein Geheimnis gelüftet.
Das Wasserwerk

Wieder daheim haben wir uns wieder leckere Guakamole gemacht und uns im Zwiederladen Nachos zum Dippen gekauft. Mhh! Mehr war dann auch nicht mehr los. Unsere Halloween-Party verbrachten wir vor dem Fernseher und um 22 Uhr sind wir schon ins Bett. Wird jetzt aber bald mal Zeit, das wir zum Partymachen gehen, wenigstens am Wochenende. Wir sind ja schon richtig langweilig geworden. Buah!



01.11.08 Moerderhunde und Monsterboxen

Heute hatten wir mal wieder frei! Ich bin um 8 aufgewacht und hab gleich gesehen, dass das Wetter super ist! Jippieh! Vor lauter Freude beschloss ich gleich mal Wäsche zu waschen . Aber nicht mit unserer geliebten Waschmaschine, sondern per Hand, da ich nur 2 regenzeitbedingt dreckige Hosen hatte. Die beiden anderen Mädels wollten auch waschen, also gingen wir in den Hinterhof zu den Waschbecken. Dort warteten die beiden Hunde der Oma, Draco, der wohl hässlichste Hund der Welt und sein Kumpane, ich nenne ihn mal Shrek. Thomas hat den beiden Mädels, und vor allem Joana, die auch Angst vor Hunden hat, voll die Horrorgeschichten erzählt und sie glauben gemacht, diese beiden Mini-Hunde (Dolly-Format) seien voll agressiv. Dabei machen die beiden gar nix. Nur Draco bellt ab und zu grundlos den ganzen Tag. Ich glaube ja, dieses unglaublich hässliche Vieh versucht mit seinem gekläff die unzähligen streunenden Hunde der Nachbarschaft gegen uns aufzuhetzen und die Weltherrschaft an sich zu reissen.
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Seltsamerweise haben uns gestern nämlich – neben den Mörderhuden in den Bergen – so ziemlich alle Hunde in Jangas verfolgt und viele waren kurz vor dem Angriff. Und wenn ich in den Hinterhof gehe, hört Draco auf einmal mit seinem Gebell auf und wird ganz still. Er will wohl nicht das ich ihn druchschaue, aber es ist zu spät! Wir wissen schon von seinen geheimen Machenschaften.


Dracos Kumpane und Handlanger, Shrek


Vorerst musste ich aber erstmal meine Wäsche waschen. Meine Unterhosen habe ich umsichtigerweise schon heimglich gestern gewaschen und zum trocknen in mein Zimmer gehängt. So konnte ich ungeniert meine normalen Hosen ausbürsteln und ab und zu Draco ärgern. So um neun gabs dann Frühstück – Spiegelei und Pommes. Milton erklärte uns, das es dieses Mahl gibt, weil mal wieder Feiertag ist (Allerheiligen). Oh, oh. Ich ahnte schlimmes. Feiertag = besonderes Essen = Meerschweinchen zum Mittagessen. Nicht schon wieder. Bäääh.Ich nahm mir im stillen vor, mir irgend eine Taktik zu überlegen, um mir das Meerschweinchen zu sparen. Nun galt es zuerst mal das kalte Ei zusammen mit den kalten Pommes, beides gut in Fett getränkt, runterzuwürgen. Mjam!
hh
Wir beschlossen nach dem Mittagessen nach Huaraz zu fahren. Das traf sich, denn ich hab meine vor 4 Wochen erstandene Uhr beim Waschen einen grausamen Ertrinkungstod sterben lassen. Dann konnte ich wenigstens gleich eine neue kaufen. Das Mittagessen gestaltete sich als halb so schlimm. Es gab Forelle! So ein Glück. Und was noch besser war, es hingen weder Kopf, noch Schwanz, noch Nieren dran! Für die trotzdem ekligen Sachen, wie die Haut, hatte ich Dolly unter dem Tisch geparkt. Kaum war meine Hand samt Fischhaut auf dem Weg unter den Tisch hieß es: Dolly raus! Oh mann, was ist denn nur los? Wissen die etwa von meinem Doppelleben als ekliges-Essen-an-Hunde-verfütterer? Ich tröstete mich damit, dass die Hauptsache wäre, dass ich vom Meerschweinchen verschont bliebe. 1 Minute später verkündete Milton ganz stolz: Es gibt morgen Meerschweinchen. Prima! Die Peruaner haben an Allerseelen das Ritual, das Leibgericht ihrer verstorbenen zu Kochen und das ganze dann auf dem Friedhof, an den Gräbern zu essen! Danach wird gefeiert, einige Spielen, andere Besaufen sich. Als ich fragte, ob denn die Leibspeise des Verstorbenen Cuy, also Meerschweinchen gewesen sei, sagte er „Nein“. Aber sie kochen es trotzdem. Seltsam, diese Peruaner :-) Morgen kann ich mich ja dann schon mal auf einiges gefasst machen.
jj
Dann fuhren wir nach Huaraz. Ich wollte zur Post und schaun ob mein Paket da isst. Sie hatte leider zu. Ansonsten haben die Geschäfte aber immer auf, auch an Sonn- und Feiertagen. Wir beschlossen dann, Anika und Joana den Touri-Markt zu zeigen, ein Markt, wo nur Decken, Hängematten und allerlei anderre Kram, der typisch Peru darstellt, gibt. Wir kamen an einem Stand vorbei, wo es die typischen Chullos, diese Ohrenkappenmützen gab, auf allen dieser quitschbunten Mützen stand fett HUARAZ drauf. Oh Gott, wir einigten uns, dass wir so etwas nier kaufen werden.
kk
Zurück in Jagas, erwartete uns eine Überraschung: Miltons Oma is back! Leider nur für einen Tag, nämlich Allerseelen, weil sie mit zur Friedhofsfete will. Während Thomas mit ihr redete, ging ich in mein Zimmer, um die Sachen wegzupacken. Auf einmal stand Sonia in der Tür. Ich freute mich schon, weil ich dachte es gibt essen. Aber sie war nur so da mit Tanja im Schlepptau. Oh,oh, das Duo Fatal. Die beiden fragen einen (mich) immer aus und reden so schnell, das ich fast nie was versteh. Und schon ging es los, sie enterten mein Zimmer. Wo hast du die Fotos her? (Peru-Fotos an meiner Wand), sind in Deutschland alle so patriotisch (Deutschland-Flagge an meiner Wand) und, nein, in Deutschland leben nicht nur Rasissten! Wo hast du den Teppich gekauft? (Ähm, der „Teppich“ ist eigentlich eine Decke, die mir Milton-Mama bei meinem Einzug aufs Bett gelegt hat und die ich so eklig fand, dass ich dachte als Teppich hätte sie mehr Taug). „Der? Äh, räusper, nein, der „lag“ schon als ich Einzog hier“. So ging es die ganze Zeit und ich beantwortete tapfer alle Fragen, meistens auf gut Glück, weil die beiden einfach zu schnell losschiessen. Als sie sich gerade von der rechten zur mittleren Wand durchfragten, traf mich fast der Schlag. Meine Unterhosen hingen ja noch dick und breit an der Garderobe. Wie peinlich. Ich nahm also meine Mütze vom Kopf und ging ganz unauffällig seitwärts zur Garderobe. Gaaaaanz zufällig und so normal wie möglich, hing ich die Mütze über den ersten Stapel. Gut. Fehlte noch einer. Blöderweise hatte ich nun die Aufmerksamkeit der beiden bei meiner Garderobe. Schnell zeigte ich auf meine hässliche Kitschnachttischlampe und erklärte voller Überschwang, das ich die auch in Huaraz gekauft hab. Als sie dorthin schauten, hängte ich schnell meine Fließjacke über den anderen Stapel. Puh, geschafft. Aargh, immer des Gschiess mit diesen blöden Unterhosen. Ich glaub, ich kauf mir jetzt dann auch bald diese hier üblichen Liebestöter, dann hab ich wenigstens meine Ruh!
hh
Beim Abendessen eröffnete uns Milton, er wolle heute mit uns feiern. Und zwar in Joanas Zimmer. Er habe schon ein paar Freunde eingeladen. Ahja. Wir sollten schon mal vorgehen, er kommt gleich. Kaum gesagt, rannte er schon aufgeregt wie ein kleines Kind los. Irgendwann ging die Tür zu unserem Garten auf und irgend etwas total unförmiges und komisches kam in der Dämmerung auf uns zu. Oh mein Gott, was war das denn? Sah aus wie ein Schrank auf zwei Beinen! Und der Schrank trug Miltons Schuhe. Als er näher wackelte, erkannten wir was das war: eine Musikbox, die größer war als der kleine Peruaner selbst. Oh wei, mit diesem Ding wollte er heute Musik hören. Da haut es ja alle noch vorhandenen Fensterscheiben in Joanas Zimmer raus. Doch damit nicht genug, er verschwand wieder und brachte noch so ein Mordstrumm. Diese drückte er Thomas in die Hand und verschwand wieder. Was wollte er jetzt holen, eine Discokugel? Nein, es war nur die noch größere dazugehörige Anlage, die auch gut in eine Elefantendisco gepasst hätte. Wir hieften diese Monsterteile zu viert auf den Kamin in Joanas Zimmer.


Milton nebst riesen Anlage

Als sie endlich oben standen, fiel Milton auf, das wir ja gar keine Steckdose in der Nähe hatten. Also lief ich los und holte ein Verlängerungskabel. Nun konnte es los gehen: Grupe 5, die wohl einzige Band in Peru dröhnte mit voller Wucht aus den Riesenteilen, so dass es mich fast Rückwärts umnahm. Als ich aus dem Zimmer flüchtete, lief ich Nino, Miltons jüngeren Bruder über den Haufen. Der wollte auch an der Fiesta teilnehmen. Kurze Zeit später kam Angel und noch so ein Tzp, dessen Namen ich gar nicht weis. Sie hatten sogar 3 Flaschen Bier dabei. Milton war ganz aufgeregt, so als ob das DIE rießen Party wär. Dann holte er etwas aus einer Tüte. Er hatte Willkommensgeschenke für uns alle vier dabei! Wie süß! Jeder von uns bekam ein in 101 Dalmatiner-Geschenkpapier eingewickeltes Päckchen. Wir machten sie auf und – hielten 4 quitschbunte Mützen in der Hand, auf denen in rießigen Lettern HUARAZ stand. Haha! Genau solche, bei denen wir uns geschworen haben, dass wir sie nie kaufen würden. Wir fanden das trotzdem total süß und zogen die Mützen unter großem Hallo natürlich gleich auf und lobten sie in den Himmel. In Wahrheit sahen wir aus wie vier Idioten. Aber die Idee an sich war trotzdem total süß. Dann zog Miltons Bruder seinen Laptop raus und versprach uns die beste Musik aller Zeiten: Wir hörten 90er Jahre Popmusik, in einer Lautstärke, die das ganze Haus zum beben brachte. Dazu wollten sie aber auch unbedingt Gitarre spielen. Ich also wieder los, und das gute Stück aus seinem sicheren Versteck geholt. Nino, Miltons Bruder, klimperte etwas, von dem er behauptete wir würden es auf jeden Fall kennen. Ne, sorry, nie gehört. „Doch, doch“, fing er wieder an, Klimm, Klimm, Klimm , Schredder. Nein, tut uns leid, Nino. Er lüftete also sein Geheimnis: Hotel California sollte sein Meisterstück sein. Aaah. Nun sollten wir auch noch dazu singen. Im Hintergrund dröhnte derweil „What is love“ von Hathaway, natürlich weiterhin in unveränderter Lautstärke. Wir fingen an: „Klimper – on a dark desert highway – WHAT IS LOVE, BABY DONT HURT ME – cool wind in my hair – Schredder“. Es war fürchterlich. Milton dagegen fand es total toll und nach einer halben Flasche Bier, wollte er dann auch noch Flaschendrehen spielen. Oh Gott, jetzt wirds zu viel, wahrscheinlich hat er auch noch den Knutschrektor eingeladen.
ll
Nachdem alle 3 Flaschen peruanisches Bier ausgetrunken waren, holte er als Schmankerl die 2 Dosen deutsches Bier, die ihm Anika als Gastgeschenk mitgebracht hat. Vor lauter Aufregung schüttelte er es wild durch und Joana schmiss ihn in Rekordzeit aus dem Zimmer, bevor er es öffnen konnte. Als es ans probieren ging, blieben alle Peruaner fest bei der Überzeugung, das peruanische Bier sei besser, nicht jedoch ohne sich ein weiteres Glas des deutschen Bieres einzuschenken. Wir waren uns beim Geschmack des lokalen Bieres aber auch nicht so sicher, der Vergleich reichte vom Maggi bis zu gar nichts. Als es später wurde, begannen wir Pictionary zu spielen. Dabei muss man eine Karte ziehen un das darauf stehende Wort zeichnen. Milton fing an. Er zog eine Karte und – legte sie weg. Die nächste sah er kurz an und dann wiederfuhr ihr das gleiche Schicksal. Bei der nächsten wieder. Nachdem er ca. 8 Karten angeschaut hat (die Begriffe waren übrigens alle auf Spanisch) fing er an zu zeichnen. Er zeichnete eine Frau mit unglaublich dickem Hintern und einen Kasten, der aussah wie ein Tisch auf dem Sushi lag. Nachdem „fette Frau – Japanerin – hässliche Frau – Chinesin – Frau mit Pferdehintern“ nicht gestimmt hat, eriet Angel es auf einmal: Sekretärin. Ah ja. Angel begnügte sich, als er an der Reihe war, mit nur einer Karte, während sein Kumpel, dessen Namen ich nicht weis, auch wieder 10 Karten nacheinander ansah und weglegte. Durch diese Taktik waren nach ca. einer Stunde alle ca. 300 Karten verbraucht. Mir wars recht, weil ich durch dieses Bier irgendwie Bauchweh bekam und froh war, als ich mich und meine Gitarre sicher in mein Zimmer einschließen konnte. hh
Das war also unsere erste peruanische Party, zum Glück nochmal ohne Flaschendrehen. Nächsten Freitag wollen wir zusammen nach Huaraz in die Disco. Da bin ich jetzt aber wirklich schon mal gespannt.


02.11.08 Friedhofsparty und fliegende Ungetuemer

Heute war ein ganz komischer Tag. Zuerst gab es die ganze Zeit Wasser, was hier schon seit ewigen Zeiten nicht mehr vorkam. Wir fingen also an, alles zu Putzen, was wir so hatten: Bad, Zimmer, Gang... Milton holte uns erst voll spaet zum Fruehstueck ab und schmiss uns irgendwie auch voll Frueh wieder raus. Der war total komisch, vieleicht war er ja sauer, weil wir gestern nicht mit nach Huaraz in die Disco wollten. Wir beschlossen den Tag sinnvoll zu Nutzen: mit einem Huepfspiel, das wir auf dem Teer aufgemalt haben. Bloederweise direkt unter der Waescheleine. Ich hate kein Problem.

Gekonnt sprang ich Gazellengleich ueber diesen Huepfparcours und wieder zurueck. Auch Thomas schaffte es irgendwie unter der Waescheleine durchzuhuepfen. Dann kam Joana dran. Seoeit idch das mitgekriegt habe, wolte sie irgendwie nen Handstand machen, oder so. Auf jeden Fall verhaengte sie sich in der Waescheleine. Beinahe waere es zum Desaster gekommen! Zum Glueck haben wir sie eh so windig befestigt, dass Joana noch Glueck hatte und am Leben blieb. Nachdem ich, fleissig wie ich bin, noch Spanisch gelernt habe, war es eigentlich Zeit fuers Mittagessen und wir warteten darauf, das Milton uns wie immer holte – es sollte ja Cuy (Meersau) geben und wir konnten es natuerlich kaum erwarten. Milton kam aber nicht. Zuerst war ich noch froh, weil ich nicht so unglaublich scharf auf Meerschwein war. Aber nachdem eine weitere Stunde verging, wurden wir langsam ungeduldig und hungrig.

hh
Ich beschloss mal nach vorne zu schleichen und Nachzusehen. Aber die Tuer zum Vergara—Reich war verschlossen. Na, so was. Nur Grupo 5 toente durch den Hof, aber es war niemand zu sehen. Joana ist auch mitgekommen und wir wollten heimlich wieder zurueckschleichen. Als wir es fast schon geschafft haben, hoerten wir Milton rufen: „Was macht ihr denn?“ Wir sind so erschrocken, dass wir gleich weggerannt sind. Total Hirnlos. Mitlon hat sich halb totgelacht und uns erklaert, dass alle auf der Friedhofsparty sind. Ah. Ob wir denn Mittagessen wollen? Aehm, ja? Ok, dann sollen wir die andern holen.
hh
Als wir Erwartungsfroh um den Tisch sassen, verschwand Milton einfach. Toll. Da sassen wir nun und schauten recht bedroeppelt aus der Waesche. Schliesslich kam er wieder – mit 2 Tellern Reis und Huhn in der Hand. Wo hatte er denn die jetzt her? Er stellte es Thomas und Joana vor die Nase und verschwand wieder. 5 Minuten spaeter brachte er Anikas und meine Portion. Sie waren kalt und auf meinem Reis waren lauter so komische schwarze Punkte. Ja, Baeh! Ich hab echt keine Ahnung, wo er das Essen ausgegraben hat. Mein Stueck Huehnchen bestand aus ganz viel Knochen und ca. 2 Stueckchen Fleisch. Ich „ass“ es auf, da viel mir auf, das auf der dicken Haut noch ein Paar Haare hingen. Doch Cuy? Eklig genug wars ja. Milton bestand aber darauf, das es Haehnchen war. Na gut. Dann erzaehlte er uns, das auf dem Friedhof gerade dicke Party herrscht und er da jetzt auch hinwill, weil er sonst schliesslich einiges verpasst. Ob es denn in Deutschland auch so waer, an Allerseelen. Wir erklaerten ihm, das es bei uns dann doch ein bischen ernster zugeht. Das fand er langweilig. Wundert mich jetzt nicht, wenns bei denen so fetzt an diesem Tag. Dann schmiss er uns wieder raus. Keine Ahnung was mit dem nicht stimmte. Wenn wir uns nicht so bloede angeschlichen haetten, dann haette er uns nicht mal zum Essen geholt.
hh
Am Abend holten wir meine Oma-Gitarre raus. Joana spielte am besten von usn, und so traellerten wir gute, alte Lagerfeuer Songs. Es wurde draussen so kalt, dass ich mir die Muetze aufsetzte, die Milton mir geschenkt hat und mich in eine Decke wickelte. In Jangas war es total ruhig. Normalerweise bellen staendig Hunde und die Schweine quiken, als wuerde es jede Minute zum Schlachter gehen. Heute machte kein Tier irgend einen Mucks. Und zum Abendessen holten sie uns auch nicht. Wir machten uns schon Sorgen, dass wir jetzt verstossen werden, wil wir haute offensichtlich nicht sehr beliebt waren. Irgendwann kam Sonia dann doch. Und sie nagelte uns dann auch noch gut fest. Ich fands immer lustig, weil sie sich staendig versprochen hat und immer gesagt hat, Sabine spielt so schoen Gitarre, dabei war es ja Joana.

Die Oma mit der Decke bin ich

Dann fragte sie uns noch ueber die deutsche Tracht aus. Ich bin uebrigens die einzige von uns, die eine Tracht besitzt. Zur Tracht der Maenner hier in Ancash gehoert uebrigens ein kleines Taeschen, in welchem die Maenner ihre Coca-Blaetter rumtragen, die sie dann kauen. Es gibt hier auch einen Laden, der Coca-Blaetter verkauft. Aber keine Sorge, liebe Eltern, nur an die Bauern hier werden sie verkauft, einfach weil das kauen der Blaetter hier mal wieder zu den „Gewohnheiten“ gehoert. An uns wuerden sie die nicht verkaufen, aber wir wollen die ja auch gar nicht. Wir 3 maedels wollen uns aber auf jeden Fall eine typische Tracht kaufen und Sonia kommt mit, damie wir nicht die Touristenpreise zahlen muessen. Nach dem Essen, begannen wir uns ueber Draco, den wohl haesslichsten Hund in Jangas, gedanken zu machen. Wir glauben, Dolly ist seine Komplizin beim Versuch die Weltherrschaft an sich zu reissen



Draco, wenn er weis dass er beobachtet wird...
jdjd
dsjsj
sjsjs





...aber in unvorsichtigen Momenten zeigt er sein wahres Ich
kdk
dkd
kdk

Als ich ihn suchen wollte und todesmutig in sein Reich, den Hinterhof eintrat, war er wie vom Erdboden verschluckt. Irgendwas stimmt da nicht! Ich wette er fuehrt irgendwas im Schilde. Mit diesem Gedanken im Kopf wollte ich ins Bett. Als ich zu meinem Yimmer ging, flog ein riessen Vieh immer wieder gegen die Wand, weil dort das Licht brannte. Ich dachte zuerst es waere ein Kolibri. Fasziniert sah ich zu, bis das Viech auf einmal wendete und schnurrstraks auf mich zu schoss! Hilfe! Ich sprang einen Schritt nach hinten und das Viech knallte auf den Boden. Es war kein Kolibri, sondern ein riessen Kaefer, von der groesse eines Spatzes. Urgh! Neben einem Tausendfuessler in meiner Teetasse und einer Schnecke, die mal unter meiner Tuer durchkroch und schliesslich in meinem Zimmer vertrocknete, so dass es mir erst nach einer Viertelstunde gelang, sie mit Hilfe von 2 Plastikloeffeln vom Bocen wegzukratzen, das 3.-wiederlichste Vieh, das ich hier gesehen hab.Bin gespannt, was hier noch auf mich zukommt. Der Friedhof, der Bericht dazu kommt am Donnerstag

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