Dienstag, 16. Dezember 2008

04.12. - 15.12.08 Zusammenfassung URLAUB

04.12.08 Firmung und Französischlektionen
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Heute war wieder Mataquita angesagt. Milton hatte uns schon gewarnt, dass wohl nicht so arg viele da sein werden, da heute in Jangas und somit auch in allen Caserios von Jangas Firmung sei. Irgendwie haben die für alle ihre Hochfeste wohl nur den Dezember reserviert. Wir fuhren trotzdem hin, obwohl uns Milton Mama schon für Verrückt erklärt hat, um uns mal anzuschauen ob wirklich niemand da ist. Immerhin haben wir ja auch andere Klassen, die müssten ja da sein. Außerdem hatten wir unsere Geschenkpäckchen für die 2te Klasse dabei, um die uns ihr Klassenlehrer gebeten hatte. Die Tütchen in einem großen Müllsack versteckt (die andern Kinder sollten das ja besser nicht spitz kriegen) marschierten wir wie der Nikolaus persönlich zum Schultor ein, das heute sogar richtig früh für uns geöffnet wurde. Unterwegs trafen wir noch Hernando, ein Schüler eben unserer 5. Klasse primaria, der uns ebenfalls sagte, dass entweder alle seine Klassenkameraden auf der Firmung wären und wenn nicht, so wie er, dann eben daheim. Aha. Als wir uns im Pausenhof umsahen, war tatsächlich nicht viel los. Einige Schüler, darunter auch unsere 4. Und 5. Klasse secundaria spielten Volleyball und Knutschrektor war dabei, irgendwelche Schläuche durch den Pausenhof zu ziehen. Wir beschlossen zuerst bei der 2. Klasse vorbeizuschauen um unsere Geschenke abzugeben. Als wir eintraten, gab es aber eine Überraschung: auch hier waren nur 7 Kinder da. Ja was ist denn hier los? Die 12-Jährigen haben Firmung und die ganze Schule hat deswegen keinen Unterricht? Wenigstens der Klassenlehrer war aber da und er freute sich wie ein Kind über die ganzen Geschenke und wollte uns unbedingt nochmal zu Cola und Keksen einladen. Na gut, aber später, immerhin haben wir unseren Großen ja versprochen, mit ihnen eine kleine Deutschstunde zu machen, weil sie ja selber vorgeschlagen haben, das es doch toll wäre, diese Sprache zu lernen. Weit kamen wir allerdings nicht. Joana fragte einen der volleyballspielenden Jungs unserer Klasse, ob sie jetzt heute gewillt sind, den Unterricht zu machen und er meinte, er frage mal die andern. Daraufhin wurde er nie mehr gesehen. Ein paar andere taten einfach so, als würden sie uns nicht bemerken und als ich kurze Zeit später aufs Klo bin, entdeckte ich den Rest der Klasse im Werkraum, wo sie sich vor uns versteckten. Na fein. Das wars jetzt. Dafür, dass sie nähmlich alle so schüchtern sind, sind diese Jugendlichen auch ganz schön arrogant, haben dafür aber nicht den Mumm einfach zu sagen, dass sie eben keine Lust auf Unterricht haben und machen mit uns jedes mal was neues aus, für das wir Deppen dann nach Mataquita dümpeln, um dann wieder festzustellen, das alles umsonst war. Argh. Wir beschlossen den Unterricht mit ihnen auf der Stelle zu beenden und statt dessen jetzt immer mit der 3. Klasse primaria Deutsch zu halten. Die fragen nämlich schon länger nach uns und sind auch aufrichtig interessiert. Die Bananen, die wir eigentlich für die 5. Und 6. Klasse primaria mithaben (die ja auf der Firmung waren) und dann halt der secundaria schenken wollten (das können sie vergessen) gaben wir jetzt halt eben dieser 3. Klasse, die ganz begeistert waren und sogar die Schale noch auslutschten. Na also, so macht das Spaß! Jetzt hatten wir natürlich Zeit totzuschlagen, da wir ja nun doch keinen Unterricht hatten und aber nicht nach Hause konnten, weil wir mit dem Klassenlehrer der 2. ja noch ein Date zu Cola und Keksen hatten. Also saßen wir rum. Knutschi nutzte die Gelegenheit, um endlich ein Foto von uns zu machen, das er als Hintergrund für die Schul-PC-Bildschirme verwenden möchte. Hm, seltsam, aber was solls. Ich hoffe wir können sein Machwerk dann mal sehen, weil ich mir aus irgend einem Grund ziemlich sicher bin, das er Thomas wegschneiden wird. Aber, keine Vorurteile von Sachen von denen ich nichts verstehe. Vieleicht macht er das ganze ja wirklich nur, weil er sich freut 4 deutsche Lehrer an seiner Schule zu haben, haha.
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Bald kamen die Kinder der 3. Klasse zu uns, die zwar fast vollzählig waren, aber trotzdem keinen Unterricht hatten, wahrscheinlich ist der Lehrer einfach nicht erschienen. Sie spielten die ganze Zeit mit so kleinen Kreiseln, die man mit einer Schnur aufwickelt, um sie dann loszulassen und in die Hand zu nehmen. Das ist der allerneueste Schrei derzeit bei den Kindern. Wir versuchten unser Glück auch mal, scheiterten allerdings ziemlich kläglich. Ein Junge entdeckte in meiner Tasche das spanische Harry Potter Buch und war ganz aufgeregt und wollte es unbedingt haben. Als ich es ihm gab, fing er sofort an laut vorzulesen und alle seine Klassenkameraden scharrten sich so gut es ging um ihn, um mit zu lesen. Es war total drollig, wie sie so laut es ging, den Text runterratterten: „EL – NINO – QUE – VIVIÓ. EL- SENOR – Y – LA – SENORA – D... DU... (verwirrtes schweigen) DDURSLEHI (eigentlich Dursley, aber bei Wörtern die sie nicht kennen, wird es ganz schön schwierig) QUE – VIVEN – EN – EL – NUMERO – 4 – DE – PR... PR.. Privet Drive...“. Ich fand es voll cool, was es ihnen für einen Spaß gemacht hat, dieses Buch zu lesen. Dann wollten sie sich auch noch alle einzeln mit dem Buch im Arm von uns fotografieren lassen und waren sehr stolz auf ihr Buch-Bild. Einer hielt das Buch leider verkehrt herum, wir konnten den Fehler aber noch rechtzeitig beheben. Nach einem weiteren Kreiselkontest und nachdem uns ein Junge noch seine besten Abzieh-Tatoos aus einer Bonbonpackung geschenkt und gleich auf die Hand gepappt hat, kam der Lehrer der 2. Klasse und wir machten uns auf in die kleine Bodega, zu unserem Date. Was für eine Freude, dort wartete schon Knutschi zusammen mit den anderen verbliebenen Lehrern um bei einer Inca-Cola den freien Tag zu feiern. Ich hatte dann auch noch die Ehre mich neben ihn setzen zu dürfen. Nach einer erneuten Runde Knutschen, fing er an, allen von Joana zu erzählen, die ja jetzt Peruanerin sei, da sie seinen Primo heiraten wird. Allgemeines Gelächter und gönnerhaftes versuchtes Lächeln von der armen Joana. Dann gab er wieder zum besten, das ich sofort „Nein“ gesagt hätte, als er mich fragte ob ich für immer in Peru bleiben will, ob es mir hier denn nicht gefalle? Gott, das Thema hatten wir doch jetzt schon mindestens 10x. Ich erklärte mal wieder, das ich Peru wunder- wunderschön finde, aber meine Freunde und Familie und natürlich meinen Freund (!) zu sehr vermissen würde, wenn ich hier bliebe. Ach, meinte Knutschi, hier in Peru sind die Männer doch viel schöner (ja klar, der einzige der wirklich gut aussah, war Fredy, obwohl Thomas immer noch meint er hätte ein Mopsgesicht und würde außerdem Lachen wie Goofy). Und dann meinte er, ich solle doch irgend einen der Lehrer nehmen und zeigte ausgerechnet auch noch auf den, den ich gar nicht leiden kann, weil er immer grad so ein „Hallo“ rausbringt und das auch nur, wenn wir zuerst grüßen. Hm, was soll ich denn jetzt wieder sagen? Ich dachte nicht lange nach, raunte dem Knutschi zu er wäre ja ganz nett, aber mir leider zu alt (dabei war es noch der jüngste von allen, vieleicht 3 – 4 jahre älter als ich) und lachte blöd dazu. Ich schob dann natürlich gleich hinterher, das dass nur ein Witz sei, aber ich glaube, jetzt hab ich den Kerl auch noch beleidigt. Na Prima. In Mataquita kann ich auch immer nur alles falsch machen.. Nun gut. Zum Glück verzogen sich die anderen Lehrer bald wieder und wir konnten mit dem netten 2. Klasslehrer unsere Kekse essen. Dann gings wieder nach Hause.
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Am Nachmittag mussten wir natürlich wieder nach Huaraz. War allerdings nichts besonderes , das wir gemacht hatten, eigentlich wollten wir nur ein paar Fressalien für unsere Reise (Juchu) einkaufen und mal kurz ins Internet. Da leider nur 2 Plätze frei waren im Internetcafe, teilten wir uns auf. Während Anika und Joana vor dem PC saßen, sind Thomas und ich einen Saft trinken gegangen. Ich bestellte mir in dem vegetarischen Restarurant auch noch einen Obstsalat. Dieser enthielt aber leider nicht nur Obst, sondern auch Yoghurt. Sahneyoghurt, wie ich bald feststellen musste. Oh nein! Ich vertrage doch keine Sahne und bekomm davon immer ganz schlimm Bauchweh und Durchfall. Zu spät. Als mir diese Einsicht kam, war der Yoghurt nämlich schon in meinem Bauch und richtete auch schon allen erdenklichen Schaden an. Auauau. Wir wollten nur noch schnell zu dem rießen Supermarkt, den Thomas und ich gestern entdeckt hatten und dann schnell wieder nach Hause. Auf dem Weg zum Supermarkt quälte ich mich schon sehr. Verdammt, jeden Tag erwisch ich irgendwas, das mir dann schreckliche Magenschmerzen bereitet. Das nervt!Im Supermarkt angekommen, mussten wir sogar unsere Taschen abgeben, so exklusiv war das hier. Na fein. Ich schlurfte durch die Gänge und hatte nur einen Gedanken „Verdammt, verdammt, ich will nach Hause“. Wie auf Bestellung kam plötzlich eine Dame angedackelt und wollte unbedingt, dass ich ihre Milch, die sie in einem kleinen Probierbächerchen rumtrug, koste. Ich zeigte auf meinen Bauch, krümmtemich und sagte „nein, danke“. „Oooh“, meinte die Dame, „wir haben auch laktosefreie Milch“, packte mich am Arm und zog mich zum Milchregal. Dann kam ein ellenlanger, in maschinengewehrgeschwindigkeit gesprochener Vortrag über ihre blöde Milch, dem ich kaum folgen konnte und der mich auch null interessierte. Dann wollte sie wieder, das ich ihre dumme Milch probiere. Ich sagte wieder „nein, danke“ und das ich gerne probieren würde, ich aber gerade schrecklich Bauchweh hätte und deswegen nix will. Ich verwendete um mein Bauchweh auszudrücken den Begriff „mal au veintre“, was nix anderes als Bauchschmerzen bedeutet. Aber sie schaute mich nur komisch an. Mir egal, ich machte mich vom Acker.
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Endlich wieder draußen, gingen wir noch schnell zum Kitschmarkt, um Thomas zu kleine Tracht abzugeben, die die Dame vergrößern soll. Dann gings endlich heim. Zum Glück gings mir schon wieder besser und beim Abendessen war dann schon wieder alles o.K.. Ich erzählte Milton von der Milchdame und das ich mir nicht erklären kann, warum sie nicht verstanden hat, das ich Bauchweh habe. Ob „mal au veintre“ jetzt doch nicht richtig sei. Milton schaute auch blos doof. Irgendwann dachte ich mir dann auch, das „au“ im spanischen doch gar nicht vorkommt. Zumindest hab ich es hier sonst noch nie benutzt. Dann fiel es mir ein: „mal au veintre“ ist französisch. Anika und Joana bestätigten dies. Oh Gott. Deswegen hat die Frau mich nicht verstanden. Seit ich hier in Peru bin und spanisch lern, fällt mir bis auf „je ne sais pas“ eigentlich kein einziges französisches Wort, geschweige denn ein ganzer Satz ein, es ist wie ausradiert und durch spanisch ersetzt. Und dann sag ich was französiches und merks net mal. Heieiei. Naja, Milton fands lustig und ich eigentlich auch. Wir sind dann ziemlich bald ins Bett, weil wir uns schon so auf Morgen freuten.
ggg
05.12.08 Schwierige Hunde und Schnarchzapfen
hhh
Heute ist der große Tag. Es geht auf Reisen. Juchu, juchu. Den Vormittag lümmelten wir rum und packten und am Nachmittag wollte Thomas seine Tracht holen und wir wollten die letzten Sachen noch einkaufen und nach dem Hotel in Trujillo schauen, ob es uns zugesagt hat, im Internet. Vormittags hatten wir aber auch noch was anderes vor. Wir wollten die beiden armen Hunde, die im Hinterhof immer eingesperrt sind mal raus lassen. Also, Draco und seinen Handlanger, den braunen. Draco ist nämlich seit neuestem total ruhig geworden und bellt so gut wie gar nicht mehr. Wir haben mittlerweile auch angefangen, die beiden mit Keksen zu füttern und der Braune(heisst in Wirklichkeit Peluza) will immer unbedingt raus zu uns und schmeisst sich die ganze Zeit gegen die Eisentür, so verzweifelt ist er, immer eingesperrt zu sein. Draco (also eigentlich Chiripa) ist mittlerweile total verkümmert, bewegt sich kaum noch und schaut eigentlich nur noch traurig in die Runde. Ich glaube er (eigentlich sie) ist schon total resigniert und hat überhaupt keine Freude mehr am Leben. Milton meint, wenn sie uns nicht stören, können wir sie schon raus lassen, sie seien eingesperrt, weil sie immer die Menschen beisen. Naja, ich glaub das ist schmarrn. Wir waren ja schon oft hinten um die beiden zu füttern und zum Waschen und da haben sie nie was gemacht. Ausserdem haben wir angefangen sie zu streicheln, was sie irgendwie gar nicht gewöhnt sind. Also, Tür auf. Der Braune kam gleich herausgeflizt und war überglücklich. Aber Draco war verschwunden. Egal wo ich nachsah, ich fand ihn nicht. Oh Gott, ist er abgehauen? Irgendwann sah ich im Oma-Klo nach, das sich ja in Dracos Reich befindet. Und da bemerkte ich, das der Eimer in dem das benutzte Toilettenpapier landet (man darf es ja nicht ins Klo werfen) umgefallen war und er sich bewegte. Oh nein, bitte nicht! Doch! Draco lag zwischen den verkackten Klopapieren. Iiih. Na da werd ich ihn nicht raus holen. Wir ließen einfach die Tür auf und warteten ab, ob er sich doch mal zeigt. Nach ca. 30 Minuten kam er dann tatsächlich raus. Aber er war ganz und gar nicht fröhlich, sondern stand schüchtern neben der Tür. Natürlich wollten wir ihn nach seinem kleinen Ausflug ins Toilettenpapierwonderland nicht mehr anfassen, deswegen blieben ihm auch die Streicheleinheiten versagt. Wenigstens war er draußen und nicht so allein. Ich schämte mich ein bisschen. Mit unserem blöden Weltherrschaftsparanoiaschmarrn haben wir gar nicht bemerkt, wie verzweifelt diese beiden armen Viecher eigentlich sind. Naja, wenigstens haben wir es jetzt gecheckt und die beiden kriegen mit uns noch ein paar schöne Monate. Vieleicht werden sie ja auch so zahm wie Dolly. Der Braune war schon auf den besten Weg und Draco wedelt auch schon ganz schüchtern mit dem Schwanz, wenn er uns sieht. Nun sind wir aber erstmal weg. 10 Tage. Jippieh.
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In Huaraz waren wir nur kurz im Internet (Hotel wurde gebucht) und hatten eigentlich schon fast alle Besorgungen erledigt. Die andern wollten noch schnell was essen. Ich hatte schon wieder Magenschmerzen. Warum denn heut schon wieder? Langsam regt sich in mir der Verdacht, dass der Tee, den wir zum Frühstück und zum Abendessen immer vorgesetzt kriegen, nicht gut ist. Wir haben auch auf einer Schlagzeile einer Zeitung gelesen, dass das Wasser in Huaraz angeblich vergiftet sei (ich hielt das aber für so ne Art Bildzeitung und auch Milton bestritt das), aber es roch schon immer sehr chlorig und muss lange gekocht werden. Seit einiger Zeit macht aber nicht mehr Mama-Milton unser Frühstück und Abendessen, sondern Milton selber. Und ich hege den Verdacht, dass er das Wasser nicht lange genug kochen lässt. Anders kann ich mir meine andauernden Probleme wirklich nicht erklären. Naja. Jetzt saß ich jedenfalls in einem super Restaurant und plagte mich schon wieder. Ich bestellte trotzdem einen Salat, weil ich trotz allem auch Hunger hatte. Als wir grad so über die ganze Wassergeschichte sprachen, sagte ein Mann hinter uns in österreichischem Dialekt „endlich mal wieda ein vertrauts Deitsch hearn, des is scho was guats“. Hei! Wir fandens auch voll ungewohnt, mit einer fremden Person in unserer Muttersprache zu reden und ich sagte erst mal „como?“, als ich ihn mal nicht verstand. Wir luden ihn zu uns an den Tisch ein, was er freudig annahm. Er erzählte uns, das er daheim einfach Job und Wohnung gekündigt hatte und ohne richtige Spanischkentnisse (kommt mir bekannt vor) nach Peru gereist ist. Hier ist er nun seit ca. 5 Wochen und war 2 Wochen in einem Bergdorf gefangen, weil er sich eine Lebensmittelvergiftung beim Mittagessen mit Indigenen zugezogen hat. Mittlerweile ginge es aber wieder halbwegs. Als wir ihn nach seinen Plänen fragten, meinte er, er würde morgen nach Trujillo fahren. Ja das ist ja witzig. Leider fuhr er aber am Tag und wir ja schon heute Nacht. Wir erzählten ihm daraufhin auch ein paar Geschichtchen, über die Waschmaschine, das Meerschweinchen und die Hühnerkralle in der Suppe zum Beispiel. Er amüsierte sich köstlich und wir meinten, dass wir uns in Trujillo, oder in Huanchaco, wo er auch hin wollte und wir natürlich auch, bestimmt nochmal treffen würden und freuten uns auch darauf.
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Dann mussten wir aber los und auch noch einen Zahn zulegen, weil wir uns verquatscht hatten, die Tracht noch holen mussten und eigentlich in eineinhalb Stunden schon wieder in Huaraz an der Busstation sein sollten. Wir spurteten zum Kitschmarkt (die Tracht passte, juchu) und zum Colectivostand und ab gings nach Hause. Milton hatte versprochen uns zur Moviltoursstation zu fahren, aber wir mussten zur Sicherheit nochmal nachfragen, nicht das ers doch verpeilt hat. Ich musste aber auch noch einiges zammpacken und wollte einen Salat und Sandwiches für die Fahrt vorbereiten. In Windeseile machte ich 100 Sachen auf einmal und kam total in Stress und durcheinander. Die andern gingen dann Abendessen und ich blieb im Zimmer um weiter zu packen und auch, um mir kein weiteres vergiftetes Wasser einzuflösen. Dann kamen auch bald die andern wieder und wir schleppten unser Gepäck nach draußen, zum Auto. Draco und den Braunen haben wir wieder einsperren müssen und der arme Braune hämmerte mehr gegen die Türe denn je. Das bedauernswerte Viech, vieleicht hätten wir mit dem freilassen warten sollen, bis wir wieder zurück sind. Dann die zweite Aufregung: Dolly entwischte auf die Straße und verschwand in der Dunkelheit. Oh nein, wie sollen wir die denn jetzt noch finden? Außerdem mussten wir uns langsam sputen. Verdammt. Anika und ich stellten uns vor die dunkle Gasse, die in Richtung Berge führt und riefen immer wieder nach ihr, aber sie kam nicht. Irgendwann hatten wir dann aber die zündende Idee: Ich schnappte mir ein Stück altes Kekspapier, das hier, so wie die meisten Abfälle fröhlich auf der Straße lag und raschelte damit. Auf eins kann man sich nämlich verlassen: Wenn irgendwo eine Keks- oder auch nur eine normale Tüte raschelt, dann ist Dolly zur Stelle, in der Hoffnung auf süßes. Und tatsächlich, nach 4x rascheln kam Madame wieder heruntergetrottet. Wir verfrachteten sie in den Hof, aber kaum waren wir wieder draussen, kam sie wieder rausgeschlüpft. Heieiei, die arme ahnte wohl auch, das wir wegfahren. Also, einer musste sie drinnen festhalten, bis alle andern drausen waren und dann durch die Tür schlüpfen. So, geschafft.
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Angel kam dann auch noch ums Eck und wir erfuhren, dass er uns bis zur Busstation begleitet. Da bin ich ja mal gespannt, wir mit unserem Rießengepäck und zu fünft eh schon zu viel für das Auto und jetzt kommt auch noch ein 6. hinzu. Angel quetschte sich zu uns Mädels auf die Rückbank, weil er der kleinste von allen ist und auch der dünnste. So, Joanas Rucksack wurde noch über uns alle drüber gelegt und endlich gings los. Zu fürchterlicher und irgendwann in den 90ern mal beliebter Technomucke (keine Ahnung wo Milton das aufgetrieben hat) fuhren wir bis in den Nachbarort. Dann drehte Milton wieder um – er hatte seinen Führerschein vergessen. Oh, oh, langsam mussten wir aber wirklich Gas geben. Milton hatte allerdings keine Eile. Er schlurrfte ins Haus, holte gemächlich seinen Führerschein und fuhr wieder los. Die Musik allerdings blieb. Buah, grauenhaft. Dann schon lieber 50x Grupo 5. An der Busstation angekommen, hatten wir dann tatsächlich noch 20 Minuten Zeit. Angel schleppte meinen Rucksack zur Gepäckabgabe und hätte sich glaub ich beinahe was verlupft. Dann warteten wir unter der Obhut unserer Begleiter und als es dann endlich ans einsteigen ging, war es irgendwie schon ein bissl traurig, dabei war es ja nur für 10 Tage. Nach ziemlich festen Abschiedsschmatzern und Umarmungen und viel, viel „cuidate, cuidate“ (pass auf dich auf) für jeden, gings dann ab in unsere Schlafsessel.
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Die Busbegleitung verabreichte jedem noch ein Lunchpaket mit Käsesandwich und einem Stück Kuchen, so wie einem ziemlich süßen Tee, es lief irgendein Ballerfilm auf den Bildschirm und das Licht wurde abgeschaltet. Ich schlief, meinen MP3-Player in den Ohren, ziemlich schnell ein (es war ungefähr halb elf), nur um dann so um 12 wieder aufzuwachen, mit dem Gedanken „oh Gott, oh Gott, wir sterben jede Minute“. Der Bus fuhr nähmlich, meinem Gefühl nach mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der ziemlich schlechten Straße und wackelte und rüttelte hin und her, das alles zu spät war. Ich wagte einen Blick aus dem sehr beschlagenen Fenster. Natürlich nix zu sehen, ist ja Nacht. Ok, aussteigen können wir eh nicht, also beten und versuchen weiterzuschlafen, mehr bleibt einem nicht über. Ich hörte weiter Musik um abermals wieder einzuschlafen und nach kurzer Zeit wieder aufzuschrecken. Hei der Blitz. Die Musik nervte mich auch, deswegen machte ich sie aus, das Rauschen der Klimaanlage war allerdings auch nicht viel toller. Irgendwer schnarrchte leise. Ich schlief wieder ein. Wachte wieder auf. Weil Mr. Schnarrchnase mittlerweile in voller Lautstärke und mit ziemlich abartigem und wiederlichen Ton vor sich hingrunzte. Ich sah mich um, wer wohl der eklige Schnarrchi sei. Zuerst verdächtigte ich Thomas. Wär auch besser gewesen, der lag nähmlich neben mir und ich hätte ihm einfach eine reinhauen können und es wäre Ruhe gewesen. Nach genauer Beobachtung musste ich jedoch feststellen, dass seine Atembewegungen nicht zum Schnarrchen passten. Mist. Annika und Joana konnten es auch nicht sein, da ich bei jeder mal sanft rüttelte und sich nichts änderte. Wer denn dann? Hinter uns lag ein sehr korpulenter Mann, der war der Tatverdächtige Nr. Eins für mich. Ich hätte wirklich liebend gern irgend was nach ihm geworfen, aber ich hatte nichts. Mist. Also, weiterschlafen. Nachdem ich nach ca. 3 wirklich ekligen schnarrch-grunz-erstickgeräuschen (wie hält seine Frau das nur aus?) jedesmal wieder aufgewacht bin, hörte ich eben wieder Musik. So, jetzt musste ich nur noch bei weiteren schrecklichen Rüttlern aufwachen. Bei einem war ich mir wirklich 100% sicher, dass der Busfahrer eingenickt ist und auf dem Gas steht, so wild ist der gefahren. Irgendwann wachte ich dann auf, weil das Licht auf einmal an war. Was ist denn nun schon wieder, angekommen konnten wir auf jeden Fall noch nicht sein. Der Bus stand aber und irgendwelche Leute mussten aussteigen. Oh Gott, ein Überfall? Die Busbegleitung lief aber ziemlich ruhig durch die Reihen, es konnte also nichts schlimmes sein. Aber es stank. Im ganzen Bus. Und zwar fürchterlich nach Schwefel. Buah. Fenster konnte man leider keins aufmachen und es war wirklich unerträglich. Auch Frau Bus hielt sich die Nase zu. Ich verdächtigte sofort Mr. Schnarrch, den ich eh schon hasste. Später erfuhr ich, dass wir in Chimbote gehalten haben, weil dort welche ausgestiegen sind. Der Gestank kam von draussen rein. Diese Stadt hat so gestunken. Mag sein, ich glaube aber immer noch, das es der Schnarrcher war. Als ich das letzte Mal aufwachte, fuhren wir gerade bei strahlendem Sonnenschein durch Trujillo. Wir waren da, zum Glück. Meine Ohren waren total zugefallen, was wohl an dem Höhenunterschied lag, da wir über einen 4000m hohen Pass fuhren und nun an der Küste waren. Alles Gähnen und blasen half nichts, meine Ohren blieben zu. Na gut, darum konnte ich mich auch später noch kümmern.
ddddd
06.12.08 Behördensuche und Bekleidungsprobleme
jjj
Mit einem ziemlich schrulligen , aber netten Taxifahrer kurvten wir zum Hotel. Es war sieben Uhr früh. Das Hotel erwartete uns erst um 11, aber wir durften trotzdem gleich einchecken. Trujillo war ganz anders als Huaraz und zum Glück auch anders als Lima, die Stadt war wirklich schön. Viele alte Häuser im Colonialstil gab es hier zu Bewundern, alle schön bunt angemalt und nicht mit Grafitti beschmiert, wie in Huaraz. Ausserdem war es heiß! Das Hotel war nicht minder schön. Alte Colonialvilla, mit rießiger Dachterasse, direkt vor unseren Zimmern.

Freu, freu, freu. Wir chillten noch ein bissl auf den Liegestühlen der Dachterasse rum, um uns dann um 9 Uhr auf dem Weg zum Visaverlängern zu machen. Wir wollten das alles so schnell wie möglich hinter uns lassen, damit wir den restlichen Urlaub noch geniessen können. Ausserdem waren wir uns nicht ganz so sicher ob das auch wirklich klappt und wir wollten so früh wie möglich wissen, ob wir uns noch auf den Weg nach Equador machen müssen, oder nicht.
Wir verließen um Punkt 9 das Hotel und gingen zum Placa de Armas, weil dort die Touristenstelle sein sollte. Auf dem Platz fand grad irgend eine Militärparade statt und es war ein rießen Gewimmel. Wir waren keine 2 Minuten da, da kam schon so ein Typ angewackelt und wollte uns seine Touren andrehen, mit der man alle Sehenswürdigkeiten rund um Trujillo abklappern kann. Er laberte und laberte, bemerkte immer wieder wie hübsch wir sind (besonders Anika, die sich irgendwann dann auch als einzige noch mit ihm unterhielt, allerdings sehr genervt) und bla, bla, bla. Er ging nicht mehr weg. Wir meinten, wir wissen noch nicht, ob wir das machen können. „ja, ja, bla, bla, bla“. Meine Güte. Er erzählte dann auch noch irgendwas von einer Strandparty die stattfindet und das dann dort immer ein Lagerfeuer sei, das irgendwann runterbrennt und dann gehen immer ein Junge und ein Mädchen Feuer holen, welche dann längere Zeit nicht mehr auftauchen und man weis ja, was dann passiert, usw. Jaja, schon klar, und Tschüss. Wir versprachen, dass wir nach 30 Minuten mal in seinem Büro vorbeischauen (haha) und machten uns aus dem Staub.
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Nun mussten wir ja erst mal dieses Visum-Gebäude finden. Wir liefen einmal im Kreis. Kein Visumgebäude in Sicht. Irgendwann, nachdem wir ca. 4 der Militärparadenpolizisten gefragt haben, schickte uns einer in das Haus, vor dem wir schon die ganze Zeit standen. Na also, geht doch. Leider war keiner da. Waren wohl alle auf dieser Parade. Auf einer Bank vor dem abgesperrten Büro schlief eine ziemlich nicht nüchtern erscheinende Dame. Wie hübsch. Irgendwann kam dann doch mal ein älterer Herr angedackelt und erklärte uns, das dieses Visumbüro jetzt woander sei, irgendwo auf der anderen Seite des Placa. Na gut, also machten wir uns auf. Alles was wir fanden war eine Kirche, in der irgend eine abartige Ausstellung stattfand. Ein weiterer Polizist schickte uns dann gleich in das eigentliche Büro für Pässe und sonstiges, wohin wir mit dem Taxi fahren müssten. Um zu einer nicht abgesperrten Straße zu gelangen (wegen Militärparade), mussten wir nochmal den Placa überqueren. Wer kam angelaufen? Mr. Feuerholz. Wo wir denn blieben? Es gebe nämlich oft Leute, die sagten sie überlegen es sich noch mit dem Angebot und dann doch nicht in seinem Büro auftauchten. Ach wirklich? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Er laberte wieder irgendwas und meinte dann, wir könnten ja mit ihm heut noch zum Schwimmen gehen. Nein, danke, keine Zeit. Wir verschwanden und schwangen uns ins nächste Taxi. Als wir endlich vor diesem Büro standen, war es geschlossen. Samstag. Es macht auch erst wieder am Dienstag auf, informierte uns ein Mitarbeiter, da am Montag Feiertag sei. Hm, nicht gut. Wir fragten, ob er denn wisse ob es möglich sei das Visum hier verlängern zu lassen. „Na klar“, meinte der. Na gut, dann können wir uns ja ins Vergnügen stürzen.
Trujillo ist eine sehr schoene Stadt***

ffff
Thomas wollte sich auch noch eine Tracht aus Trujillo holen, weil ihm diese so gut gefällt und wir machten uns auf in den trujillanischen Kitschmarkt. Dieser war dem in Huaraz allerdings nur mäßig ähnlich. Die Fleischabteilung sah gar nicht mal soooo wiederlich aus, es stank nicht und es war ohnehin um einiges ordentlicher. Eine Tracht gab es allerdings auch nicht. Es wusste auch niemand wo es die geben sollte und alle sahen uns nur an als wären wir bekloppt, wenn wir unseren Wunsch äußerten. Tja. Irgendwann verschwand Thomas in einem Männermodegeschäft, wo er sich eine weiße Jeans und ein weises Hemd kaufte, die Tracht der Trujillaner ist nämlich praktischerweise Weiß. Fehlten nur noch Hut und Halstuch und so ein komischer Gürtel, den wirds schon irgendwo geben. Ich wollte mir in der Zwischenzeit einen Rock kaufen, weil es echt abartig heiß war in diesem Trujillo. Ich hatte allerdings genauso wenig Glück wie Thomas. Röcke scheinen ganz und gar aus der Mode zu sein hier. In allen Geschäften in denen ich war, gabs so was nicht. Schöner Mist. Irgendwann gingen wir wieder zurück ins Hotel, nicht ohne den örtlichen Supermarkt (Metro) auszuchecken, der wirklich groß war und in dem es sogar frische Semmeln gab, sogar Vollkorn. Wir kauften unser Abendessen zusammen und machten uns auf der Dachterasse breit. Später gabs noch Cuba Libre mit frischen Limetten. Bevor wir ins Bett gingen (ziemlich früh, das was ich im Nachtbus gemacht hab, kann man ja schlecht schlafen nennen) machten wir noch an der Rezeption aus, das wir morgen eine Tourifahrt mitmachen wollen (die selbe übrigens, die auch Mr. Placa de Armas uns andrehen wollte). Super, bin schon voll gespannt.

fdsf
07.12.08 Touristenprogramm und tausend Anmachversuche
gfgds
Wir mussten heute schon früh aufstehen, um pünktlich um 20 vor zehn im Bus zu sitzen. Thomas und ich eilten in der Früh gleich zum Metro um unser Frühstück zu besorgen. Leckere Vollkornbrote, Mjam. Weil ich nicht wusste, ob wir Frischkäse, Kaffee und Marmelade mitgenommen hatten (hab in Huaraz nicht so aufgepasst, da ich ja mit der Milchfrau beschäftigt war), kaufte ich einfach alles nochmal. Im Hotel angekommen, stellte ich dann fest, das wir in der Tat alles mitgenommen haben. Naja, was solls, jetzt gibts es halt zweimal. Nach einem sehr eiligen Frühstück kam schon irgend eine Dame und wollte uns sehr ungeduldig abholen. Sie führte uns zu einem Colectivo, der leer war und verschwand. Sind wir etwa nur zu 4. auf diesem Ausflug? Wir fuhren los und bis an eine Kreuzung, wo noch einige andere junge Peruaner eingeladen wurden. Nun gings auf zum Huaca de la luna. Wir sollten dort einige uralte Ruinen und Tempel aus der Vorinkazeit besichtigen. Die Straße dorthin war leider gerade am aufgerissenwerden, weswegen wir einen ziemlich engen Umweg in Kauf nehmen mussten, bei dem der Unterboden des eh nicht mehr ganz taufrischen Colectivos bedenklich knarrte und quitschte. Als wir da waren, begrüßte uns ein etwas genervter Reiseführer, wunderte sich warum wir in der spanischsprachigen Gruppe dabei waren und fand uns dann schließlich doch ganz cool, weil wir irgendwie die einzigen waren, die seine Erzählungen auch interessierten.

Die Zeichnungen sind ueber 2000 Jahre alt

fff

Alle anderen aus unserer Gruppe waren ziemlich gelangweilt und ein Pärchen seilte sich ganz ab. Bis die ziemlich zickige Freundin einen Tadel von unserem Reiseführer einstecken musste, weil sie sich auf die 2000 Jahre alten Ruinen setzt um eine SMS zu schreiben. Nach ca. zwei Stunden gings weiter, erstmal zum Mittagessen. Das fand natürlich in einem super Touristischen Restaurant statt, das viel zu groß und wenig gemütlich war. Auf einer kitschig mit rosa Tüchern dekorierten Bühne, sollten einheimische Tänze aufgeführt werden, während wir essen. Die Tänze waren ganz nett, zumindest so lange, bis eine sehr spärlich angezogene Frau mit einem Freiwilligen aus dem Publikum tanzen sollte, da hats dann eher genervt. Als wir das Restaurant verließen, trafen wir dann auch noch auf den Placa de Armas Typ, der uns ja eigentlich die Reise verkaufen wollte. Peinlich.
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Wieder draußen, fanden wir unseren Colectivo nicht mehr. Die der anderen Reiseunternehmen, die auch mit uns bei dem ersten Tempel waren, standen noch da, aber unserer war verschwunden. Irgendwann entdeckten wir dann unseren Reiseleiter, wie er nach den Leuten suchte. Wir wurden nun in einen anderen Colectivo verfrachtet, mit lauter nicht-Peruanern. Wo denn die anderen aus unserer Gruppe seien, er finde sie nicht mehr?. Keine Ahnung. Er habe 3x in dem Restaurant nachgesehen und sie seien ewig nicht rausgekommen (stimmt), obwohl wir ziemlich lang gewartet haben. Tja, Pech gehabt. Bleibt ja alles in Trujillo, ist also nicht so schlimm. Wir fuhren zu Chan Chan in einen Stadtteil namens „Esperanza“ (Hoffnung), wo auch noch so alte Ruinen standen. Da die andern ja jetzt weg waren und auser uns nur noch 2 ältere Australierinnen in der Gruppe waren, hielt er die Leitung auf Englisch. War mir auch ganz recht, auf Spanisch hats zwar auch funktioniert, aber in Englisch gehts doch besser. Als wir gerade uralte Wände betrachteten, kamen plötzlich unsere verlorenen Schafe wieder. Sie waren ziemlich sauer, blieben dann aber trotzdem in unserer Gruppe und bestanden darauf, das er die Leitung weiterhin in Englisch hält, obwohl es nicht so aussah, als würden sie arg viel verstehen. Dann gings weiter ans Meer, wo noch ein richtiger alter Palast rumstand, den wir auch ansehen sollten.

Der Palast aus der Vorinkazeit

ggg

Dort erwartete uns ein ziemlich hässlicher Hund. Ein original peruanischer Hund, nämlich einer ohne Haare, ganz nackt. Bäh. Er war aber ein gutes Tier und der Reiseleiter stellte ihn als seinen Kumpel vor. Er machte ein paar Tricks mit ihm und wir konnten ihn streicheln, um zu sehen wie warm diese Tiere sind. Ausserdem schwimmen sie für ihr Leben gern, was uns Mr. Reiseleiter mitsamt Hund in einem Tümpel, mitten in dem Sandpalast zeigte. Schön. Es galt die letzte Station anzufahren. Ganz kurz nach Huanchaco, ans Meer, für eine viertel Stunde. Wir setzten uns in den Sand, als ein wohl schon leicht angetrunkener Herr (mit offenem Hosenstall, aber das ist hier nichts seltenes) an uns vorbeilief und auf einmal anfing mit uns Deutsch zu sprechen. Er fand es abartig, dass ich ein Brot aß, nur mit Tomaten drauf, weil Tomaten „scheiße“ seien. Ausserdem sei auch Peru „scheiße“ und die Strände sowieso, „zu viele Hippies“. Naja, wenn er meint. Irgendwann verschwand er wieder und vor lauter „scheiße“ haben wir ganz vergessen zu fragen, woher er so gut Deutsch kann. Dann gings zurück zum Hotel.
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Abends wollten wir nochmal nach einem Rock schauen. Es gab wieder nirgends einen. So was blödes. In irgend einem rießigen Geschäft, kaufte ich mir ein Kleidchen, das zwar nicht wunderschön, aber immerhin mal was kürzeres war. Für den Strand wirds es schon tun. Wir liefen noch ein bisschen weiter durch Trujillo durch und fanden alles sehr europäisch und ruhig. Ganz anders als in Ancash. Hier lief auch kein Mensch in Tracht rum, sondern alle so knapp wie bei uns nur ganz ganz selten und bis auf ganz wenige Ausnahmen waren alle Leute hier dick, oder hatten zumindest einen Bauch. Es war also schon ein ziemlicher Unterschied zu dem Peru das wir bisher kennengelernt haben. Ausserdem wurden wir 3 Mädels noch nie im Leben so oft angemacht, wie in diesen paar Tagen Urlaub. In Huaraz kommt einem schon mal ein „Hola Bonita“- Blödsinn zugeflogen, aber hier war das schon fast ein Sport. Manchmal hörte ich schon wie schön meine Augen sind, bevor ich den Komplimentemacher überhaupt angesehen hab. Den andern gings auch nicht besser. Wir konnten eigentlich kaum irgendwo hin, ohne von irgendwelchen Pasanten angemacht zu werden. Das beste war, als mir einmal ein Polizist nachpfiff. Zum Glück bleibt es aber normalerweise auch bei diesen harmlosen Spielchen. Man sollte halt nicht drauf eingehen, aber das ist ja eigentlich auch klar. Als wir uns gerade noch freuten, wie ruhig hier doch alles sei, bogen wir in eine Straße ab, auf der auf einmal 1000 Straßenverkäufer rumstanden. Es war so eng und ging so wild zu, dass man kaum durch kam. Um Gottes Willen. Ich war froh, als wir wieder draussen und noch alle unsere Sachen bei uns waren und wir verschwanden wieder zurück ins Hotel. Lieber nochmal einen leckeren Cuba Libre auf der Dachterasse trinken. Schön.

gsgdsg
08.12.08 Comerzparadies und Cocktailhölle
jfj
Heute hatten wir nichts besonderes vor und schliefen deswegen aus (das heist, ich schlief bis 8, weil ich seit ich in Peru bin, keinen einzigen Tag mehr länger als bis 8 geschlafen habe). Nach einem etwas gemütlicherem Frühstück machten wir uns auf die Socken, um mit dem Taxi zu Ripleys, einem rießigen Einkaufscenter zu fahren. Ich erhoffte mir wenigstens dort einen Rock. Als wir endlich ankamen und in das erste Kaufhaus eintraten, war es auf einmal wie ein Schalter in eine andere Welt. Das Kaufhaus war rießengroß und ich war schon seit mehr als 3 Monaten nicht mehr in so einem rießen Teil. Ich ging auf Rocksuche und zwar sofort. Leider stellte es sich aber auch hier als alles andere als einfach raus. Ich suchte und suchte und fand unmengen an schönen Oberteilen, die ich aber nun grad wirklich nicht brauchte und Hosen (kurze sind hier grad sehr en Vogue), aber Röcke gab es nur so superschnieke für wichtige Anlässe. So was blödes. Weil es so heiß war und ich in meiner Jeans beinahe gestorben wäre, habe ich nur meine schwarze Schlafanzughose getragen und wollte diese so schnell wie möglich mit einem Rock tauschen, da ich mir etwas assi vorkam. Meine Ohren hatten sich übrigens immer noch nicht erholt und ich hörte alles wie durch dicke Watte durch. Deswegen verstand ich die Verkäuferin auch nicht, die mich nach meinem Besuch in der Umkleide, mit lauter hässlichen Teilen irgendetwas fragte und sagte mal wieder die verbotene Wortkonstellation, wenn man nix versteht: „si, si“. Ich bejahte soeben, ohne es zu wissen, das ich diese Teile kaufen werde. Frau Umkleide brachte sie schon mal zur Kasse, ich suchte weiter. Irgendwann schwirrte ich so an den Rolltreppen vorbei, als mich ein Verkäufer fragte, ob ich die Umkleiden suche. Ich verneinte und meinte ich suche eigentlich nach Röcken. „Aha. Nach Röcken.“. Er sah mich an als sei ich nicht ganz sauber und verschwand wieder. Oh Gott, sind Röcke denn gleich so out? Mir egal, ich wollte einen und zwar sofort. Ich schwirrte weiter und fand endlich einen. Er war schwarz-weiß gemustert und jetzt nicht gerade der obercluo, aber das war mir mittlerweile wurscht. Ich probierte, er passte ich ging zur Kasse, sagte der Dame dass ich die anderen Sachen nicht nehme und wollte zahlen. „178 Soles, bitte“. Ähm, wie bitte? Was soll das denn? Soviel hat in meiner ganzen Zeit in Peru noch nie was zum Anziehen gekostet. Oh, oh, was nun? Ich schaute mal in meinem Geldbeutel nach. Ich hatte 70 Soles. Na Prima, wie peinlich. Von den anderen weit und breit keiner zu sehen und mein Handy hatte kein Guthaben mehr. „Ähm, ich muss mal schnell meinen Freund suchen, der hat mein Geld, hihi“, schwindelte ich und verschwand. So was blödes. Passenderweise fand ich auch die andern ewig nicht. Irgendwann lief mir dann Thomas über den Weg. „Hast du grad mal 100 Soles?“. Meine einzige Rettung. Er meinte Nein, weil er sich ja selber auch noch was kaufen will. Leuchtet ein. Aber was nun. „Joana hat ihre Geldkarte dabei“. Gottseidank. Als ich diese endlich fand (3 Minuten später), musste sie aber gerade noch Bikinis anprobieren, bevor sie Geld holen gehen konnte. Nach weiteren 10 Minuten kam sie nur kurz vorbei und meinte, sie komme gleich, sie müsse schnell mit, weil die Verkäuferin den Bikini schon entsichert hat. OK. Ich schlenderte derweil weiter rum und fand - oh Wunder – noch einen schwarzen Rock für 69 Soles. Er war zwar Größe L, aber was solls, endlich ein gescheiter, erschwinglicher Rock. Schnell in die Umkleide (die Dame war auch schon leicht genervt von mir), anprobiert, ein bissl weit, aber geht scho, raus, zur Kasse, der armen Verkäuferin, deren Lächeln mittlerweil auch nicht mehr soooo taufrisch war erklärt, dass ich nur den einen nehme und gut. Sie sagte irgend einen Preis, den ich aufgrund meiner tauben Ohren nicht verstand, aber ich wusste ja schon, 69 Soles. Als ich ihr das Geld hinstreckte, sah sie mich an als wär ich jetzt wirklich deppert und nahm nur 40 Soles. Reduziert, das hätte sie doch gesagt. Oh, ups, ok, mir solls recht sein. Als ich das gute Stück endlich in der Tüte hatte, kam schließlich Joana und meinte, der Automat nehme ihre Geldkarte nicht an. Gottseidank hab ich doch den billigeren Rock gekauft, sonst hätten wir jetzt echt ein Problem gehabt. Na gut.
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Wir verließen den Laden und befanden uns auf der Shopping-Wonderland-Straße.

Es war so, wie ich es mir eigentlich in den USA vorstelle. Alles rießenhaft und übertrieben, in einer Ecke noch einen rießen Fast Food Bunker, wo es von McDonalds über Kentucky Fried Chicken bis hin zu Pizza Hut alles gab und natürlich Mordsmäßige Weihnachtsdeko, bei 30 Grad. Was soll ich sagen? Nach 3 Monaten Huaraz, mit Läden bei denen man entweder Altweibersachen oder absolut nuttige Teile kaufen kann, war ich total begeistert. Die Klamotten waren zwar genauso teuer wie bei uns in Deutschland, aber sie waren toll. Ich ärgerte mich, das ich für eine Shopingtour gar kein Geld mitgenommen hab. Wir schlenderten dann einfach mal so durch und nahmen uns vor, morgen wieder zu kommen, da die andren genauso schlau waren und kein Geld hatten. Wir sinds einfach nicht mehr gewohnt.
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Wieder zurück im Hotel, beschlossen wir heute Abend mal zum Chinesen zu gehen. Im Reiseführer wurde von einem berichtet, der jeden Tisch in einem durch Vorhängen abgetrennten Separé stehen hat. Das wollten wir uns ansehen. Die Portionen seien allerdings so groß, das man sie am besten teilt. Naja, wir werden sehen. Das mit den Separés war dann auch tatsächlich so, ansonsten war es aber dafür ziemlich lieblos dekoriert, nämlich gar nicht.

Im Separé

Die Portionen waren auch in der Tat rießig. Aber so groß, dass man sie auch zu viert hätte teilen können. Wir schafften zu zweit nicht einmal die Hälfte. Aber geschmeckt hat es total gut. Nun wollten wir auch noch Coctailtrinken gehen. Endlich mal ausgehen, wenn wir schon in der großen Stadt sind, freu. Der Reiseführer empfahl nur eine einzige Bar. Sie war in der Nähe zum Hotel, spitze. Wir schlenderten also hin und – sie war geschlossen. Och ne, und jetzt? Da wir auch keine weitere mehr gesehen haben, gingen wir ein bischen enttäuscht ins Hotel zurück. Dort fragten wir aber trotzdem nochmal nach. Der Junge an der Rezeption musste auch erst mal nachfragen und zeichnete uns dann eine einzige Bar auf einer Karte auf. Was ist denn Trujillo für ein verschlafenes Nest? Wir machten uns auf den Weg und die Bar hatte auch offen, juchu. Wir waren allerdings die ersten Gäste und die ungefähr 6 -7 Barkeeper schienen nicht so unglaublich erfreut, jetzt auf einmal Gäste zu haben. Montag ist wohl nicht so der Weggeh-Tag. Uns egal, wir pflanzten uns. Erstmal kam ewig niemand, um unsere Bestellung aufzunehmen. Wir wollten auf jeden Fall unbedingt mal einen Pisco sour probieren, immerhin sind wir in Peru. Da aber niemand einen ganzen wollte (der ist irgendwie mit Ei, ja Pfui Deifel), bestellten wir 5 Cocktails, einen für jeden und den Pisco für alle. Der Barkeeper dachte sich offensichtlich seinen Teil und machte sich ans Werk. Dann passierte erstmal wieder ewig nichts. Irgendwann konnten wir einen der Mitarbeiter beobachten, wie er mitsamt Plastiktüte nach draußen flitzte. Muss wohl einer noch die Zutaten einkaufen, das kommt hier öfter vor. Irgendwann kam er dann wieder zurück und somit auch unser Pisco sour. Er war gar nicht so übel, allerdings glaub ich nicht, das man sooo arg viel davon trinken kann. Thomas Getränk (Gin con gin) kam auch ziemlich bald, dann stockte es wieder. Nachdem der eine wieder mit Plastiktüte verschwand und irgendwann zurückkam, kamen dann auch bald mein und Joanas Getränk. Für Anika mussten sie wohl nochmal los, weil sie ihren „Alexander“ erst sehr, sehr spät erhielt. Jaja, mit der Gleichmäßigkeit beim servieren ist das hier auch wieder ein ganz anderes Thema. Macht aber nix, wir hatten ja noch den Pisco, der musste schließlich auch weg. Danach hatten wir dann aber allerdings auch genug, weil wir ohne Zweifel nicht sonderlich erwünscht waren und auch niemand mehr kam um abzuräumen oder nach neuen Bestellungen zu fragen.

Endlich Cocktails!!!

jjj

Wir zahlten an der Bar und verschwanden, um auf unserer guten alten Terasse nochmal Cuba Libre zu trinken. Unser Platz war allerdings besetzt. Zum Glück haben wir nicht gemotzt, dort saßen nämlich zwei Deutsche. Ist ja schon unheimlich, wie vielen wir zur Zeit hier begegnen. Wir quatschten ein bischen und Thomas und ich erzählten mal wieder die guten, alten Vergara-Schenkelklopfer und gingen ins Bett. Morgen sollte ja der große Visum-Tag sein und da wollten wir schließlich frisch beim Amt erscheinen. ffffffffffff


09.12.08 Visumprobleme und Voyeure im Oma-Klo
hhhhh
Nach einer kurzen Dusche und einem noch kürzerem Frühstück (nämlich keinem) ging es aufgeregt zum Touristenamt. Das „Amt“ sah wie erwartet recht heruntergekommen aus und keiner von uns wusste wohin. Irgendwann kam ein Herr und fragte was wir wollen. „Visum verlängern? Geht hier nicht. Da müsst ihr nach Equador ausreisen“. Ja, wie jetzt. Der eine Mann am Freitag hat doch noch gesagt, dass es funktioniert und im Reiseführer stands ja auch. Der Herr meinte aber irgendwas, von wegen irgend ein Gesetz ist neu. Wir sollen aber warten, bis der zuständige Herr, Marco Polo (der heisst wirklich so) da sei, der kann uns vieleicht weiter helfen. Oh nein, ich will nicht nach Equador. Irgendwann kam dann Marco Polo, ein ca. 50 jähriger Brillenträger mit Mönchsfrisur in sein Büro geschlurft und wir sollten folgen. Langsam setzte er sich hin, holte irgendwas in Klopapier gewickeltes aus seiner Schublade und begann ganz, ganz langsam es auszuwickeln. Zum Vorschein am irgend ein Pass, den er natürlich ausgerechnet jetzt ansehen musste. Dann schlurrfte er zu einer weiteren Schublade, holte diesmal eine ganze Rolle Klopapier selber raus und verschwand. Oh je, so wie der sich aufführte, war er bestimmt eine ganz harte Nuss. Irgendwann kam er dann wieder anmarschiert, verstaute sein Klopapier und setzte sich. Wir wollen also unser Visum verlängern, interessant. Er fragte Thomas ob wir alle drei seine Freundinnen seien und das er mit drei ganz unterschiedlichen Typen Frau unterwegs sei, das findet er ganz doll. Dann begutachtete er unsere Pässe. „Sabine, äh?“ Er sah mich an. Kurze Zeit später: „Mh, Sabine“. Um Gottes Willen, der Typ machte mir gleich direkt Angst. Er legte eine kurze Pause ein, während der er in meinen Ausschnitt starrte (der übrigens nicht sehr groß war, muss ich jetzt nur mal zu meiner Verteidigung sagen) und fuhr dann fort: „Ihr müsst nach Equador fahren“. Nein, nein, nein, wir wollen aber nicht nach Equador und im Reiseführer steht das ander drin, basta! „Ach, wirklich?“ Er drückte auf das Power-Knöpfchens seines PCs, wo – oh, Überraschung – als Desktophintergrund eine Frau im sehr knappen Bikini zu sehen war und wollte ins Internet. Das ging aber nicht. Er rief irgendetwas auf den Gang hinaus und bald darauf wuselte ein Junge herbei, der irgendwas einsteckte und schwupps, ging das Internet, Halleluja! Dann ging er auf die Seite von diesem Visumsverlängerungsfirlefanz und zeigte uns einen Eintrag, in dem deutlich stand, dass sich das Gesetz im Juli 08 geändert hätte und es ein neues Visum nur noch in Equador gibt. Kann man nix machen, noch nicht mal bestechen. Menno.
***
Enttäuscht zogen wir wieder von dannen, direkt in die Haltestelle von Movil Tours und fragten, wann denn ein Bus nach Tumbes, eine Stadt nahe der Equadorianischen Grenze fahren würde. Gar nicht. Nach Tumbes fährt Movil Tours nicht. Ach verdammt, haben wir denn heute nur Pech? Cruz del Sur fährt natürlich erst recht nicht nach Tumbes, sondern immer nur nach Lima, von wo aus man dann umsteigen und von dort nach Lima fahren kann. Klingt toll, nur, dass Lima ca. 20 Stunden weiter südlich liegt und Tumbes von Trujillo aus gesehen 10 Stunden im Norden. Also, andere, nicht im Reisebuch ausdrücklich empfohlene Busgesellschaften suchen. Priml. Movil Tours empfahl uns das Unternehmen „El Dorado“, das aber leider kein Schlafbus ist. Hm, mal sehen. Wir fuhren erstmal wieder ins Hotel um dort auszuchecken und zu fragen, ob die noch irgend ein Busunternehmen wüssten. Auch die angestellten hier, meinten El Dorado sei ganz gut. Naja, die werden schon wissen. Im Reiseführer stand allerdings nichts tolles darüber drin. Als wir schon aufs Taxi warteten, entschlossen wir uns doch zur Stadtion von „Ormenio“ zu fahren, da diese wenigstens im Reiseführer erwähnt waren. Die Stadtion selber sah allerdings alles andere als Empfehlenswert aus. Es war eine sehr heruntergekommene rießige Halle, die vor ungefähr 30 Jahren mal einen Anstrich in den Ormeniofarben (Grün und Orange) genossen hat und nun vor sich hin gammelt. So eine ungemütliche, hässliche Wartehalle hab ich bisher noch nicht gesehen.

Die gruselige Busstation

lll

Auch die Busse schienen jetzt nicht gerade der neueste Schrei zu sein, da wir aber mit einem Doppeldecker fahren sollten, der nirgends zu sehen war, hofften wir einfach, dass dieser besser aussieht. Wir bestellten wir Plätze in den Schlafsesseln und zahlten genauso viel wie bei Cruz del Sur. Dann kanns ja gar nicht so schlecht sein. Abfahrt: 23.45, bis dahin mussten wir die Zeit irgendwie rum kriegen. Am besten mit Einkaufen! Das haben wir uns nach der Pleite heute auch wirklich verdient. Und endlich mal was Essen. Wir ließen unsere schweren Reiserucksäcke im Hotel in einem Gepäckraum und fuhren, diesmal mit viel Geld in der Tasche, wieder zum Einkaufscenter. Ich kaufte nicht all zu viel(mein Rucksack war eh schon proppenvoll), aber es machte Spaß, einfach nochmal zu bummeln.
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Wieder zurück, mussten wir schauen, dass wir irgendwo unsere Essensvorräte verspeisen können, die wir nicht unbedingt mit nach Equador schleppen wollten. Auf den Placa de Armas wollten wir nicht unbedingt, weil man da alle 5 Minuten angebettelt wird und wir auch keine Lust hatten, Mr. Touristenreiseleiter wieder zu begegnen. Also setzten wir uns in den Garten vor einer Kirche. Dort war gerade auch noch Messe, na Prima. Mit viel geklecker, da wir weder Tisch noch Teller hatten, mampften wir unsere Brote und gingen noch ca. 5x wieder zu unserem Gepäck, weil wir was vergessen hatten, oder verstauen mussten. Mittlerweile waren auch die von der Rezeption nicht mehr ganz so angetan von uns. Jetzt hatten wir 19 Uhr, immernoch ewig viel Zeit totzuschlagen. Wir gingen in eine Bar, in der es hieß, dass man von ziemlich alten Herren bedient wird, um uns das mal anzuschauen. Es stimmte auch, die Bedienungen waren alt und die Kunden größtenteils auch. Wir bestellten Kaffee und heiße Schokolade und lümmelten rum. Irgendwann ging Joana aufs Klo, um wenig später wieder zu kommen und uns zu berichten, dass sie nicht gehen könne, weil direkt über der Schüssel eine Kamera montiert sei. Hm, ich weiß nicht. In so einem Oma-Restaurant will doch keiner die Gäste beim aufs-Klo-gehen Filmen. Anika, die wenig später ging, meinte aber auch, das Ding sehe aus wie eine Kamera. Nun wollte ich aber auch mal schauen. Ich ging also aufs Klo und tatsächlich, es war ein Loch genau über der Schüssel mit einem Etwas darin, das aussah wie ein Kameraauge. Aber das kann doch nicht sein. Ich versuchte auf die Plastikkloschüssel zu steigen, um mir das ganze genauer anzusehen. Es hätte genauso gut auch ein Lüfter sein können, aber wer weiß. Während ich so auf der Schüßel rumbalancierte, hielt ich mich am Papierhandtuchspender fest. Ein Fehler, denn dieser ging irgendwann mal auf, heraus flogen ca. 200 Papierhandtücher und schließen konnte man das Glump auch nicht mehr. Und im schlimmsten Fall war auch noch alles auf Film. Ich versuchte noch ca. 2 Minuten diese Ding wieder zuzumachen, bis ich es irgendwann aufgab. Auf dem Klo darf man eh nicht filmen, also kann mir gar nix passieren.
***
So, jetzt wurde es aber dann Zeit zur Busstation zu fahren. Da diese auch noch in einem recht schäbigen Stadtvirtel liegt, wollten wir schon um 22 Uhr dort hin, und halt da die restliche Zeit totschlagen. Als wir ankamen, war keine Menschenseele da. Niemand wollte mit uns nach Tumbes fahren. Einzig und allein der Schaltermann war da und der verschloss die Tore, als wir dann letzendlich in der Halle saßen. Nicht gerade sehr heimelig. Wir quetschten uns auf die Plastiksitze und warteten. Der einzige Mensch der noch da war, kehrte mit Bedacht und sehr, sehr langsam den Fußboden. Ich beschloss mal aufs Klo zu gehen und war sehr überrascht: Um zur Toilette zu gelangen musste man nach draußen auf eine Art Hinterhof. Das Klo selber stand mehr oder weniger im Freien, zusammen mit den Waschbecken. Es war echt unheimlich. Natürlich waren alle drei Klos verstopft.

und das noch gruseligere Klo

jjj

Ich wählte das am wenigsten schmutzige und stellte fest, das auf meiner Tür drei kleine Hakenkreuze eingeritzt waren. Wie nett. Vor den Waschbecken, hörte ich auf einmal ein Geräusch. Dann bekam ich wirklich Angst. Das war genau so ein Ort, an dem in dem Filmen immer schlimme Sachen passieren und wer weiß, von wo aus man noch zutritt zu den Toiletten hat. Ich schaute, das ich so schnell wie möglich wieder in die Halle kam (der Türknauf war kaputt) und setzte mich wieder zu den anderen. Das Geräusch war übrigens nur der Bodenkehrtyp, aber trotzdem war ich Heilfroh wieder bei den anderen zu sein). Wir gingen jetzt wieder nur noch zu 2. aufs Klo. Um viertel vor Zwölf, fragten wir den Mann am Schalter, wo denn eigentlich der Bus sei. Er fährt um 24 Uhr, war das einzige was er uns zuraunzte und wir sollten doch bitte unser Gepäck bringen. Oh wei, das wird ja immer seltsamer. Irgendwann kam dann aber doch tatsächlich ein Bus angefahren. Wir sollten einsteigen. Na endlich. Er sah gar nicht sooo schlecht aus, allerdings mussten wir nach oben und nicht, wie abgemacht und eigentlich auch bezahlt, unten in die Schlafsitze. War uns aber mittlerweile auch wurscht. Es waren eh kaum Leute im Bus und ich nahm mir einfach ein pärchen Semi-Cama-Sitze, also Halb-Schlaf-Sitze für mich allein. Ich muss sogar sagen, dass ich in diesem Bus um einiges besser schlafen konnte, als im Movil Tours.
ffff

10.12.08 ewige Busfahrt und Equador No. 1

gggg
Irgendwann in der Morgendämmerung wachte ich durch ein Geräusch auf. Wir befanden uns in der Wüste und vor uns standen 3 dunkel gekleidete Männer in Militärklamotten. „Ok“, dacht ich mir, „jetzt ists so weit. So lang ist nichts passiert, aber jetzt werden wir ausgeraubt, mitten in der Wüste“. Scheisse. Ich hoffte inständig, das sie nur Geld wollten und dann wieder verschwinden. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Herren von der Polizei waren und mal eben eine Kontrolle machen wollten, mitten in der Wüste. Ich gab meinen Ausweis her und war froh. „Ah, Sabine Regina“ las einer von ihnen mit schmierigen Grinsen vor. Heieiei, was ist denn zur Zeit los? Irgendwann waren wir fertig abgeklappert und durften die Pässe wieder einpacken. Ein junger Mann der jedoch etwas hinter mir saß, hatte Pech. Er kam aus Equador und sein Visum für Peru war seit 5 Tagen abgelaufen. Das zog eine ewige Diskussion nach sich und er musste sogar mit dem Beamten aussteigen. Irgendwann, wahrscheinlich nach einer kleinen Bestechung, kam er wieder und wir konnten endlich wieder weiter fahren.

Sicherheitsmaenner

ggg

An schlafen war jetzt eh nicht mehr zu denken und der sehr nette Busangestellte brachte uns ein Frühstück, Schnitzelsemmel mit Mayo, um 7 Uhr früh, würg. Irgendwann kam er wieder und fragte, ob wir nach Equador müssen. Ja, schon. Wir wollten in Tumbes aussteigen und von dort aus irgendwie mit dem Taxi oder sonst wie nach Equador. Er meinte, wir können auch mit dem Bus über die Grenze, da er eh noch viel weiter nach Equador reinfährt. Er könnte uns dann in Machala rausschmeisen. Hei, das ist ja cool. Dieser Bus gefiel mir immer besser.
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Es liefen dann auch 3 Filme und zum ersten Mal, seit ich in Peru Bus fahre, sogar 3 gute Filme. Leider so gut, dass ich immer nur in den Fernseher starrte, anstatt die Landschaft mit ihren unzähligen Bananenplantagen zu würdigen. Zuerst lief irgend so ein Film mit Robin Williams, den der Busangestellte aber auf französischen Untertitel eingestellt hat, weil er uns für Franzosen hielt, wie wir später erfuhren. Danach James Bond, diesmal mit englischem Untertitel, weil wir ihn aufgeklärt haben. Und danach noch I-Robot mit Will Smith. Ich fand den Film so gut, dass der Bus meinetwegen noch ewig hätte weiterfahren können. Tat er aber nicht, weil wir schließlich an der peruanischen Grenze ankamen. Also, aussteigen. Es war drückend heis, in der Station bekam man kaum Luft und wir mussten Schlange stehen, um uns ausstempeln zu lassen. Dann wurden irgendwelche Visumpapiere hin und hergeschoben, einige Mitfahrer wollten wissen was wir in Peru machen, Mr. Buspersonal war total hingerissen davon, das wir Freiwillige seien und dann gings auch schon weiter. Grad als der Film spannend war, mussten wir wieder raus. Wir sind an der equadorischen Grenze angekommen (eine Stunde später) und mussten uns hier nun unsere Aufenthaltsgenehmigung für Equador abholen. Der Schalter war hier wenigstens draussen und es war noch ein bisschen heißer. Zurück im Bus war ich froh, dass wir schon die Hälfte dieses ganzen Tohuwabohus hinter uns hatten. Aber, weit gefehlt. Irgendwann kam wieder eine schwarz gekleidete Person anmarschiert, und wollte das wir alle aussteigen, samt Gepäck. Oh mann, was ist denn nur schon wieder los? Ich hatte mich natürlich in meinen zwei Sitzen breit gemacht und musst erstmal alles unter den strengen Augen von Mr. Black zusammenpacken. Vor lauter Eile stieß ich mir auch noch den Kopf am Fernseher und zwar so, dass ich beinahe Rückwärts wieder umkippte. Den Grenzbeamten, oder was auch immer der war, juckte das wenig. Bäh. Es war dann tatsächlich eine Zollkontrolle, wobei sie bei mir aber nicht mal das Gepäck öffneten. Prima, hätt ich auch drin bleiben können, ich war ganz schön stinkig. An der Wand dieser Zollstation stand „Nationale Polizei, unser Stolz“ oder so ähnlich geschrieben. Darunter konnte man schöne Zeichnungen von bewaffneten Männern auf dem Feld sehen, so wie einen Totenschädel mit Soldatenhelm und Waffe. Da fühlt man sich doch wohl. Wieder zurück im Bus, war gerade das Ende des Filmes erreicht, als der Bus hielt und uns raus lies. Schön.
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Jetzt waren wir also in Equador. Und es war heiß wie nochmal was. Der Taxifahrer, der uns in die Stadt fuhr, meinte wir hätten 38 Grad. Es gäbe hier aber auch den Winter und dann ist es auch ziemlich kalt. Dann hat es nur so um die 20 Grad. Mhm, klar. Wir saßen in dem Taxi und starben bald vor Hitze. Und vor Angst, denn der Fahrer drückte auf die Tube wie ein verrückter und wir hatten natürlich keine Anschnallgurte hinten. Ich saß zum Glück auch noch in der Mitte, da fliegt man wenigstens gleich ohne Widerstand zur Frontschutzscheibe raus. Als ich mal auf seinem Tacho nachsehen wollte, wie schnell wir seien, bemerkte ich, das wir 0 Kmh fahren. Der Tacho ging nicht. Na, das ist ja praktisch. Wir hatten aber Glück, da wir dann doch noch heil am Hotel „Solar del puerto“ ankamen. Von außen machte es jetzt nicht gerade den Hyper-Eindruck, aber wir täuschten uns! Als wir nämlich in unsere Zimmer kamen, waren wir ganz baff. Es war fast wie in so nem All-inclusive-Hotel-Bunker, in die man bei Pauschalreisen immer gesteckt wird. Thomas und ich hatten 2 Fensterwände, mit Blick auf den Hafen, wenn man sich anstrengte. Außerdem einen Kühlschrank, eine Klimaanlage und einen rießen Spiegel. Und zwei Doppelbetten, für jeden eins. Voll Geil.

Unser tolles Zimmer in Equador

jjj

Oben gab es noch eine Dachterasse, ebenfalls mit Blick auf den Hafen. Wir beschlossen mal schnell ein Internetcafe zu suchen, da wir nach einem Hotel in Mancara, unserer nächsten Wunschstation sehen wollten. In Peru geht das ja ganz einfach, Internet gibts ja an jeder Ecke. Wir machten uns also auf, in diese fremde Stadt. Hier bezahlt man übrigens mit US-Dollars, was mir einige Probleme bereitete, weil man ja jetzt alles wieder umrechnen muss. Jetzt rechne ich aber nicht von $ auf €, sondern von $ auf Soles, da ich gar nichts mehr anderes gewöhnt bin. Ziemlich kompliziert das alles. Zuerst hatten wir ein ganz anderes Problem, da wir einfach kein Interntcafe fanden. Hier war eh alles total anders. So wie es hier aussah, stellen wir uns eher Mittelamerika vor, wir hätten auch genausogut in Mexico sein können. Auch die Leute waren ganz anders, ziemlich freizügig gekleidet, was wir von unseren Ancash-Leuten ja überhaupt nicht gewohnt sind und auch nochmal viel offener, als bei uns. Die Stadt wirkte trotz allem irgendwie unfreundlich, man erwartete hinter jeder Ecke einen Verbrecher. Deswegen wollten wir uns auch beeilen und noch ein Internetcafe finden, bevor es dunkel wird. Irgendwann kamen wir in einem an, wo aber aus irgend einem Grund kein Internet zur Verfügung stand. Als wir fragten, wo denn das nächste sei, meinten sie, es wäre sehr, sehr weit, einen Kilometer, ca. Ach du schreck. Wir liefen trotzdem mal weiter, aber das einzige das wir noch entdeckten sah von außen sehr seltsam aus und war proppenvoll. Wir beschlossen wieder in das erste zurückzugehen, um von dort aus in Mancara bei den Hotels aus dem Reiseführer anzurufen. Es war so eine schreckliche Affenhitze und während Joana in der Telefonzelle versuchte zu telefonieren, wären wir beinahe eingegangen. Auf einmal kam ein alter, zahnloser Mann anspaziert und wollte wissen woher wir seien. Auf die Antwort „de Alemania“ sagte er auf einmal auf Deutsch: „Was, woher kommt ihr?“ Ich habs erst gar nicht gecheckt, so selbstverständlich hat sich das angehört. Dann fing er an uns auf Englich zu erzählen, das er früher mal Matrose war und auch einige Zeit in Hamburg gelebt hat. Und das er es so toll findet, dass er nun hier mit uns Englisch reden kann, weil er das hier in seiner Heimat ja total vergessen kann. Es war ganz interessant, was er so erzählte, trotz allem musste ich einfach nach draussen gehen, weil es in dem Raum so furchtbar heiss und schwül war, dass es den stärksten Bär umgehauen hätte. Joana kam irgendwann wieder raus und meinte, das sie niemanden erreiche. Mist. Wir gaben auf. Mussten wir halt morgen schauen, ob wir noch was finden. Jetzt hieß es erstmal Abendessen.
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Wir wollten uns eigentlich in das Restaurant unseres Hotels setzen, aber die Dame an der Rezeption machte uns klar, das es heute aus irgendeinem Grund nicht auf hat. Wir sollten zum Hafen gehen, da gibt es ein Restarurant. Stimmt. Leider sah es sehr nach Fischrestaurant aus. Na, mal sehen. Das Restaurant selbst war wirklich nett hergerichtet und man konnte sich auf die Terasse setzen, direkt über das Meer. Aus den Lautsprechern dröhnten US-amerikanische Schnulz-Schmusesongs, was irgendwie sehr gut zu dem Ambiente passte. Ich kam mir vor wie in den 50ern irgendwo in Californien, während wir so in der Meeresbrise saßen und Elvis Presley dudelte. Leider hatte die CD einen Hänger, was aber keinen der Mitarbeiter in dem Hotel zu stören schien. Es gab übrigens wirklich fast nur Fisch. Igitt. Ich bestellte Salat und Reis, das war aber lecker.
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Wieder zurück im Hotel, sahen wir ca. 5 Folgen der Simpsons auf spanisch im Kabelfernsehen an, bis wir mal wieder ziemlich früh einschliefen.

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11.12.08 Equador No. 2 und endlich im Paradies

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Ich wachte von dem Lärm der Straße auf. Hier hupen die Autofahrer zwar nicht im mindesten so oft wie die in Huaraz, aber Krach machen sie trotzdem. Was solls, war eh Zeit zum Duschen. Der einzige Makel dieses Hotels war, das die beiden weißen Handtücher im Bad wohl noch mindestens unseren Vordermann beglückt haben, denn sie waren ziemlich schmutzig. Würg. Ansonsten wars ganz hübsch und das Wasser war sogar warm und es ist mittlerweile wirklich schon ein Luxus geworden, in einer Dusche zu stehen, die kein Stromkabel zum Duschkopf führen hat und bei der man weis, dass man ganz ohne Angst gleich durchs Zimmer zu fliegen, einfach den Duschnknopf betätigen kann. Nach erfolgreicher Säuberung gings ab ins Stadtzentrum, um uns ein Mittagessen zu kaufen und wieder einen Bus zu finden, der zurück nach Tumbes oder am besten gleich nach Mancara fährt. Das Taxi lies uns am Placa de Armas aussteigen, der wirlich ganz hübsch war. Es gab viele Palmen und einen wunderschönen Brunnen und natürlich Weihnachtsmusik, die aus den rießigen Boxen dröhnte, bei 35 Grad. Ich finds immer wieder total komisch und ungewohnt, aber es macht auch Spaß. Besser als eine Affenkälte. Nachdem wir endlich mal ein Internetcafe und somit auch ein Hotel entdeckt hatten, enterten wir den hiesigen Supermarkt. Er war um einiges schäbiger als in Peru (meiner Meinung nach) und es gab auch irgendwie nicht alles was wir wollten, obwohl er ziemlich groß war. Wir klaubten zusammen was es so gab und fuhren wieder zurück, um auf der Dachterasse zu Essen.
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Der Frischkäse, den wir meinten gekauft zu haben, stellte sich irgendwie als Sahne, oder so was ähnliches raus und schmeckte schon gleich nach dem Essen verdorben. Zum Glück hatten wir noch unsere Wunderwaffe, Senf, dabei. Dieses Lebensmittel ist einfach prima, wird nicht so schnell schlecht, passt zu fast allem und hat auch noch Würze. Wir haben in diesen Tagen für fast alles Senf verwendet. Nun wurde es aber Zeit zur Busstation zu fahren, um wieder zurück in unser geliebtes Peru zu kommen. Also, alles wieder Retour. Der Taxifahrer diesmal war auch mal wieder Mr. Bleifuss persönlich, hatte aber wenigstens einen Tacho. Er fragte uns, ob wir aus den USA seien. Als er erfuhr, das wir aus Deutschland sind, freute er sich und meinte „ihr habt nichts am Hut mit den Yankees, sehr gut“. Jaja,beliebt sind die Amis hier wirklich nicht. Wir schleimten noch ein bischen, indem wir mal wieder erzählten, dass es im fernen Deutschland gerade schneit und das es hier doch so schön warm sei. Ansonsten fanden wir Equador, oder halt das was wir davon gesehen haben, jetzt nicht sooo toll, was der Taxifahrer natürlich nicht erfuhr. Und die Leute hier nuscheln auch und sprechen irgendwie ein viel unverständlicheres Spanisch, das nicht mal Anika und Joana richtig verstehen können. Nene, lieber wieder zurück nach Peru.
***
Die Busstation der Gesellschaft Cifa war diesmal noch weniger komfortabel als die von Oreon. Es waren aber die einzigen Busse die Tagsüber von hier nach Tumbes fahren und unser Reiseführer hat sie empfohlen. Naja. Wir warteten in der Wartehalle, in der ungefähr 40 Grad herrschten und in der eine rießige Krippe mit allem drum und dran aufgebaut war. Puh. Die Krippe blinkte freudig vor sich hin, während wir es kaum aushielten vor Hitze. Irgendwann kam dann der Busfahrer und meinte, wir können nun einsteigen. Die Busse waren ungefähr in dem Zustand wie die alten Schulbusse bei uns in Deutschland und machten auch genau so einen Sicherheitseindruck. Ständig kamen irgendwelche Leute rein, die bettelten oder uns Sachen verkaufen wollten und hinter uns saßen zwei Frauen die überhaupt keine Fahrkarte besaßen. Sie haben sich einfach auf den Platz von zwei jungen Spaniern gesetzt, die nun natürlich keinen Platz mehr hatten. Als die Spanier das Buspersonal holten, damit diese die zwei sich weigernden Damen von den Sitzen holen, gab es ein rießen gezeter. Die beiden Frauen meinten, sie waren ja wohl zuerst auf dem Platz und sie könnten überhaupt nicht verstehen, warum sie den nun hergeben sollten. Das die Plätze fest auf den Tickets standen, interessierte sie nicht. Nach ewigem hin- und her und geschrei gaben die entnervten Spanier auf und setzten sich woanders hin. Die beiden Damen unterhielten sich noch, wie unverschämt es sei, das die Leute mit Fahrkarte einfach später kommen und dann auch noch die Plätze haben wollten. Es war schon sehr seltsam in diesem Bus. Scheinbar war es auch kein rießen Problem, einfach ohne Fahrkarte mitzufahren, den das Buspersonal machte sich bald wieder vom Acker und es schien sie nicht so richtig zu interessieren. Irgendwann gings dann endlich los. Der Bus machte ein Geräusch, als würde er jeden Moment ausnanderfallen. Immer das gleiche: BRUMM... ächz, schlürf, rüttel.... BRUMM... ächz, schlürf, rüttel... Oh je, oh je. Naja, das war mal wieder ein Moment in dem es hieß, besser nicht zu sehr nachdenken, denn aussteigen kann man nicht so einfach, bzw. man sollte es nicht tun, so mitten in der Pampa und außerdem müssen wir ja auch irgendwie wieder zurück. Wir blieben also. An der equadorianischen Grenze angekommen, mussten wir wieder aussteigen. Ich überlegte eine Sekunde lang, ob ich mein Zeug schnell im Bus lassen soll, entschied mich aber dann doch dagegen, man weis ja nie. Komischerweise stiegen auch nicht alle Leute die im Bus saßen aus. Thomas ließ unsere Cola und eine Packung Cornflakes schnell im Bus stehen, weil es zu umständlich gewesen wäre, diese mit raus zu schleppen. Wir stellten uns in die Reihe zum Ausstempeln. Auf einmal helle Aufregung: Der Bus fuhr einfach davon! Was soll das denn? Hilfe! Die Busbegleitung meinte, das sei normal, da der Bus nicht auf uns warten will, während wir uns ausstempeln lassen. Wie bitte? Was soll denn die Kacke und warum konnten die uns das nicht mal früher sagen? Unsere großen Rucksäcke waren doch noch unten im Gepäckraum und wie sollten wir jetzt bitteschön von hier weg kommen? „Wir schauen, ob wir mit dem nächsten Bus mitfahren können“ meint die Busfrau. Ja klar, super Idee. Also stellten wir uns Blöd an die Straße und warteten darauf, ob wir vieleicht bei irgend nem anderen Bus mitkönnen. So ein Scheiß. Das ist ja total komisch. Irgendwann kam dann tatsächlich ein Bus, der meinte wir könnten alle bei ihm mit. Also stiegen wir ein und standen erstmal, da keine Plätze mehr frei waren. Soll das jetzt so weitergehen bis Tumbes? Nein, denn wir mussten bald wieder aussteigen, mitten in irgend so ner seltsamen Stadt und durch den Markt laufen. Ich checkte gar nichts mehr und trottete einfach mit. Und da stand er dann: Unser guter, alter Bus mit unserem Gepäck. Juchu, welch Freude.
***
Der Bus war jetzt leer, weil die Leute, die nicht bei der Grenze ausgestiegen sind, nur weiter bis eben diese Grenzstadt gefahren sind. Als wir einstiegen, gab es erstmal eine böse Überraschung: Sie hatten unsere Cola und die Cornflakes geklaut!! Das darf doch nicht wahr sein. Hoffentlich waren wenigstens unsere Rucksäcke noch da. Jetzt hatten wir wenigstens den ganzen Bus für uns und konnten uns breit machen. Das machte ich auch, bis wir wieder aussteigen mussten. Peru-Grenze. Jetzt gings um die Wurst! Wir brauchten 90 Tage Visum in unserem Pass und das sei angeblich in Peru nicht so einfach zu bekommen. Also sind wir erwartungsvoll zur Grenzstation gelaufen. Als wir uns anstellten, wusste keiner so genau, wo wir eigentlich hin müssen. Ein Mann kam und schickte uns in das eine Zimmer, damit wieder ein anderer kam um uns wieder in die Schlange zu stecken, in der wir vorher schon standen, nur weiter hinter. Irgendwann bemerkten wir, dass Thomas ja gar nicht dabei war. Was machte der denn? Kurze Zeit später kam er angehetzt. Jemand hätte ihn draußen aufgehalten und wollte seinen Pass sehen. Sie wollten ihm dann gegen Geld den komischen Einreisezettel ausfüllen, dabei hatten wir ja schon einen. Einer wollte dann mit Thomas Pass abhauen, aber Thomas hat ihn sich zum Glück nochmal rechtzeitig geschnappt. Hier muss man echt aufpassen wie ein Luchs. Jetzt hieß es aber erstmal hofen und bangen, dass wir unsere 90 Tage bekommen. Die Dame hinter dem Schalter stempelte bei den anderen Einzureisenden gelangweilt vor sich hin. Sah nicht so freundlich aus, ohoh. Auf einem rießen Fernseher, der direkt über dem Schalter angebracht war lief gerade eine Telenovela. Die Beamtin war eher an dieser interessiert als an unseren Pässen, den sie sah eigentlich immer nur nach oben in den Fernseher. Joana sagte ihr gleich, dass sie 90 Tage wolle und gelangweilt und mit Blick auf den Fernseher, trug diese die dann auch ein. Bei Anika das gleiche. Bei mir sagte sie dann nur noch: „Auch 90?“ und Thomas bekam sie auch gleich reingeschrieben. Das wars schon. Juchu, geschafft! Nachdem mir verboten wurde hier aufs Klo zu gehen, weil es zu gefährlich sei, stiegen wir wieder in unseren guten alten Bus. Jetzt haben wir es endlich hinter uns, sind wieder im wunderschönen Peru und können nun noch eineinhalb Tage in Mancora geniessen. Juchu.
***
Wir fuhren bis nach Tumbes und wollten von dort aus per Colectivo in den Ort am Meer. Als wir aus dem Bus kamen, standen schon 5 Jungs vor der Tür, die uns alle in ihrem „Moto“, das sind so eine Art Rikschas mit Motorrad vorne dran, zum Colectivostand fahren wollten. Wir wollten aber hinlaufen, da es nicht weit ist. Sie ließen uns aber nicht so einfach davonkommen. Zu 5. standen sie um uns rum, belagerten uns, nahmen uns die Rucksäcke ab, die wir wieder zurückfischen mussten und begleiteten uns mit in das Bushäuschen, wo wir eigentlich aufs Klo gehen wollten. Natürlich ging das nicht ohne die 100fache Beteuerung wie schön wir doch seien und bla, bla, schleim. Einer sagte mir ca. 6x, dass meine Augen so toll seien und wie ich denn hieße usw. Dann meinten sie noch zu Thomas, was er doch für ein Glück hätte mit 3 so tollen Mädels unterwegs zu sein und das in Peru alle Mädchen dick seien. Für diesen Teil Perus musste ich ihm sogar recht geben. Als wir dann gehen wollten, hob der eine mir den Rucksack auf die Schulter und nahm meine Hand, um einen Handkuss darauf zu plazieren. Ja, jetzt ist aber mal gut. „Cuidate, Sabina, cuidate“. Dann nahm er meine Hand auch noch die ganze Zeit und wollte sie nicht mehr los lassen. Eigentlich hätte ich ihm eine reinhauen sollen, aber irgendwie fand ichs auch ganz lustig und so lang er nicht an meinem Rucksack rumfummelt, ist es ja auch nicht sooo schlimm. Trotzdem musste ich mich losreisen, denn jetzt gings auf zum Colectivostand. Ich dachte auf dem Weg dorthin, ich muss sterben. Der Rucksack und vor allem mein „Handgepäck“ waren so schwer und es war so Arschheiß, das ich jeden Moment dachte, es geht nicht mehr. Die andern hatten auch irgendwie nen Mordszahn drauf und es schien ihnen nicht halb so viel auszumachen wie mir.
***
Irgendwann, nach unendlichen 20 Minuten haben wir es dann doch geschafft. Ein Sonnenbrillenverkäufer zeigte uns wo wir hin müssen und dann konnten wir uns endlich in den Colectivo pflanzen. Unsere Rucksäcke wurden aufs Dach geschnallt, was wir jetzt nicht so supertoll fanden, aber mit rein durften wir sie nicht nehmen. Auch das Gepäck aller anderen Mitfahrer kam aufs Dach und es war so viel, das wir damit rechneten unsere Rucksäcke doch bald auf dem Schoß zu haben. Eine Frau mittleren Alters setzte sich uns gegenüber und Joana fragte sie, ob sie einen Laden zu Hause hat, weil sie so viel Gemüse mit sich rumschleppt. Die Antwort hab ich nicht verstanden, aber ich glaube sie ist so eine Art Gemüseverkäuferin. Joana unterhielt sich mit ihr und erklärte ihr, das wir aus Deutschland seien und von Equador kommen, wegen der Visumverlängerung. Eigentlich arbeiten wir aber in der Nähe von Huaraz. „Oh, ihr arbeitet also in Equador“, meinte die Frau. Nein, in Huaraz. Ah, ja. Und wo kommt ihr nochmal her? Dann wollte sie kurz Deutsch lernen, aber als sie bei der Aussprache von „Tochter“ (Tokter, Tohter, Dochta, Tokter?) scheiterte, begnügte sie sich mit „Ja“ und „Nein“. Als sie nach unseren Namen fragte, war es auch das gleiche Spiel, wie bei allen anderen Peruanern: „wie heisst du?“. „Sabine“. „Aaah, Sabina“. „Nein, Sabine, mit einem e hinten, SabinEEEE“. „Sabrine?“. Ich gab auf. Sabina ist ja auch ok und gefällt mir eigentlich eh besser. Joana ist auch immer Joani und aus Anika wird immer Anita gemacht, egal wer frägt. Sie hatte auch eine ganz leichte Fahne, wahrscheinlich war sie nicht mehr so taufrisch heute. Trotzdem war sie sehr lieb und sie beteuerte Joana und mir ständig, wie hübsch wir doch seien. Ob meine Augen denn echt wären, so etwas gäbe es doch gar nicht. Doch, sind sie. Anika lobte sie kurz darauf auch noch und unser Komplimenteglas war heute wirklich reichlich gefüllt. Später, wir fuhren ja 2 Stunden, boten wir ihr Kekse an und einen Lolly. Damit erreichten wir dann endgültig ihr Herz. Sie meinte, was sie doch für ein Glück hätte, dass sie uns heute getroffen hat und dass sie uns in ihrem Herzen behalten würde. Süß.
***
Wir stigen aus und diesmal hatten die Motofahrer mehr Glück mit uns. Es gibt hier nämlich keine Taxis, deswegen fuhren wir mit diesen Winzdingern zum Hotel. Es war total geil. Die Rucksäcke wurden einfach nur hintendrauf geschmissen und wir mussten sie festhalten während der Fahrt, aber die Luft war noch total warm und Mancora sah total schön aus. Ein bissl touristisch, aber schön. Dann bog der Motofahrer ab zu unserem Hotel. Es war der Wahnsinn. Genau so stell ich es mir in Hawaii vor. Es war nur ein kleines Hotel, einstöckig, aber mit süßen Zimmern mit Türe nach draußen, bei dem vor jedem zwei Liegestühle standen. Über eine Terasse kam man direkt an den Strand, mit bequemen Liegen und echten Palmen. Juchu, das Paradies. Leider war es mittlerweile schon Nacht und wir konnten nicht mehr Baden. Wir setzten uns also in den Sand und tranken den letzten Cuba Libre,den wir noch hatten. Unser Zimmer bestand aus einem Ehe- und einem darüber angebrachten Stockbett. Ich schlief natürlich oben, was ich aber bald bereute, weil man das Bett nur mittels einer wackeligen, einfach so hingestellten Leiter erreichen konnte. Es war hier immer so warm, das unsere Zimmer noch nicht mal Fensterscheiben, sondern nur Mückengitter über den Fenstern hatten. In der Nacht konnte man das Meer ziemlich gut rauschen hören und es war einfach perfekt. Nur einmal wachte ich auf, weil ich eine Mücke um mich rum schwirren hörte und mir die ganze Zeit panikartig „Malaria, Malaria“ durch den Kopf schoss. Ich cremte mich schnell mit so nem Mückenschreckzeug ein und schlief wieder ein. Schließlich konnte ich es kaum erwarten endlich ins Meer zu kommen und deswegen sollte es bald Tag werden.ch wachte von dem Lärm der Straße auf. Hier hupen die Autofahrer zwar nicht im mindesten so oft wie die in Huaraz, aber Krach machen sie trotzdem. Was solls, war eh Zeit zum Duschen. Der einzige Makel dieses Hotels war, das die beiden weißen Handtücher im Bad wohl noch mindestens unseren Vordermann beglückt haben, denn sie waren ziemlich schmutzig. Würg. Ansonsten wars ganz hübsch und das Wasser war sogar warm und es ist mittlerweile wirklich schon ein Luxus geworden, in einer Dusche zu stehen, die kein Stromkabel zum Duschkopf führen hat und bei der man weis, dass man ganz ohne Angst gleich durchs Zimmer zu fliegen, einfach den Duschnknopf betätigen kann. Nach erfolgreicher Säuberung gings ab ins Stadtzentrum, um uns ein Mittagessen zu kaufen und wieder einen Bus zu finden, der zurück nach Tumbes oder am besten gleich nach Mancara fährt. Das Taxi lies uns am Placa de Armas aussteigen, der wirlich ganz hübsch war. Es gab viele Palmen und einen wunderschönen Brunnen und natürlich Weihnachtsmusik, die aus den rießigen Boxen dröhnte, bei 35 Grad. Ich finds immer wieder total komisch und ungewohnt, aber es macht auch Spaß. Besser als eine Affenkälte. Nachdem wir endlich mal ein Internetcafe und somit auch ein Hotel entdeckt hatten, enterten wir den hiesigen Supermarkt. Er war um einiges schäbiger als in Peru (meiner Meinung nach) und es gab auch irgendwie nicht alles was wir wollten, obwohl er ziemlich groß war. Wir klaubten zusammen was es so gab und fuhren wieder zurück, um auf der Dachterasse zu Essen.
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Der Frischkäse, den wir meinten gekauft zu haben, stellte sich irgendwie als Sahne, oder so was ähnliches raus und schmeckte schon gleich nach dem Essen verdorben. Zum Glück hatten wir noch unsere Wunderwaffe, Senf, dabei. Dieses Lebensmittel ist einfach prima, wird nicht so schnell schlecht, passt zu fast allem und hat auch noch Würze. Wir haben in diesen Tagen für fast alles Senf verwendet. Nun wurde es aber Zeit zur Busstation zu fahren, um wieder zurück in unser geliebtes Peru zu kommen. Also, alles wieder Retour. Der Taxifahrer diesmal war auch mal wieder Mr. Bleifuss persönlich, hatte aber wenigstens einen Tacho. Er fragte uns, ob wir aus den USA seien. Als er erfuhr, das wir aus Deutschland sind, freute er sich und meinte „ihr habt nichts am Hut mit den Yankees, sehr gut“. Jaja,beliebt sind die Amis hier wirklich nicht. Wir schleimten noch ein bischen, indem wir mal wieder erzählten, dass es im fernen Deutschland gerade schneit und das es hier doch so schön warm sei. Ansonsten fanden wir Equador, oder halt das was wir davon gesehen haben, jetzt nicht sooo toll, was der Taxifahrer natürlich nicht erfuhr. Und die Leute hier nuscheln auch und sprechen irgendwie ein viel unverständlicheres Spanisch, das nicht mal Anika und Joana richtig verstehen können. Nene, lieber wieder zurück nach Peru.
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Die Busstation der Gesellschaft Cifa war diesmal noch weniger komfortabel als die von Oreon. Es waren aber die einzigen Busse die Tagsüber von hier nach Tumbes fahren und unser Reiseführer hat sie empfohlen. Naja. Wir warteten in der Wartehalle, in der ungefähr 40 Grad herrschten und in der eine rießige Krippe mit allem drum und dran aufgebaut war. Puh. Die Krippe blinkte freudig vor sich hin, während wir es kaum aushielten vor Hitze. Irgendwann kam dann der Busfahrer und meinte, wir können nun einsteigen. Die Busse waren ungefähr in dem Zustand wie die alten Schulbusse bei uns in Deutschland und machten auch genau so einen Sicherheitseindruck. Ständig kamen irgendwelche Leute rein, die bettelten oder uns Sachen verkaufen wollten und hinter uns saßen zwei Frauen die überhaupt keine Fahrkarte besaßen. Sie haben sich einfach auf den Platz von zwei jungen Spaniern gesetzt, die nun natürlich keinen Platz mehr hatten. Als die Spanier das Buspersonal holten, damit diese die zwei sich weigernden Damen von den Sitzen holen, gab es ein rießen gezeter. Die beiden Frauen meinten, sie waren ja wohl zuerst auf dem Platz und sie könnten überhaupt nicht verstehen, warum sie den nun hergeben sollten. Das die Plätze fest auf den Tickets standen, interessierte sie nicht. Nach ewigem hin- und her und geschrei gaben die entnervten Spanier auf und setzten sich woanders hin. Die beiden Damen unterhielten sich noch, wie unverschämt es sei, das die Leute mit Fahrkarte einfach später kommen und dann auch noch die Plätze haben wollten. Es war schon sehr seltsam in diesem Bus. Scheinbar war es auch kein rießen Problem, einfach ohne Fahrkarte mitzufahren, den das Buspersonal machte sich bald wieder vom Acker und es schien sie nicht so richtig zu interessieren. Irgendwann gings dann endlich los. Der Bus machte ein Geräusch, als würde er jeden Moment ausnanderfallen. Immer das gleiche: BRUMM... ächz, schlürf, rüttel.... BRUMM... ächz, schlürf, rüttel... Oh je, oh je. Naja, das war mal wieder ein Moment in dem es hieß, besser nicht zu sehr nachdenken, denn aussteigen kann man nicht so einfach, bzw. man sollte es nicht tun, so mitten in der Pampa und außerdem müssen wir ja auch irgendwie wieder zurück. Wir blieben also. An der equadorianischen Grenze angekommen, mussten wir wieder aussteigen. Ich überlegte eine Sekunde lang, ob ich mein Zeug schnell im Bus lassen soll, entschied mich aber dann doch dagegen, man weis ja nie. Komischerweise stiegen auch nicht alle Leute die im Bus saßen aus. Thomas ließ unsere Cola und eine Packung Cornflakes schnell im Bus stehen, weil es zu umständlich gewesen wäre, diese mit raus zu schleppen. Wir stellten uns in die Reihe zum Ausstempeln. Auf einmal helle Aufregung: Der Bus fuhr einfach davon! Was soll das denn? Hilfe! Die Busbegleitung meinte, das sei normal, da der Bus nicht auf uns warten will, während wir uns ausstempeln lassen. Wie bitte? Was soll denn die Kacke und warum konnten die uns das nicht mal früher sagen? Unsere großen Rucksäcke waren doch noch unten im Gepäckraum und wie sollten wir jetzt bitteschön von hier weg kommen? „Wir schauen, ob wir mit dem nächsten Bus mitfahren können“ meint die Busfrau. Ja klar, super Idee. Also stellten wir uns Blöd an die Straße und warteten darauf, ob wir vieleicht bei irgend nem anderen Bus mitkönnen. So ein Scheiß. Das ist ja total komisch. Irgendwann kam dann tatsächlich ein Bus, der meinte wir könnten alle bei ihm mit. Also stiegen wir ein und standen erstmal, da keine Plätze mehr frei waren. Soll das jetzt so weitergehen bis Tumbes? Nein, denn wir mussten bald wieder aussteigen, mitten in irgend so ner seltsamen Stadt und durch den Markt laufen. Ich checkte gar nichts mehr und trottete einfach mit. Und da stand er dann: Unser guter, alter Bus mit unserem Gepäck. Juchu, welch Freude.
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Der Bus war jetzt leer, weil die Leute, die nicht bei der Grenze ausgestiegen sind, nur weiter bis eben diese Grenzstadt gefahren sind. Als wir einstiegen, gab es erstmal eine böse Überraschung: Sie hatten unsere Cola und die Cornflakes geklaut!! Das darf doch nicht wahr sein. Hoffentlich waren wenigstens unsere Rucksäcke noch da. Jetzt hatten wir wenigstens den ganzen Bus für uns und konnten uns breit machen. Das machte ich auch, bis wir wieder aussteigen mussten. Peru-Grenze. Jetzt gings um die Wurst! Wir brauchten 90 Tage Visum in unserem Pass und das sei angeblich in Peru nicht so einfach zu bekommen. Also sind wir erwartungsvoll zur Grenzstation gelaufen. Als wir uns anstellten, wusste keiner so genau, wo wir eigentlich hin müssen. Ein Mann kam und schickte uns in das eine Zimmer, damit wieder ein anderer kam um uns wieder in die Schlange zu stecken, in der wir vorher schon standen, nur weiter hinter. Irgendwann bemerkten wir, dass Thomas ja gar nicht dabei war. Was machte der denn? Kurze Zeit später kam er angehetzt. Jemand hätte ihn draußen aufgehalten und wollte seinen Pass sehen. Sie wollten ihm dann gegen Geld den komischen Einreisezettel ausfüllen, dabei hatten wir ja schon einen. Einer wollte dann mit Thomas Pass abhauen, aber Thomas hat ihn sich zum Glück nochmal rechtzeitig geschnappt. Hier muss man echt aufpassen wie ein Luchs. Jetzt hieß es aber erstmal hofen und bangen, dass wir unsere 90 Tage bekommen. Die Dame hinter dem Schalter stempelte bei den anderen Einzureisenden gelangweilt vor sich hin. Sah nicht so freundlich aus, ohoh. Auf einem rießen Fernseher, der direkt über dem Schalter angebracht war lief gerade eine Telenovela. Die Beamtin war eher an dieser interessiert als an unseren Pässen, den sie sah eigentlich immer nur nach oben in den Fernseher. Joana sagte ihr gleich, dass sie 90 Tage wolle und gelangweilt und mit Blick auf den Fernseher, trug diese die dann auch ein. Bei Anika das gleiche. Bei mir sagte sie dann nur noch: „Auch 90?“ und Thomas bekam sie auch gleich reingeschrieben. Das wars schon. Juchu, geschafft! Nachdem mir verboten wurde hier aufs Klo zu gehen, weil es zu gefährlich sei, stiegen wir wieder in unseren guten alten Bus. Jetzt haben wir es endlich hinter uns, sind wieder im wunderschönen Peru und können nun noch eineinhalb Tage in Mancora geniessen. Juchu.
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Wir fuhren bis nach Tumbes und wollten von dort aus per Colectivo in den Ort am Meer. Als wir aus dem Bus kamen, standen schon 5 Jungs vor der Tür, die uns alle in ihrem „Moto“, das sind so eine Art Rikschas mit Motorrad vorne dran, zum Colectivostand fahren wollten. Wir wollten aber hinlaufen, da es nicht weit ist. Sie ließen uns aber nicht so einfach davonkommen. Zu 5. standen sie um uns rum, belagerten uns, nahmen uns die Rucksäcke ab, die wir wieder zurückfischen mussten und begleiteten uns mit in das Bushäuschen, wo wir eigentlich aufs Klo gehen wollten. Natürlich ging das nicht ohne die 100fache Beteuerung wie schön wir doch seien und bla, bla, schleim. Einer sagte mir ca. 6x, dass meine Augen so toll seien und wie ich denn hieße usw. Dann meinten sie noch zu Thomas, was er doch für ein Glück hätte mit 3 so tollen Mädels unterwegs zu sein und das in Peru alle Mädchen dick seien. Für diesen Teil Perus musste ich ihm sogar recht geben. Als wir dann gehen wollten, hob der eine mir den Rucksack auf die Schulter und nahm meine Hand, um einen Handkuss darauf zu plazieren. Ja, jetzt ist aber mal gut. „Cuidate, Sabina, cuidate“. Dann nahm er meine Hand auch noch die ganze Zeit und wollte sie nicht mehr los lassen. Eigentlich hätte ich ihm eine reinhauen sollen, aber irgendwie fand ichs auch ganz lustig und so lang er nicht an meinem Rucksack rumfummelt, ist es ja auch nicht sooo schlimm. Trotzdem musste ich mich losreisen, denn jetzt gings auf zum Colectivostand. Ich dachte auf dem Weg dorthin, ich muss sterben. Der Rucksack und vor allem mein „Handgepäck“ waren so schwer und es war so Arschheiß, das ich jeden Moment dachte, es geht nicht mehr. Die andern hatten auch irgendwie nen Mordszahn drauf und es schien ihnen nicht halb so viel auszumachen wie mir.
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Irgendwann, nach unendlichen 20 Minuten haben wir es dann doch geschafft. Ein Sonnenbrillenverkäufer zeigte uns wo wir hin müssen und dann konnten wir uns endlich in den Colectivo pflanzen. Unsere Rucksäcke wurden aufs Dach geschnallt, was wir jetzt nicht so supertoll fanden, aber mit rein durften wir sie nicht nehmen. Auch das Gepäck aller anderen Mitfahrer kam aufs Dach und es war so viel, das wir damit rechneten unsere Rucksäcke doch bald auf dem Schoß zu haben. Eine Frau mittleren Alters setzte sich uns gegenüber und Joana fragte sie, ob sie einen Laden zu Hause hat, weil sie so viel Gemüse mit sich rumschleppt. Die Antwort hab ich nicht verstanden, aber ich glaube sie ist so eine Art Gemüseverkäuferin. Joana unterhielt sich mit ihr und erklärte ihr, das wir aus Deutschland seien und von Equador kommen, wegen der Visumverlängerung. Eigentlich arbeiten wir aber in der Nähe von Huaraz. „Oh, ihr arbeitet also in Equador“, meinte die Frau. Nein, in Huaraz. Ah, ja. Und wo kommt ihr nochmal her? Dann wollte sie kurz Deutsch lernen, aber als sie bei der Aussprache von „Tochter“ (Tokter, Tohter, Dochta, Tokter?) scheiterte, begnügte sie sich mit „Ja“ und „Nein“. Als sie nach unseren Namen fragte, war es auch das gleiche Spiel, wie bei allen anderen Peruanern: „wie heisst du?“. „Sabine“. „Aaah, Sabina“. „Nein, Sabine, mit einem e hinten, SabinEEEE“. „Sabrine?“. Ich gab auf. Sabina ist ja auch ok und gefällt mir eigentlich eh besser. Joana ist auch immer Joani und aus Anika wird immer Anita gemacht, egal wer frägt. Sie hatte auch eine ganz leichte Fahne, wahrscheinlich war sie nicht mehr so taufrisch heute. Trotzdem war sie sehr lieb und sie beteuerte Joana und mir ständig, wie hübsch wir doch seien. Ob meine Augen denn echt wären, so etwas gäbe es doch gar nicht. Doch, sind sie. Anika lobte sie kurz darauf auch noch und unser Komplimenteglas war heute wirklich reichlich gefüllt. Später, wir fuhren ja 2 Stunden, boten wir ihr Kekse an und einen Lolly. Damit erreichten wir dann endgültig ihr Herz. Sie meinte, was sie doch für ein Glück hätte, dass sie uns heute getroffen hat und dass sie uns in ihrem Herzen behalten würde. Süß.
***
Wir stigen aus und diesmal hatten die Motofahrer mehr Glück mit uns. Es gibt hier nämlich keine Taxis, deswegen fuhren wir mit diesen Winzdingern zum Hotel. Es war total geil. Die Rucksäcke wurden einfach nur hintendrauf geschmissen und wir mussten sie festhalten während der Fahrt, aber die Luft war noch total warm und Mancora sah total schön aus. Ein bissl touristisch, aber schön. Dann bog der Motofahrer ab zu unserem Hotel. Es war der Wahnsinn. Genau so stell ich es mir in Hawaii vor. Es war nur ein kleines Hotel, einstöckig, aber mit süßen Zimmern mit Türe nach draußen, bei dem vor jedem zwei Liegestühle standen.

Über eine Terasse kam man direkt an den Strand, mit bequemen Liegen und echten Palmen. Juchu, das Paradies. Leider war es mittlerweile schon Nacht und wir konnten nicht mehr Baden. Wir setzten uns also in den Sand und tranken den letzten Cuba Libre,den wir noch hatten. Unser Zimmer bestand aus einem Ehe- und einem darüber angebrachten Stockbett. Ich schlief natürlich oben, was ich aber bald bereute, weil man das Bett nur mittels einer wackeligen, einfach so hingestellten Leiter erreichen konnte.

Unser Zimmer

kkkk

Es war hier immer so warm, das unsere Zimmer noch nicht mal Fensterscheiben, sondern nur Mückengitter über den Fenstern hatten. In der Nacht konnte man das Meer ziemlich gut rauschen hören und es war einfach perfekt. Nur einmal wachte ich auf, weil ich eine Mücke um mich rum schwirren hörte und mir die ganze Zeit panikartig „Malaria, Malaria“ durch den Kopf schoss. Ich cremte mich schnell mit so nem Mückenschreckzeug ein und schlief wieder ein. Schließlich konnte ich es kaum erwarten endlich ins Meer zu kommen und deswegen sollte es bald Tag werden.

hhhhhh

12.12.08 komische Tiere und keine Strandparty
hhh
Ich wachte auf. SONNE, MEER!, schoss es mir durch den Kopf und ich rannte zur Tür um nach draußen zu sehen. Es war keine Sonne da. Nur ein grauer Himmel. Was soll das denn? Heute ist unser einziger Badetag und es ist keine Sonne da? Und gestern, als wir den ganzen Tag Bus fuhren, da war es das beste Wetter? Wie gemein! Aber egal, auch wenn es schiffen sollte wie noch mal was, von meinem Meer hielt mich heute nichts und niemand ab. Wir gingen aber erstmal in die Stadt, um Frühstück zu besorgen. Den Supermarkt übersahen wir leider und deswegen gab es auf unsere Semmeln nur einen winzigen Klecks Marmelade und sonst gar nichts. Hmpf. Was solls, ich will jetzt ans Meer. Wir legten uns also in den noch nassen Sand. Es war nicht allzuviel los, das Wetter war wohl hier auch nicht so alltäglich. Wir konnten nur ein paar Surfer beobachten und ein Mädchen das Yoga macht und dabei ziemlich komisch aussah, sowie einen Krebs, der immer wieder am Sand rumspazierte. Als wir lesen wollten, kam dann ein kleiner Junge, der uns gestern schon die ganze Zeit hinterher ist und der Ketten verkauft. Er findet Anika so toll und sagte die ganze Zeit „mi novia, mi novia“ (meine feste Freundin) zu ihr und „muy beautiful“. Er setzte sich dann auch noch zu uns und laberte die ganze Zeit und wurde irgendwann nervig. Als wir ihn dann irgendwann mehr oder weniger ignorierten, fing er an ein Loch im Sand zu graben und zwar so lang, bis er irgendwelche großen Steine rausholen konnte. Er gab sich wirklich Mühe, aber wenn wir netter zu ihm gewesen wären, wär er nie wieder verschwunden. Irgendwann zog er dann doch endlich ab. Wir beschlossen, erstmal in die Stadt, zur Busstation zu gehen um gleich Tickets für die Rückfahrt nach Trujillo zu besorgen und derweil zu hoffen, das das Wetter wieder besser wird.
***
Die Busgesellschaft die uns fahren sollte, hieß „El Dorado“ und wurde von unserem Reiseführer als „einfach“ beschrieben. Aha. Es gab aber eh keine andere, also, hilft ja nix. Die Dame stellte uns vier Tickets für morgen, 9 Uhr 30 aus und wir schlenderten wieder zurück. Dabei entdeckten wir auch den Supermarkt (hätte eh keinen Frischäse gegeben, aber ich kaufte gleich mal Senf) und viele kleine Geschäfte, mit Muschelkunst und Schmuck usw. Hier hätte es dann auch massenweise Röcke gegeben. Naja. Wieder zurück, war der Himmel dann auch tatsächlich klarer und wir gingen wieder an den Strand. Juchu! Nicht wie rein ins kühle Nass. Die Wellen waren zwar nicht so groß wie in Huantchacku, aber dennoch ausreichend, um ewig lang rumzuspielen. Auf einmal stupfte mir etwas gegen die Hüfte. Hilfe, was war das denn? Ich konnte nichts sehen. Es stupfte wieder. Was war denn das? Ich kuckte genauer hin: ein kleiner Fisch schwamm immer wieder gegen mich. Ich versuchte ihn wegzuscheuchen, aber er war wie eine Katze, er wollte einfach nicht verschwinden. Hilfe, das war ja total seltsam. Erst als ich ins Wasser griff und den Fisch beinahe gepackt hätte, schwamm er davon. Solche „Fischattaken“ passierten immer wieder. Entweder sie haben sich schon so an die Menschen gewöhnt, das sie zutraulich sind, oder sie sind irgendwie gestört und wissen gar nicht, wo sie hinschwimmen. Nachdem mir von den Wellen dann dreimal der Bikini ausgezogen wurde, beschloss ich doch lieber erstmal ein T-Shirt zu holen. Anika hatte sich auf den Liegen mit einer ziemlich dünnen, kleinen weißen Katze angefreundet, der sie ein Stück Brot gab. Ein Fehler, denn die Katze wollte nun mehr. Sie kruschtelte in unseren Sachen rum und ließ sich nich mehr verjagen. Dann fing sie an, immer auf Anikas oder meine Liege zu springen und wollte einfach nicht mehr aufhören. Die war schlimmer als der Fisch. Einmal, als Anika sich gerade wieder hinlegen wollte, sprang die Katze ihr beinahe ins Gesicht. Die Tiere hier hatten echt alle einen an der Waffel. Wir bekamen von einem Mädchen einen Flyer, auf dem Stand dass heute eine Strandparty stattfindet. Wie cool, da wollten wir unbedingt hin. Wir gingen also früh zum Essen (in ein vegetarisches Restarurant, was Thomas gar nicht geil fand) und dann noch Cocktailtrinken. Etwas angeschickert wollten wir dann an den Strand, denn die Party sollte um 20 Uhr beginnen und es war schon halb zehn Uhr abends. Aber: es war alles zappenduster am Strand, kein Mensch war da und schon gar keine Party. Na so was. Schade, war wohl doch nichts. Von irgendwoher konnten wir zwar leise Technomusik hören, aber das war es ja dann doch nicht, was wir vorhatten. Naja. Ich bin dann bald ins Bett, weil ich mir vorgenommen hatte, Morgen in der Früh nochmal zu Baden.
ffdf
13.12.08 Roy Black und R.I.P. Draco
kkk
Ich wachte wieder einmal total wirr auf, weil ich träumte, dass ich irgend einen Typen zur Schnecke machte, weil ich mich so aufs Baden gefreut hatte und es jetzt aber so schlecht Wetter sei und die Wellen viel zu gefährlich. So ein Schmarrn, ich wusste ja noch nicht mal wies draußen aussieht. Ich ging also zur Tür und – natürlich – purer Sonnenschein. Wie sollte es auch anders sein, schließlich fahren wir heute ja auch den ganzen Tag Bus. Egal. Jetzt wird erstmal gebadet. Es war 6 Uhr 15, also konnte ich ungfähr eine Stunde ins Meer, bevor ich packen musste. Ich war noch ziemlich schlaftrunken und gespannt, wie viele Leute jetzt wohl um diese Zeit schon am Strand waren. Auf jeden Fall mehr als erwartet, denn die Surfer waren schon wieder gut unterwegs. Scheinbar gab es dann auch doch noch eine Strandparty, weil einige Leute die Reste eines Lagerfeuers beseitigten und ziemlich viele Alkoholflaschen rumlagen. Ich ging ein bisschen Strandaufwärts, weil ich Angst habe von den Surfern überfahren zu werden und stifelte in den Pazifik. Es war super. Hier war ich ganz allein und das Meer war warm und die Sonne ging immer weiter auf.
Los! Werdet neidisch!!
kkk
Sogar diese seltsamen Fische haben sich verzogen. Der Wellengang war auch viel rhytmischer und schöner als gestern. Ich liebe es so. Ich fing wirklich an keinen Bock mehr auf Ancash zu entwickeln, weil es hier so viel toller ist und ich die Ozeane einfach so faszinierend uns so toll finde. Wenns nach mir gegangen wäre, wär ich gar nicht mehr aus dem Wasser gekommen, aber ich wusste nicht wie viel Zeig vergangen war und musste deswegen zurück zu meiner Uhr. Viertel vor sieben. Ich überlegte, ob ich nochmal ins Wasser gehen soll, aber am Strand saß mittlerweile so ein Typ rum, der mich schon die ganze Zeit beobachtete und ich beschloss dann doch lieber zu gehen. Schade. Naja, hatte ich wenigstens Zeit zu packen.
***
Als wir alle fertig waren, wars schon halb neun. Wir wollten heute im Hotel frühstücken, weils einfacher und schneller wäre. Also bestellten wir bei dem Mädchen, das immer hinter der Rezeption sitzt. Als unser Essen dann schließlich kam, war es schon 10 vor neun und wir hatten ja auch noch nicht mal ausgecheckt. Jetzt wurde es wirklich Zeit. In Windeseile schlangen wir alles runter, riefen ihr zu, dass wir die Zimmer zahlen wollen, packten unsere sieben Sachen, schmissen ihr das Geld zu und verschwanden. Per Moto rasten wir zur Busstation und kamen gerade noch rechtzeitig an.
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Ein ziemlich stummer Kerl schmiss unsere Rucksäcke kreuz und quer in den Laderaum, meiner fiel beinahe wieder raus, und wir enterten den winzigen, total chaotischen Bus. Heieiei. Das wird ja immer besser. Ich trank ziemlich viel, es war ja heiß, bis mir irgendwann auffiel, das es in diesem Bus gar kein Klo gab. Mist. Es kamen auch andauernd wieder irgendwelche Verkäufer rein und wir fühlten uns alles andere als sicher. Dafür war aber die Landschaft total schön, mit rießigen Palmenaleen und alles war warm und grün. Irgendwo, in son nem Kaff, mussten wir dann umsteigen. Der nächste Bus hatte zwar ein Klo, aber er war noch schlimmer als der erste. Die Sitze waren total verhauen, auf meinem lag nicht nur Abfall, sondern es saß auch ein dicker Mann drauf. Ich sagte ihm, dass das unsere Plätze seien. Er schaute nur. Also sagte ich es nochmal. Ungefähr 5x, bis er sagte „das sind eure Plätze?“ und sich dann verdrückte. Schon wieder so einer ohne Fahrkarte. Die Sitze sahen so witzig aus, weil sie irgendwie so gar nicht gleichmäßig angebracht waren, sondern auf total unterschiedlicher Höhe und die Position der Lehne war bei keinem Normal. Ich hatte noch Glück, weil ziemlich viel Platz, aber Joana, die ziemlich zierlich ist, hatte fast gar keinen Platz für ihre Beine. Ich war total froh am Fenster zu sitzen, denn heute war es wieder unerträglich heiß und nun fuhren wir auch wieder durch die Wüste. Kilometerlang nichts als Sand. Jede Stadt wurde von Tonnen von Abfall angekündigt, der einige Kilometer vor ihr im Sand rumlag. Irgendwann kam dann ein komischer, geschniegelter Kautz, der auf einmal anfing sich in den Gang zu stellen und die Leute zu bitten, ihm eine Minute ihrer Aufmerksamkeit zu schenken. Dann zog er einen komischen Koffer raus und eine Mappe, mit Bildern von verkrüppelten Händen. Und fing an über Arthritis zu reden. Was ist denn das jetzt schon wieder. Der Typ war total komisch und unsympatisch und sah aus wie der peruanische Roy Black. Weil ich nicht unhöflich sein wollte, tat ich so als ob ich zuhöre. Genau so lang, bis er an alle irgendwelche Salbenpäckchen verteilte und nur uns vier weiße einfach ignorierte. Arschloch. Ich bekam noch irgendwie mit, das er den Leuten sagte, wenn sie die Päckchen jetzt öffnen, würde sie das 25 Soles kosten. Die ganze Zeit schrie er so komisch rum und ab und zu versagte seine Stimme und dann kiekste er, was ich sehr lustig fand. Dann rieb er jedem (außer uns natürlich) eine Portion seiner komischen Salbe unter die Nase, die stank wir keine Ahnung was. Er spackte noch ein bisschen ab, indem er immer die Hände vor die Nase hielt und tief einatmete und machte dann das super Angebot, das man 3 Päckchen für nur 125 Soles kaufen konnte und wenn man vier nimmt, ist das dritte „komplett gratis“. Ui, super. Ich war gespannt, wer auf diesen Scheißdreck reinfällt. Und dann kam der Hammer: fast alle kauften ihm diesen Blödsinn ab! Ich hab gedacht ich seh nicht richtig. Leute, lasst euch doch nicht so einen scheiß andrehen! Oh gott. Sogar ein ganz junger Kerl, der bestimmt noch keine Arthritis zu befürchten hat, kaufte ein Päckchen. Heieiei. Ich war jedenfalls froh, als der Typ wieder verschwand. Was für eine seltsame Busfahrt. Irgendwie konnten die Leute in jeder Stadt ein- und aussteigen wie sie lustig waren und ich musste jedesmal aus dem Fenster schauen um zu beobachten, ob unser Gepäck da bleibt. Einmal holten sie 6 Kisten Fisch aus dem völlig überhitzten Lagerraum, natürlich ohne Deckel oder gar Eis. Der sah jetzt schon eklig aus, will nicht wissen als was die den noch servieren. Urgh.
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Wir sollten eigentlich um 6 Uhr Abends in Trujillo ankommen und wollten dann gleich zu Movil Tours, um uns noch 4 Plätze abzustauben, nach Huaraz. Jetzt war es aber schon viertel vor sieben. Mist. Wenn wir den Movil Tours verpassen, oder keinen Platz mehr bekommen, müssen wir nochmal eine Nacht in Trujillo bleiben. Endlich an der Busstation angekommen (20 nach sieben) sprangen wir sofort zu unserem Gepäck. Ich musste auch mal wieder aufs Klo und zwar so dringend, dass ich bald platzen würde, aber das musste jetzt eben warten. Mein Rucksack war sehr sicher verstaut im Laderaum, nämlich unter einen schweren Holzleiter begraben und von Farb- oder Lackeimern eingekriest. Super. Wir sprangen zum nächstbesten Taxi, das uns völlig überteuert zu Movil Tours fuhr. Half jetzt nichts, wir mussten so schnell wie möglich hin. Zum Glück gab es noch 4 Plätze. Zwar nicht mehr Cama (Schlafsessel), sondern nur noch Semi-Cama (Normale Sessel die man aber weit zurückstellen kann), aber macht nix. Wir saßen ganz hinten und hatten fast das ganze obere Stockwerk des Doppeldeckers für uns, total cool. Zum Abendessen gab es von der netten Busfrau wieder ein Sandwich und Kuchen. Alle hatten Schokokuchen, nur ich bekam irgendein blödes Blätterteigteil, voll gemein! Der Schokokuchen war sehr geil, ich durfte mal bei Thomas beisen, der mein Blätterteigding auch noch bekam. Naja, man kann nicht alles haben. Es lief sogar ein deutscher Film im Bordkino, aber der Fernseher war ein bischen zu weit weg und der Ton zu leise, da ja eigentlich eh niemand Deutsch versteht. Egal, ich wolle eh schlafen. Ich wachte sogar nur 3x auf (nur beim erstenmal wieder panikartig und mit „oh Gott, wir sind gleich alle Tot der Bus kippt um!!!“, als wir wieder in der Stinkestadt Chimbote hielten) und um 7 Uhr früh waren wir wieder in unserem geliebten Huaraz. Die Sonne schien, aber uns war Saukalt. Sind halt jetzt anderes Klima gewohnt. Meine Ohren waren übrigens den ganzen Urlaub zu, erst in Huaraz konnte ich wieder normal hören. Joana erzählte, dass sie geträumt hätte, Draco wäre gestorben. Oh Gott, das wär ja total schlimm. Das arme Vieh war wirklich nicht mehr so taufrisch, aber wir werden ihn schon wieder aufpäppeln. Zum Glück war das nur ein traum. Milton holte uns ab und wir wollten noch ein bisschen rumliegen, bis es Frühstück gab. Allerdings hatte er noch eine schlechte Nachricht für uns: Draco ist gestorben! Am Donnerstag lag er/sie tot in der Kartoffelkiste. Oh nein, der arme. Verdammt, wir hätten uns echt schon früher um ihn kümmern sollen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Außerdem war es total unheimlich, das Joana das auch noch geträumt hat.
ffff
14.12.08 Gewissensbisse und Giftwasser
Mir war tatsächlich wieder schwindelig von der Höhe und ich haute mich in die Hängematte. Miltons Oma war auch da und sie ist total traurig, weil ihr Hund tot ist. Sie sagt, für sie war er wie ein Mensch. Und sie hasst den Braunen, weil er Schuld dran sei, weil er Draco immer „geschlagen“ habe. Naja, am Braunen lags wohl kaum, eher daran, dass sich keiner um das Vieh gekümmert hat, die Oma war ja nie da und wir Ignoranten fanden es nur witzig, uns irgendwelche Weltherrshaftstheorien auszudenken. Hab immer noch ein schlechtes Gewissen... Er hat zwar immer Essen von Milton-Mama gekriegt, aber das scheinbar nie angerührt. Und wir habens nie gemerkt. Irgendwann kam Milton-Mama und holte uns zum Frühstücken. Es gab Apfelmus aufs Brot, total lecker. Der Tee schmeckte irgendwie mal wieder komisch, aber ich schobs auf die Geschmacksrichtung und trank brav alles aus. Die anderen schütteten ihn weg. Später wusste ich auch warum. Den ganzen Urlaub war ich kerngesund, nicht ein quentchen Magenschmerzen plagte mich, nichts. Kurz nach dem Frühstück merkte ich schon ein grummeln. Ich schlief noch ne Weile um dann meine Sachen zu waschen. Und dann ging es los. Ich hatte Bauchschmerzen ungeahnten ausmaßes. Nicht die ganze Zeit, immer in so komischen Schüben, aber diese so heftig, dass ich dachte mich zerreissts. Was ist denn nun los? Ich legte mich ins Bett und litt und hoffte, dass es nach dem Mittagessen besser werden würde, weil ich dann was im Magen hätte, denn auch die Versuche alles wieder rauszuspeiben schlugen fehl.
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Mittags gabs voll das leckere Omlett und Reis und mir tat es total leid, weil ich es fast nicht runterbrachte und jedesmal halb starb, wenn wieder so eine Schmerzenswelle kam. Es war also nicht die beste Idee zu Essen, aber ich wollte auch Milton nichts sagen, weil er dann wieder dieses Wundergebräu gekocht hätte, mit dem schlechten Wasser, bei dem ich mir mittlerweile Sicher war, das dies der Grund für meine Misere ist. Oh gott, ich hasste ihn fast dafür, dabei konnte er ja jetzt nichts dafür, wenn ich sein schlecht abgekochtes Wasser trank, auch wenns komisch schmeckte. Ich verkroch mich wieder ins Bett, mit einer Wärmflasche und hoffte das es besser würde. Wurde es aber nicht, sondern nur schlimmer. Manchmal tat es echt so weh, dass ich stöhnen musste. Ich kam mir vor wie eine Frau in den Wehen, nur weiter oben im Bauch. Oh Gott, am Ende bin ich irgendwie vergiftet. Ich war kurz davor zu Milton-Mama zu gehen und sie zu beten, einen Arzt für mich zu rufen, aber auf der anderen Seite wollte ich doch nicht, weil die Ärzte hier schreckliche Pfuscher sind, sagen die Leute aus Huaraz selber. Oh nein. Joana, die meinte ich sehe aus wie der Tod, ging in die Dorfeigene Apotheke um der Frau meine Beschwerden zu schildern. Sie verwendete mein Schwangerschaftsbeispiel und erntete damit allgemeine Heiterkeit. Wenig später kam sie dann mit einer einzigen Tablette an. Die Apothekerin meinte, ich habe vermutlich eine Kolik. Ich soll die Tablette nehmen und viel warmes Wasser trinken. Das tat ich dann auch und es half sogar. Ich hatte die Schmerzen nur noch ein drittel so oft und nicht mehr so stark. Beim Abendessen verschmähte ich Miltons Tee. Er war ein bisschen verwundert und fragte ob ich Krank sei. „Ein bisschen“. Jaja, die Reise hat dich Krank gemacht, lachte er. Wenn er wüsste. Abends präparierte ich mich mit Wärmflasche und Kohletabletten fürs Bett. Ich hatte die Schmerzen immer noch, aber nicht mehr so schlimm. Mal sehen, ob ich morgen mit nach Cahuish kann, oder doch lieber daheim bleiben sollte.
gggg
15.12.08 Familienprobleme und Frust
hhhh
Als ich heute aufwachte, ging es mir schon ein bischen besser. Ich beschloss mit nach Cahuish zu kommen, da wir den Kindern heute ihre Rechte lehren wollten und außerdem jetzt endlich in Tracht gehen konnten, da Thomas ja jetzt auch bekleidet ist. In der Früh gabs für mich Haferschleim, keinen Gift-Tee und nur noch ab und zu Schmerzen. Milton weis immer noch nichts von der Sache und ich hab auch keinen Bock es ihm zu sagen. Ich trinke einfach seinen Tee nicht mehr, basta. Er lachte uns aus, weil wir in Tracht in die Schule gehen wollen, aber wir finden das cool. Er ist halt doch schon zu sehr Stadtmensch. Als wir zum Taxistand gingen, war die Aufmerksamkeit der Einwohner von Jangas groß. Wir müssen für sie echt komisch ausgesehen haben, aber den meisten hat es wohl gefallen. Der Taxifahrer hörte auch die passende, schreckliche Sonia Moralis CD, der ganze Stolz von Ancash mit traditionellen Liedern, die sich einfach nur schrecklich anhören. Er fragte aber, ob er die Musik wechseln soll. Er hätte auch „unsere“ Musik im Auto (wahrscheinlich Grupo 5). Wir verneinten, ist schon gut. Das wollte er gar nicht glauben. „Soll ich jetzt die CD wechseln?“. Nein, schon gut. Nach 5x hin- und her glaubte er uns schließlich. Auf dem Weg nach oben, erzählte er uns dann, das in Cahuish heute bestimmt keiner da ist, weil irgendwelche Klausuren seien. Nein, nicht schon wieder keiner da! Das gibts doch nicht, haben sich jetzt alle gegen uns verschworen? Wir wollten den Kindern außerdem auch noch sagen, dass sie am Samstag in die Schule kommen sollen, weil wir ihnen da die Weihnachtsgeschenke überbringen wollten. Naja, jetzt schaun wir mal, vieleicht ist ja doch jemand da.
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Es sah schlecht aus. Alle Türen zu. Nur ein paar kleinere Kinder, so zwischen 7 und 8 Jahren liefen rum. Als wir sie fragten, ob heute Unterricht sei, oder ob einer der Lehrer da sei, meinten sie nein. Sie waren nur da, um auf dem Bolzplatz der Schule Fußball zu spielen. Na toll. Da saßen wir nun, mit unseren tollen Trachten. Wir nutzten die Zeit, um über unsere Zeit hier zu reden. Es ist leider so, dass wir, seit wir zu viert sind, ziemlich aus der Familie Vergara ausgeschlossen sind. Wir sitzen halt in unserem kleinen Reich und sehen die andern und das sind meistens nur Milton und Milton-Mama nur, wenn wir zum Essen geholt werden. Die Memoryspiele und die Besuche bei uns sind Vergangenheit. Was wir auch sehr schade finden ist, das wir jetzt auch immer ausgesperrt werden. Als Thomas und ich noch zu zweit waren, waren wir immer bei der Familie beim Essen dabei und das Haus Vergara war Tag und Nacht für uns geöffnet. Jetzt sperren sie immer die Türe zu, so das wir nur noch zu ihnen können, wenn sie uns holen. Mit Familie hat das nicht mehr viel zu tun. Milton-Mama weis noch nicht mal die Namen von Joana und Anika und das nach fast zwei Monaten! So haben wir uns das eigentlich nicht vorgestellt und unserem Spanisch tut das auch nicht sehr gut, wenn wir die ganze Zeit aufeinander sitzen und Deutsch miteinander reden. Wir wissen auch nicht, warum wir auf einmal so ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich sind wir ihnen zu viele. Aber das ist halt nicht so der Sinn der Sache. Auch Milton macht nicht mehr viel mit uns, er kommt nicht mehr mit zum Unterricht und auch sonst lässt er sich nur noch wenns nötig ist blicken. Das ist schon ein bischen frustrierend. Wir haben überlegt mit Milton und Milton-Mama zu reden, ob wir vieleicht ab und zu mal mit ihr Kochen könnten, oder mal wieder Memoryspielen sollen. Wenn es sich nicht bessert, wollen wir schauen, ob wir nicht doch in Gastfamilien gehen können. Es ist zwar super in unseren Zimmern und mit dem Garten, aber so kriegen wir halt doch nichts von dem richtigen peruanischen Familienleben mit und außerdem wird sich unser Spanisch so nicht mehr bessern. Und so wies ist, ist es mir einfach noch zu wenig...
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Wir fingen an runterzulaufen und waren ziemlich in Rage über das ganze. Deswegen haben wir den Weg auch in Null komma nix gemeistert. Die paar Einwohner,denen wir begegneten, amüsierten sich sehr über unseren Aufzug (Tracht und Wanderschuhe). Beim Mittagessen fragte Milton uns, wies in Cahuish war. Als wir erzählten, dass keiner da war, tat er wieder ganz komisch und stellte uns fast so hin, als wären wir totale Trottel, das wir heute nach Cahuish sind, wo doch keine Schule war. Aber woher sollten wir dass denn wissen? Er kümmert sich um gar nix mehr und wir bekommen von den Lehrern bestimmt keine Informationen. So langsam stellt sich jetzt also doch der Frust ein, vor dem wir so lange gewarnt wurden... Wenigstens war das Essen heute gut. Es gab Pommes.
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Nachmittags hab ich nur noch meine restliche Wäsche gewaschen, ab und zu Bauchmerzen gehabt und alle 12 Tage Blog nachgeschrieben. Alles in allem kein sehr interessanter Tag.




2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

huhu bine,

...ja das strandbild macht einen hier im feuchten, kalten und windigen deutschen dezember schon ein bissi neidisch^^

lg!

Anonym hat gesagt…

ja, und ich fahr heute Nacht wieder hin, juchu!!

LG und guten Rutsch

Bine