Dienstag, 30. September 2008

29.09.08 Lehrer und Luftballons

Heute war also unser erster Tag als Lehrer in der kleinen Schule in Cahuish. Ich war am Anfang schon ein bisschen aufgeregt, schliesslich ist unser Spanisch noch lange nicht perfekt und ich hatte keine Ahnung wie die Kinder sich verhalten, wenn wir da vorne stehen und irgendwas rumbrabbeln und ob sie ueberhaupt etwas davon verstehen. Zuerst haben wir Tonpapier rumgegeben, auf das die Kinder ihre Namen schreiben sollten. Blöderweise hatte ich (natuerlich) meine Brille nicht dabei und konnte deswegen die Namen ganz hinten ueberhaupt nicht mehr lesen. Na gut. Ich hab die Kinder hinten halt dann „y tu“ also „und du“ genannt. Zwar nicht gerade pädagogisch korrekt, aber das nächste mal wirds besser, versprochen.




Unsere Klasse in Cahuish



Wir haben dann unsere kleine Show abgezogen,viel ueber Deutschland und seine Einwohner erzählt, Fotos und Euromuenzen rumgezeigt und ihnen erklärt, dass es in den Städten Häuser gibt mit mehr als 10 Stockwerken. Die Kinder waren sehr aufmerksam und auch ziemlich fasziniert von den ganzen Sachen (in den kleinen Städten und in den Dörfern gibt es meistens höchstens 2 Stockwerke). Danach haben wir unsere Fragen gestellt und die Chicos haben wirklich toll mitgemacht und auch richtig geantwortet. Dann gabs die Stifte und als Schmankerl noch Luftballons, die uns die Raiffeisenbank u. A. gespendet hat. An dieser Stelle danke dafuer, die Kinder waren ganz verrueckt danach.




Die Kinder scharren sich um die Stifte und die Luftballons




Danach ging es wieder an den 2-Stunden Abstieg. Ich muss sagen, wenn das Wetter so bleibt, dann macht mir der Weg, quer durch die schöne Berglandschaft in Peru sogar Spaß. Es gibt viele schöne Pflanzen zu sehen, Schäfer und Bauern und kleine Gebirgswasserfälle. Mir gefällt es hier wirklich sehr gut. Es ist landschaftlich irgendwie genau das was ich schon immer haben wollte, bei meinem Wunsch mal eine Weile im Ausland zu bleiben. Und auch die Leute sind sehr nett und aufgeschlossen. Und je mehr spanisch wir können, desto besser wirds. Was mir hier besonders gut gefällt, ist die Begruessung. Frau und Frau und auch Mann und Frau geben sich zur Begruessung immer einen angedeuteten Kuss auf die Wange. Was ich daheim bestimmt nicht bei jedem ueber mich gebracht hätte, mach ich hier ganz automatisch und ich finde es auch wirklich schön. Es ist so viel herzlicher und man fuehlt sich den Leuten irgenwie viel näher. Natuerlich hängt die Kussstärke vom jeweiligem Gegenueber ab. Nicht so saubere Leute kriegen einen Backentatscher von mir, Leute die mir auf Anhieb sympatisch sind, können auch mal ein richtiges Kuesschen kriegen (z.B. Fredy, aber nicht schimpfen, seiner Frau hab ich dafuer auch eins gegeben, obwohl die mir eher weniger sympatisch ist). Ich finde eh, dass Freundschaften hier wohl viel eher geschlossen werden können. Aber vieleicht kommt mir das in meiner Momentanen Euphorie auch nur so vor.
Als wir wieder in Jangas waren, erwartete uns in der Garage von Milton mal wieder eine freudige UEberraschung. 4 kleine sueße Meerschweinchen und ein total verängstigtes Kanninchen lagen in einem Sack (!) auf dem Boden. Es sind „Reste“ von dem großen Fest, Geschenke die die Captains gekriegt haben und die sie wiederrum auf die Dorfbewohner aufteilen. Als Tierschuetzer hat man es hier wirklich nicht sehr leicht, aber so ist es nunmal. Hinzu kommt noch, das das nächste Meerschweinchen-Mahl dann wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ich denke ich täusche dann eine Magenverstimmung, bwz. eine spontane Konvertation zum Vegetarismus vor.
Heut Abend gabs zum Glueck nur Brot mit Honig. Es war wieder sehr lustig, wir haben noch 3 Runden Memory gespielt, bei denen ich eine neue Betruegertaktik ausprobiert hab, die leider nicht geklappt hat. Jetzt sollte ich noch ein bisschen Spanisch lernen, weil ich das im Moment leider ein bisschen vernachlässige.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Lass mal mehr hören von Fredy! :)